Gemeinsam bereiten sie mit dem Therapiekompass die Patienten auf eine Knie-Operation im St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank vor: Chefarzt Privat-Dozent Dr. Tim Claßen, Astrid Fichte und Erwin Elsbernd, beide Betriebsstättenleitung salvea am St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank (Foto: Andreas Baum)

Meerbusch. Mit einem neuen Konzept will das St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank künftig seine Patienten noch besser auf anstehende Knie-Gelenkersatz-Operationen vorbereiten. Das erfolgt in Kooperation mit den Therapeuten der salvea, deren Räumlichkeiten sich direkt im Krankenhaus befinden.

Vier Wochen vorher beginnt es

Das bisherige Konzept sah es vor, die Rehabilitations-Behandlung eines Patienten unmittelbar an den operativen Eingriff anzuschließen. Durch den „Therapiekompass“ setzt die therapeutische Behandlung schon vor dem Eingriff an. Dieser ist ein Leitfaden zur Vorbereitung und Begleitung für Patienten – vor und auch nach dem Eingriff.

Entwickelt wurde er von Astrid Fichte und Erwin Elsbernd, Betriebsleitung salvea Meerbusch, in enger Zusammenarbeit mit Privat-Dozent Dr. Tim Claßen, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Rheumatologie des St. Elisabeth-Hospitals.

Erster Schritt: Belastung

Die Vorbereitung beginnt bereits vier Wochen vor der Knie-Operation. Dann starten die Therapiestunden. Jeweils einmal pro Woche wird ein bestimmtes Thema besprochen und eingeübt. „Unsere Patienten sind mit diesem Wissen deutlich gelassener, denn sie können ihre Heilung besser einschätzen und aktiv mitgestalten“, erläutert Astrid Fichte.

Das erste Treffen beinhaltet Informationen zur Belastung des Knies nach der Operation. Hier hilft das gemeinsame Training auch, vorhandene Ängste und Unsicherheiten zu beseitigen.

Zweiter Schritt: Wundheilung

In der nächsten Unterrichtsstunde geht es um das Thema Wundheilung und die Bewegungsübungen, die direkt nach dem Eingriff beginnen. „Dabei ist es wichtig zu erläutern, welche Funktion Schmerz hat“, weiß Erwin Elsbernd. Alle Übungen, die später nach der Operation stattfinden, werden im Kurs besprochen und durchgeführt.

Dritter Schritt: Transfer

Auch der Transfer vom Bett und zurück wird in einem Unterrichtsblock besprochen. Und natürlich auch eingeübt. Fragen, wie Gehhilfen eingesetzt werden, wie mit Stufen umzugehen oder eine Tür zu öffnen ist, werden beantwortet.  Auch viele weitere Alltags-Situationen werden trainiert. Gerade für diese Übungen gibt es in den salvea-Räumlichkeiten einen eigenen Parcour.

Vierter Schritt: Vorbereitungen für zu Hause

Im letzten Training der vierwöchigen OP-Vorbereitung wird schwerpunktmäßig all das besprochen, was zu Hause vor der Operation zu tun ist. Es geht um Alltagsprobleme, die vorher durchdacht und gelöst werden müssen, damit das Wiederkommen nach Hause unproblematisch wird.

Begleitbuch zum Therapiekompass

Nach der Operation gilt es dann, das im Unterricht erlernte Wissen umzusetzen. Hilfreich dabei ist das Begleitbuch zum Therapiekompass, in dem die vier Schritte detailliert aufgeschrieben und liebevoll illustriert sind. Die Texte im Büchlein stammen von Astrid Fichte, ihre Mutter, Heidi Fichte, verantwortet die erläuternden Zeichnungen.

Rund vier Monate begleitet der Therapiekompass den Patienten und dokumentiert Vorbereitung und Genesung. „Dieser Therapiekompass schafft eine wirkliche win-win-Situation – für Patienten, Therapeuten, Ärzte und Pflege“, freut sich Tim Claßen. „Es ist ein überzeugendes präoperatives Konzept, das auch die Kommunikation zwischen den Fachbereichen verbessert.“

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