Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Kamera begleitet einen jungen Mann, er betritt einen Teppichladen in Hattingen und beginnt seinen Arbeitstag. Diese Szene aus der Videokampagne der Landesinitiative “Durchstarten in Ausbildung und Arbeit / Gemeinsam klappt‘s” ist für Sherzad Ismail alles andere als selbstverständlich. Vor vier Jahren ist er mit seiner Familie aus dem Irak geflohen. Seine Bleibeperspektive ist noch unklar, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt entsprechend gering. Das Kommunale Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises (KI) hat ihm im Rahmen der Initiative ein erfolgreiches Coaching ermöglicht.

“Ziel ist es, junge Geflüchtete zwischen 18 und 27 Jahren auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, unabhängig von ihrer aufenthaltsrechtlichen Stellung. Personen mit Duldung oder Gestattung sind leider von vielen öffentlichen Förderangeboten ausgeschlossen. Sie sollen daher vorrangig von der Landesinitiative profitieren”, erklärt Filiz Schöne vom KI.

Das KI beteiligt sich seit 2019 an der Initiative und organisiert die praktische Umsetzung durch örtliche Träger. Einer davon ist der Caritasverband Ennepe-Ruhr. Christina Große Munkenbeck und Branko Wositsch, Ansprechpersonen für das Coaching in Hattingen und Niedersprockhövel, sind ebenfalls im Video zu sehen. Sie helfen mit Behördenschreiben, in sozialen Angelegenheiten und beim Vorbereiten auf Prüfungen in der Berufsschule.

Neben dem Coaching wird im Ennepe-Ruhr-Kreis aktuell ein schul-, ausbildungs- und berufsvorbereitender Kurs angeboten. Darüber hinaus ermitteln sogenannte Teilhabemanager in persönlichen Gesprächen die Bedarfe der Geflüchteten und zeigen ihnen Wege der Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung auf.

Ismail hat seinen Weg in den Beruf bereits eingeschlagen. Um seine Träume verfolgen zu können, hat er einen Wunsch: In Deutschland bleiben zu dürfen.

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