Valerie Schneider als Judas in der gleichnamigen Theaterproduktion nach Lot Vekemans (Foto: Lukas Marvin Thum)

Düsseldorf. JUDAS – woher kommt das Böse in der Welt?

Die Bilder des Krieges in der Ukraine lassen viele Menschen nachdenklich werden. Wo ist Gott in all dem Leid? Wie kann er das zulassen? Wie kann es sein, dass „das Böse“ einen so großen Raum einnimmt?

Seit 2000 Jahren wird einer Person die Verantwortung für den Tod Jesu zugeschrieben oder zumindest eine große Mitschuld daran: JUDAS. Er steht für Verrat, moralischen Abgrund und für nicht wieder gutzumachende Schuld. Die Theater-Produktion „Judas“ von Marvin Wittiber, Jolan C. Kluge und Valerie Schneider (Judas) feiert am Gründonnerstag, 14. April, 20.30 Uhr, Premiere in der der evangelischen Tersteegenkirche, Tersteegenplatz 1.

Wittiber und Schneider interessiert die Projektionsfläche Judas und das Wechselspiel von Schuld und Verurteilung – individuell und kollektiv. Nicht zuletzt fragt die Inszenierung nach Anklängen in den jüngsten Verwicklungen der Institution Kirche.

Termine & Tickets

Weitere Aufführungen sind an Karfreitag, 15. April, 20. 30 Uhr und am Karsamstag, 16. April, um 20.30 Uhr und 23 Uhr. Nach der Vorstellung um 23 Uhr wird in der Tersteegenkirche die Auferstehung Jesus gefeiert. Karten gibt es zum Preis von 15, ermäßigt acht Euro im Vorverkauf per Mail unter karten.judas@gmail.com und an der Abendkasse, die eine Stunde vor Beginn öffnet. Für die Premiere gibt es eine Warteliste.

Randfigur tritt aus dem Schatten

Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Monolog „Judas“ der niederländischen Schriftstellerin Lot Vekemans. Darin tritt die biblische Randfigur aus dem Schatten ihrer verhängnisvollen Geschichte heraus. Judas macht sich frei von den Erzählungen, die seit zwei Jahrtausenden über ihn erzählt werden und hält Fürsprache: für seine Sicht der Dinge und gegen die kollektive Verurteilung seiner Person.

Lot Vekemans zeichnet das Psychogramm einer Figur, der niemand zuvor eine Stimme gegeben hat. Judas‘ Monolog ist eine Selbstbehauptung, die die Fragen von Verantwortung und Schuld nicht gegeneinander ausspielt, sondern zum ersten Mal überhaupt stellt.

Judas Valerie Schneider
Text Lot Vekemans
Regie
 Marvin Wittiber
Produktion und Mitarbeit Regie Jolan C. Kluge
Bühne und Kostüm Saskia Holte
Live-Musik und Komposition Lennart Büchner
Dramaturgische Beratung Claus Michael Six

Zur Webseite der Tersteegen-Kirchengemeinde

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