V.l. Dr. Michael Meyer, Karin-Brigitte Göbel, Dr. Stefan Dahm, Uwe Baust (Foto: Stadtsparkasse Düsseldorf)

Düsseldorf/Monheim am Rhein. „Eigentlich“ gab es auch in Düsseldorf am Jahresende viele Gründe, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Die Pandemie war zwar noch nicht überwunden, aber dank erfolgreicher Impf-Kampagnen verbesserten sich die Aussichten und auch wirtschaftlich eröffneten sich Wachstumsperspektiven. Aber „tatsächlich“ sorgte der kriegerische Überfall Russlands auf die Ukraine nicht nur für Entsetzen und Mitleid, sondern auch für ein komplettes Umdenken, welche neuen und immensen Herausforderungen das Jahr 2022 mit sich bringen wird.

So verwies der Vorstand schon eingangs auf die „verlässlichen Partnerschaften“ des vergangenen Jahres, um gegen Corona und die Flutkatastrophe bestehen zu können. Und auch jetzt organisierten Karin-Brigitte Göbel sowie ihre Vorstandskollegen Uwe Baust, Dr. Stefan Dahm und Dr. Michael Meyer eine Spende in Höhe von 50.000 Euro, personelle Unterstützung zum Empfang der Kriegsgeflüchteten und kostenlose Girokonten, damit auch von Deutschland aus Verwandten und Freunden in der Ukraine geholfen werden kann.

Den Herausforderungen des Geschäftsjahres 2021 konnte die Stadtsparkasse erfolgreich entgegentreten und blickte „zufrieden“ auf die Entwicklung zurück: Die Bilanzsumme wuchs von 13,46 Mrd. Euro um 2,66 Mrd. Euro (+19,8%) auf 16,12 Mrd. Euro an. „Träger des Wachstums waren vor allem ein reges Kreditgeschäft, gestiegene Kundeneinlagen sowie langfristige Refinanzierungsgeschäfte“, führte Göbel aus. Mit der Neugeschäftsentwicklung zeigte die Vorstandsvorsitzende auf, dass die Stadtsparkasse Darlehen in Höhe von über 2,22 Mrd. Euro neu zusagen konnte, Wertpapiere im Gegenwert von fast 1,35 Mrd. Euro gekauft wurden und Sparer sowie Anleger zusätzlich fast 900 Mio. Euro auf die hohe Kante legten. „Insgesamt haben wir unser Neugeschäft um 795 Mio. Euro verbessern können – das entspricht einer Steigerung von 21,6%“, betonte Göbel.

Kundeneinlagen

Die Kundeneinlagen stiegen um 899 Mio. Euro (+8,8%) auf 11,09 Milliarden Euro an. Erneut hoch war der Zufluss an kurzfristig fälligen Geldern (Tagesgeld, Einlagen auf Girokonten), dem die Stadtsparkasse u. a. mit Beratungsoffensiven begegnete. „Durch die ansteigende Inflation schrumpft das Vermögen, wenn durch Zinsen keine Erträge mehr generiert werden können – dieser Entwicklung müssen wir entgegentreten, um die Kunden vor der Realzinsfalle zu bewahren“, erläuterte Göbel.

Wertpapierinvestments

Als Anlagealternative haben sich viele Kunden für Wertpapierinvestments entschieden. Das Jahr 2021 war ein Rekordjahr für Anleger. Besonders erfreulich verlief das erste Halbjahr, in dem der Marktindex die Marke von 15.000 Punkten überschritt. Im 2. Halbjahr setzte sich die Ralley zwar weniger rasant fort, aber trotzdem werden die Anleger das erste DAX-40-Jahr mit einem Plus von 15,8% in guter Erinnerung behalten.

Die Kunden kauften und verkauften Wertpapiere (Kommissionsgeschäft) im Gegenwert von 1,76 Mrd. Euro (+1,77%) und setzten unverändert primär auf Diversifikation über Aktien, Fonds- und Zertifikatlösung. Auch Themenfonds wie z.B. Healthcare, Digitalisierung, Konsum und der Aspekt Nachhaltigkeit standen im Fokus.

Die digitale Vermögensverwaltung „Fyndus“ erfreute sich im vergangenen Jahr großer Beliebtheit: Sowohl die Anzahl der Kunden als auch die Assets under Management haben sich mehr als verdoppelt (2020: 823 Kunden / 9,57 Mio. Euro. 2021: 1799 Kunden / 22,22 Mio. Euro).

Kreditgeschäft

Insgesamt stiegen die Forderungen an Kunden im vergangenen Jahr von 9,638 Mrd. Euro um 5,8% auf 10,193 Mrd. Euro an.

Bei den privaten Kunden war der gute Zuwachs auf die erneut sehr hohe Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen zurückzuführen (730,1 Mio. Euro nach 630,2 Mio. Euro im Vorjahr – ein Plus von 15,9%). Trotz höherer Kaufpreise verzeichnen die Bauträger nach wie vor schon vor Baubeginn gute Vorverkaufsraten und auch die Maklerabteilung S-Immobilien der Stadtsparkasse Düsseldorf war im vergangenen Jahr sehr erfolgreich. Sie verkauften 92 Objekte im Gesamtwert vom 47,6 Mio. Euro nach 98 Objekten im Gegenwert von 40,9 Mio. Euro im Vorjahr.

Durch eine Neuorganisation hat sich die Stadtsparkasse Düsseldorf im Bereich der Baufinanzierung besser aufgestellt. Als Beispiel nannte das Kreditinstitut das kostenfreie Baufinanzierungszertifikat, mit dem die Kunden schon beim ersten Besichtigungstermin im Interessentenwettstreit punkten können. Zudem verspricht die Stadtsparkasse eine schnellere und einfachere Abwicklung durch den Austausch digitaler Unterlagen. Im Geschäft mit gewerblichen Kunden sanken die Kreditzusagen nach dem sehr guten Jahr 2020 um -10,6% von 1.502,4 Mio. Euro auf 1.342,4 Mio. Euro. Zurückzuführen war dies primär auf den Rückgang der Förderkredite. Bereinigt um die Förderkredite wuchsen die Zusagen für Kommunaldarlehen / Gewerbliches Kreditgeschäft um 5,8%.

Im Bereich der Spezialfinanzierungen (z.B. Refinanzierung von Leasinggesellschaften, Schuldscheindarlehen und Kommunaldarlehen) entwickelten sich die Neuzusagen mit einem Plus von 56,8% von 235,8 Mio. Euro auf 369,7 Mio. Euro.

Auch im Geschäft mit mittelständischen Kunden optimiert die Stadtsparkasse Düsseldorf den Austausch zwischen Betreuer und Kunden. Dies beinhaltet unter anderem eine vereinfachte digitale Kreditantragsstrecke, ein Betreuungsmodel nach individuellem Bedarf, sowie eine Optimierung von befristeten Zusatzkreditlinien und Online-Avalen.

Ertragsentwicklung

Die Zinspolitik der EZB und das Zinsniveau wirkt sich unverändert deutlich auf den Zinsüberschuss der Stadtsparkasse Düsseldorf aus. Trotz leicht gestiegener Zinsen zum Jahresende sank der Zinsüberschuss von 165,3 Mio. Euro auf 162 Mio. Euro (-2%). Im Provisionsüberschuss machte sich insbesondere das gute Wertpapiergeschäft bemerkbar. So konnte der Provisionsüberschuss um 11 Mio. Euro (+12,6%) von 87,3 Mio. Euro auf 98,3 Mio. Euro ansteigen. Aufgrund vorgesehener Investitionen in Maßnahmen zur Zukunftssicherung (Vergleiche z. B. Immobilien und Mittelstandsgeschäft) stieg der Sachaufwand im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Mio. Euro (+12,6%) auf 74,7 Mio. Euro an. Die Personalkosten hingegen sanken um 2,5 Mio. Euro (-2,1%) von 121,4 Mio. Euro auf 118,9 Mio. Euro.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt nach vorläufigen Zahlen 65,3 Mio. Euro nach 64 Mio. Euro im Vorjahr (+2,1%). Das Betriebsergebnis nach Bewertung beträgt 88,6 Mio. Euro nach 58,5 Mio. Euro 2020 (+30,2 Mio. Euro / +51,6%).

Weil’s um mehr als Geld geht

Auch wenn der Begriff „Bürgerdividende“ im Duden nicht zu finden ist, drückt er nach Einschätzung der Sparkassen sehr gut aus, was die Institute den Einwohnern einer Stadt über das Banking hinaus an Mehrwert bieten.

Die Stadtsparkasse hat in Spenden, Sponsoring, PS-Zweckerträgen sowie Stiftungsausschüttungen im vergangenen Jahr rund 2,1 Mio. Euro für 565 Projekte zur Verfügung gestellt. Rechnet man 4,9 Mio. Euro gewinnabhängige Steuern für die Städte Düsseldorf und Monheim dazu, so ergibt sich ein Wert von 7 Mio. Euro.

Ausbildungsplätze

Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze im Jahr 2021 auf 30 erhöht. Das Recruiting wird seit März 2021 auch digital durchgeführt – Ausbildungsplätze sind zurzeit noch verfügbar. Im laufenden Jahr ist geplant, dass alle Auszubildenden mit guten Leistungen in Theorie und Praxis übernommen werden.

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