Lena Ertelt (links) brachte zum Interview-Termin mit Kai Pannen ihr Buch von Bisy und Karl-Heinz mit. Kai Pannen (rechts daneben) verriet ihr, wie die Geschichte weitergeht. Nach rechts: Carmen Müller und Stefan Ertelt von der Sparkasse am Niederrhein. Dort ist die Ausstellung mit allen Plakaten aus 30 Jahren noch bis Freitag, 29. April, zu sehen (Foto: privat)

Moers. Interview mit dem Moerser Illustrator Kai Pannen

Der Künstler und Illustrator Kai Pannen (Jahrgang 1961) wohnt schon lange nicht mehr in seiner Heimatstadt. Doch mindestens einmal im Jahr ist eines seiner Werke an vielen Stellen von Moers zu sehen. Seit 1993 gestaltet er die Plakate für die Penguin’s Days. Anlässlich der 30. Kinder- und Jugendtheatertage sind alle seine Plakate und die dazugehörigen Skizzen und Zeichnungen noch bis Freitag, 29. April, in der Sparkasse am Ostring zu sehen.

 

Herr Pannen, viele fragen sich, warum der Pinguin zur Symbolfigur der Theatertage wurde?

Kai Pannen: Auf dem ersten Plakat ist der Pinguin auf einer kleinen Eisscholle zu sehen. Der Gesichtsausdruck ist unsicher und fragend. So habe ich mir Menschen vorgestellt, die ihr Heimatland verlassen, um in der Fremde zu leben. Ausgangspunkt der Penguin’s Days waren ja die schlimmen Brandanschläge von Solingen, Mölln und Hünxe.

 

Ab wann wussten Sie, dass Sie Illustrator werden wollen?

Ach, das hat lange gedauert. Erstmal wusste ich, wie so viele junge Leute, gar nicht, was ich machen soll. Mein Vater Hanns war Redakteur bei einer Moerser Tageszeitung und später bei der Ruhrkohle. Von dort brachte er immer tolle Blocks mit, auf die ich meine ersten Comics als Daumenkino gezeichnet habe. Viel Zeit habe ich auch im Reptilienzoo verbracht, der damals noch an der Uerdinger Straße war. Mit 17 habe ich dann beschlossen, Maler zu werden.

 

Sind Sie es geworden?

Nein. Ich war auf der Kunsthochschule in Köln, aber wohl nur, um festzustellen, dass ich kein Maler bin. Es hat sich dann langsam herauskristallisiert, dass ich so etwas wie Gebrauchsmaler bin. Ich habe Aufträge für Werbeplakate übernommen, so kam ich an meinen ersten Auftrag für die Penguin’s Days.

 

Für die Sie nun seit 30 Jahren das Plakat zeichnen und malen. Hätten Sie damals gedacht, dass es eine so lange Geschichte würde?

Natürlich nicht. 30 Jahre, das ist eine lange, lange Zeit. Toll ist, dass das so wichtige Festival mit den Partnern Schlosstheater und Sparkasse am Niederrhein so lange Bestand haben konnte. An keinem anderen Ort in Nordrhein-Westfalen ist das gelungen, obwohl die Werte, die die Kinder- und Jugendtheatertage vermitteln wollen, nach wie vor wichtig sind: Solidarität, Respekt und Achtung vor fremden Kulturen.

 

Sie leben nun seit langem mit Ihrer Familie in Hamburg. Was tun Sie, wenn Sie sich nicht gerade Gedanken zum nächsten Motiv der Penguin’s Days machen?

Ich illustriere seit vielen Jahren Bücher und seit rund sieben Jahren schreibe ich selbst. Eines meiner erfolgreichsten Bücher erzählt von Bisy und Karl-Heinz. Es geht um die Stubenfliege Bisy, die der Kreuzspinne Karl-Heinz ins Netz gerät. Bisy muss sich immer etwas Neues einfallen lassen, damit Karl-Heinz sie nicht frisst. Das Buch ist inzwischen rund 120.000-mal verkauft, gerade arbeite ich am 6. Band.

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