Kreis Viersen übernimmt die Rettungswache Tönisvorst (Foto: Kreis Viersen)

Tönisvorst/Kreis Viersen. Das Notarztfahrzeug in Tönisvorst ziert ab sofort das Logo des Kreises Viersen. Dieser hat zum 1. April die Trägerschaft des Notarztdienstes Tönisvorst von der Stadt Tönisvorst übernommen. Die Versorgungssituation vor Ort bleibt gewährleistet.

Die Übernahme des Notarztdienstes durch den Kreis Viersen war nötig geworden, weil eine gemeinsam mit der Stadt Tönisvorst vorgenommene rechtliche Überprüfung ergeben hatte, dass die alleinige Übertragung der Trägerschaft eines Notarztstandortes rechtlich nicht zulässig ist. Ein Notarztstandort muss demnach immer eine organisatorische Einheit mit einer Rettungswache bilden. Bislang lagen beide Dienste jedoch in unterschiedlicher Hand.

Dazu erklärt Rainer Höckels, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz beim Kreis Viersen: “Mit der Übernahme des Notarztdienstes befinden sich jetzt sowohl die Rettungswache als auch der Notarztstandort in Tönisvorst unter Trägerschaft des Kreises. Damit kommen wir den rechtlichen Bestimmungen nach. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Tönisvorst und allen Beteiligten konnten wir einen nahtlosen Übergang herstellen. Für die Unterstützung in diesem Prozess möchte ich mich herzlich bei allen Verantwortlichen bedanken.”

“In enger Abstimmung mit der Stadt Tönisvorst und dem Alexianer-Krankenhaus Tönisvorst ist es uns gelungen, den bisherigen Standort beizubehalten”, so Höckels weiter. Auch große Teile des Inventars konnten von der Stadt Tönisvorst übernommen werden, darunter das Notarzteinsatzfahrzeug und zahlreiche medizinische Geräte. So waren nur wenige Neuanschaffungen erforderlich.

Durch die organisatorische Zusammenführung von Notarztstandort und Rettungswache ergeben sich auch nützliche Synergien für die Ausrüstung des Einsatzpersonals. So verfügt die Rettungswache über umfangreiche Vorräte an medizinischem Verbrauchsmaterial, wie etwa Verbandmaterial, und Medikamente, die jetzt gleichermaßen vom Notarzteinsatzfahrzeug und der Rettungswache genutzt werden können.

Personell hingegen ändert sich wenig: So bleibt der überwiegende Teil des Personals dem Standort erhalten und arbeitet seit dem 1. April nebenamtlich für den Kreis Viersen. “Darüber freuen wir uns besonders, denn die Kolleginnen und Kollegen sind sich untereinander bekannt und bestens mit der bisherigen Infrastruktur des Notarztdienstes vertraut”, sagt Sascha Caumanns, stellvertretender Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz.

Die Dienstleistung der Notärzte musste aus rechtlichen Gründen europaweit neu ausgeschrieben werden. Zukünftig werden Notärzte des Hospitals zum Heiligen Geist in Kempen das Notarzteinsatzfahrzeug besetzen.

Über den Notarztstandort:

Der Notarztstandort Tönisvorst ist mit einem Notarzteinsatzfahrzeug ausgestattet, das rund um die Uhr mit einem Notarzt/einer Notärztin und einer Notfallsanitäterin/einem Notfallsanitäter besetzt wird. Geht über die 112 ein Notruf ein, kümmert sich der nächstgelegene Notarzt. In der Kreisleitstelle in Viersen werden die Anrufe aus dem gesamten Kreis entgegengenommen und koordiniert.

Insgesamt gibt es im Kreis Viersen sechs Notarztstandorte. Der Kreis beschäftigt mehr als 50 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter haupt- und nebenamtlich.

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