Die Gemeindemitglieder Stefani Holz und Janina Tauscher helfen beim Sortieren der Spenden in der Mülheimer Matthäuskirche (Foto: Jutta Annutsch)

Mülheim an der Ruhr. Kirche und Diakonie sagen: Danke!

Diakoniewerk Arbeit & Kultur transportiert Mülheimer Hilfsgüter nach Warschau

„Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß, wir danken allen, die sich an unserer Ukraine-Sammlung beteiligt haben für ihre Gaben und ihre Anteilnahme“, sagt Gerald Hillebrand, Superintendent des Kirchenkreises An der Ruhr und Diakoniepfarrer nach einer lebhaften Woche, in der Evangelischer Kirchenkreis und Diakonie gemeinsam zu einer Spendensammlung für Flüchtende aus der Ukraine aufgerufen hatten. Die Sammlung von Sachspenden in den Gemeindezentren ist vorerst beendet, Geldspenden werden weiter gesammelt.

Das Diakoniewerk Arbeit und Kultur sorgt nun in Kooperation mit einer lokalen Spedition für die weitere Logistik, verfrachtet die in den Kirchengemeinden gesammelten Spenden auf einen großen LKW. Der macht sich in Kürze von Mülheim aus auf den Weg nach Warschau. Zunächst war als Transportmittel ein Siebeneinhaltonner vorgesehen. Im Verlauf der Sammlung wurde klar: Es wird ein großer LKW gebraucht. Als Fahrer sind zwei Mitarbeiter des Diakoniewerks an Bord, die Polnisch und Ukrainisch sprechen. Damit alles sicher auf dem Fahrzeug verstaut werden kann, ist viel menschliches Anpacken nötig – Mitarbeitende des Diakoniewerks sprangen ein. „Wir haben viele Mitarbeitende mit polnischen, russischen und ukrainischen Wurzeln bei uns“, erklärt Monika Otto, Geschäftsführerin des Diakoniewerks Arbeit & Kultur. „Ihnen geht der Krieg sehr nahe und sie bringen sich mit großem Engagement in die Sammelaktion ein, helfen hier gerne beim Sortieren und Packen.“

In neun evangelischen Kirchen und Gemeindezentren in Mülheim waren eine Woche lang die Dinge gesammelt worden, die die Partner bei der Diakonie Polen angefordert hatten: Hygieneartikel wie Duschgel oder Windeln, haltbare Lebensmittel und Haushaltswaren wie Handtücher und Besteck. Über 1000 Kartons und Kisten kamen zusammen. „Ein Spender ist gleich mit seinem Auto-Anhänger zum Großhandel gefahren und hat ihn dort vollgemacht“, berichtet Pfarrerin Gundula Zühlke von der Matthäuskirche.

Nachdem die Sammlung von evangelischer Kirche und Diakonie gestartet war, entwickelte sich die Lage in Polen dynamisch weiter, so wurde das Ziel der Hilfslieferung unterdessen angepasst. Die Spenden werden nun nach Warschau gebracht und nicht mehr, wie ursprünglich beabsichtigt, an die ukrainische Grenze. „In Telefonaten habe ich erfahren, dass viele Flüchtende nicht mehr an der Grenze bleiben, sondern weiter in die polnische Hauptstadt ziehen, deswegen wird der LKW aus Mülheim nun Warschau ansteuern“, erklärt die Mülheimer Diakoniegeschäftsführerin Birgit Hirsch-Palepu, die auch während der Sammelaktion in der Ruhrstadt immer den Kontakt zu ihren Kollegen bei der Diakonie Polens gehalten hat. Birgit Hirsch-Palepu: „Die Berichte aus Polen schildern sehr eindrücklich die Not der Geflüchteten und die Herausforderungen, vor denen unsere polnischen Kolleg*innen stehen. Durch den ständigen Austausch können wir gut abstimmen, wo was benötigt wird und so sicher sein, dass unsere Sachspenden dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, sagt Birgit Hirsch-Palepu und auch berichtet von einer großen Resonanz auch innerhalb des Diakonischen Werkes: So wurden an mehreren Schulstandorten, an deren die Diakonie Trägerin von Betreuungsangeboten wie der OGS ist, Sachspenden gesammelt. Birgit Hirsch-Palepu: „Die Menge der von Schüler*innen, Eltern und Pädagog*innen gespendeten Hygieneartikel und Lebensmittel ist beeindruckend. Wir bedanken uns sehr herzlich für das Engagement.“

Die Sachspendensammlung von Kirche und Diakonie ist damit -vorerst- beendet. Geldspenden sind weiter höchst willkommen und werden gebraucht. „Wir rechnen damit, dass sich die Lage in der Ukraine und damit auch in Polen sehr dynamisch weiterentwickelt“, sagt Saskia Trittmann, Flüchtlingsreferentin des Kirchenkreises, die auch in Mülheim ankommende Ukrainerinnen und Ukrainer berät. „Geldspenden sind hilfreich, weil sie flexibel eingesetzt werden können. Darum bitten wir auch weiter um Spenden, die die Diakonie Polen für Flüchtende aus der Ukraine einsetzen kann.“

 

Spendenkonto Ukraine – wir helfen!

Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr
IBAN: DE11 3506 0190 1010 1450 03
KD Bank Duisburg

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