Julia Zupancic (Foto: CDU NRW)

Moers. Dass der Bund aktuell nach Lösungen suche, allein die Kostenfrage bei der Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine zu klären, sei gut, wenn auch längst überfällig. Die Moerser CDU-Fraktion ist aber der Überzeugung, dass bei dieser Beratung offensichtlich ein wichtiges Thema vergessen werde. Das habe ein Austausch mit dem Tierheim Moers mehr als verdeutlicht: „Viele Menschen aus der Ukraine suchen auch mit ihren Haustieren eine sichere Unterkunft hier in der Grafschaft. Knackpunkt ist aber: Es gibt bis jetzt keine klar geregelte Erstversorgung für Haustiere“, so die Landtagskandidatin und Fraktionsvorsitzende der Moerser CDU, Julia Zupancic.

Tatsächlich sei die Situation aktuell noch nicht zufriedenstellend, bestätigt auch die Moerser Tierheimleiterin Nicola Kreuzmann im Gespräch mit der CDU-Fraktion: „Die Organisation rund um die Erstversorgung der ukrainischen Haustiere läuft derzeit noch zu kompliziert ab. Die erforderliche Bürokratie, der zeitnahe Tierarztbesuch etc. stellt das Personal der Notunterkünfte sowie die Tierbesitzer vor große Herausforderungen. Eine Anlaufstelle, die die zwingend erforderlichen behördlichen Registrierungen, die tiermedizinische Abwicklung und die Sachspendenverteilung zentralisiert, wäre eine enorme Erleichterung für alle Beteiligten. Im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten wir geflüchteten Tierbesitzern Hilfestellung. Wir stellen Futter, Pflegeutensilien und auch Katzenstreu bereit. Aber es fehlt auch an Unterbringungsmöglichkeiten. Eingereiste Haustiere müssen für 30 Tage in Quarantäne, wobei eine Hausquarantäne möglich ist, das stellt Unterkünfte vor Probleme. Nach der Notunterkunft besteht oft nicht die Möglichkeit, Tiere mit in die angebotene Wohnung zu nehmen, das stellt die Tierbesitzer vor eine weitere Hürde und bedarf der Bereitschaft der Vermieter. Wir als Verein haben momentan nur wenige freie Plätze, die zwischenzeitig immer wieder belegt sind, zudem darf die Trennung der Familien von ihren Tieren aus menschlicher Sicht nicht die Lösung sein“, so Kreuzmann.

Für Zupancic bestätigt sich auch hier: „Würden Tierärzte die ankommenden Tiere nicht mit Impfungen erstversorgen und würde das Tierheim Moers nicht so tatkräftig mit Sachspenden oder bei behördlichen Angelegenheiten unterstützen, wären die Menschen aus der Ukraine mit ihren Haustieren momentan sehr hilflos. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer geht es augenscheinlich auch hier nicht. Die Bundesregierung muss endlich Abhilfe schaffen und für eine klare Struktur sorgen.“

Ein weiteres Thema im Gespräch mit dem Tierheim Moers war auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Moers. Bei der aktuellen Bewältigung der komplizierten Aufnahme von geflüchteten Menschen und ihren Haustieren, laufe die Zusammenarbeit, ohne vertragliche Bindung, sehr gut. Das hat das Moerser Tierheim der CDU-Fraktion bestätigt. „Bürgermeister Christoph Fleischhauer hat uns hier deutlich gemacht, dass das Moerser Tierheim über die nächste Ausschreibung rechtzeitig informiert wird, damit der Verein die Möglichkeit erhält, sich mit seinem Konzept zu bewerben“, so Zupancic.

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