Die Landtagsageordneten Britta Oellers und Marc Blondin (Foto: privat)

Krefeld/Düsseldorf. „Einsamkeit kann jeden treffen – auch in der vernetzten Welt“

Zwei Jahre lang haben sich Mitglieder der Enquetekommission „Einsamkeit und soziale Isolation“ sich mit dem sozialen Phänomen der Einsamkeit, Folgen und möglichen Gegenmaßnahmen befasst. Enquete-Kommissionen (von französisch enquête, „Untersuchung“) sind von einem Landesparlament eingesetzte überfraktionelle Arbeitsgruppen, die umfangreiche und bedeutsame Sachkomplexe beleuchten sollen, in denen unterschiedliche rechtliche, wirtschaftliche, soziale oder ethische Aspekte abgewogen werden müssen.

Die beiden Krefelder Landtagsabgeordneten Marc Blondin als stellvertretender Vorsitzender und Britta Oellers als Sprecherin der CDU Landtagsfraktion hatten an der Erarbeitung einen großen Anteil. Nun stellen Sie den Bericht vor:

„Als die Enquetekommission eingesetzt wurde, waren Einsamkeit und soziale Isolation ein weitgehend unerforschtes Feld. Inzwischen – nach zwei Jahren Corona-Pandemie – hat das Gefühl der Einsamkeit große mediale und auch politische Aufmerksamkeit erfahren. Die Bürgerinnen und Bürger in Krefeld und Tönisvorst haben sie in Zeiten von Kontaktbeschränkungen wohl selbst erlebt. Aber wir dürfen auch über die Pandemie hinaus einsame Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Die eigentliche politische Arbeit auf der Basis unserer Erkenntnisse in der Enquetekommission fängt jetzt erst an“, so Britta Oellers.

„Wir haben festgestellt: Einsamkeit betrifft alle Generationen und Menschen in allen Lebenslagen. Und vor allem ist sie auch in einer vernetzten Welt allgegenwärtig – man kann in sozialen Medien dauerverbunden und gleichzeitig einsam sein. Menschen brauchen reale andere Menschen, deshalb kann sozialer Isolation auch nur vor Ort wirksam begegnet werden. Aber das Handeln der vielen Engagierten, die in den Städten, Gemeinden und Quartieren Einsamkeit aufbrechen, braucht politische Unterstützung und zentrale Koordination“, führt Marc Blondin weiter aus.

Einsamkeitsprävention soll mehr in den Fokus gerückt werden. Besonders betroffen sind pflegende Angehörige und alleinerziehende Eltern. Für diese Gruppen sollen Angebote gefördert werden, die Einsamkeit und soziale Isolation lindern. Auch in der Stadtplanung soll Prävention mitgedacht werden, indem Nachbarschaftsstrukturen aufgebaut werden, die Austausch fördern. Andere europäische Länder geben zudem Beispiele, wie Netzwerke gegen Einsamkeit in ihrer Gesellschaft geschaffen und Forschung unterstützt werden können.

„Wir sind froh, dass unsere Arbeit hilft, das Thema in Deutschland zu enttabuisieren und unser Bericht dem geplanten Einsamkeitsgipfel der Bundesländer eine gute Grundlage bietet“, resümieren Oellers und Blondin.

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