v.l.: Schulleiter Alexandros Syrmoglou, Lydia Spennes, Barbara Prümen, Bürgermeister Christian Küsters (Foto: Stadt Nettetal)

Nettetal. Am Werner-Jaeger-Gymnasium werden mittlerweile sechs aus der Ukraine geflüchtete Schülerinnen und Schüler beschult. Die Aufnahme und Integration läuft dank der Erfahrungen aus der Flüchtlingswelle 2015 und der ehrenamtlichen Mitarbeit vieler Lehrkräfte sehr erfolgreich.

Jeden Morgen in den ersten beiden Stunden treffen sich die sechs Schülerinnen und Schüler in einem gemeinsamen Raum. Fünf Kolleginnen und Kollegen haben sich über ihr reguläres Stundenkontingent hinaus bereiterklärt, den jungen Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Dabei werden sie mehrmals pro Woche von Iryna Spennes unterstützt. Sie ist selbst Ukrainerin, war dort jahrelang als Lehrerin tätig und lebt nun seit 20 Jahren in Deutschland. „Ich war sofort bereit zu helfen, als ich gehört habe, dass am Gymnasium meines Sohnes Flüchtlingskinder aus meinem Heimatland unterrichtet werden müssen. Meine ehemalige Deutschlehrerin des Werner-Jaeger-Gymnasiums (WJG) hat an mich gedacht und um Hilfe gebeten.“

Diese Deutschlehrerin ist Barbara Prümen, Mitglied der erweiterten Schulleitung am Werner-Jaeger-Gymnasium. Sie koordiniert den Unterricht für die ukrainischen Flüchtlinge. „Meine Idee ist es gewesen, den Schülerinnen und Schülern dabei zu helfen, dass sie sich in ihrem Gastland zügig zurechtfinden. Dafür ist es natürlich sehr wichtig, dass sie möglichst schnell und erfolgreich die deutsche Sprache lernen. Daher freut es mich, dass wir ein so intensives Lernangebot bereitstellen können.“ Dafür sorgen fünf Lehrkräfte des WJG, die bereits Erfahrung mit dem Unterrichtsfach Deutsch als Zweitsprache (DaZ) gesammelt haben. „Als besonderes hilfreich erweist sich die Möglichkeit des Team-Teachings mit Iryna Spennes, die uns natürlich einerseits im DaZ-Unterricht unterstützt, aber anderseits auch bei schwierigeren Themen und Sprachbarrieren jederzeit dolmetschen kann“, ergänzt Barbara Prümen sichtlich begeistert. Hilfe im Schulalltag erfahren sie auch durch Paten aus der Oberstufe, die den ukrainischen Schülerinnen und Schülern bei Fragen zur Seite stehen.

Nach dem Sprachunterricht gehen die Schülerinnen und Schüler in den Regelunterricht der Klassen, denen sie zugeordnet worden sind. Dadurch soll der Sozialkontakt mit Gleichaltrigen hergestellt und auch außerschulische Verbindungen ermöglicht werden, was in einzelnen Fällen durch beispielsweise gemeinsames Fußballtraining auch bereits geklappt hat. Die bisherige Bilanz dieses zweigleisigen Systems bewertet Barbara Prümen positiv: „Die ukrainischen Schülerinnen und Schüler sind sehr motiviert und interessiert an unserem Leben hier in Deutschland. Es ist eine Freude, mit ihnen zu arbeiten, denn wir erleben Dankbarkeit, Offenheit und Begeisterung.“

Auch Nettetals Bürgermeister Christian Küsters ist froh über das Engagement am WJG: „Wir haben eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu bewältigen. Ich freue mich und bin dankbar, dass diese ohne zu zögern angenommen wird.“

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