v.l. Geschäftsführer Michael Derksen, Pflegedienstleiter Mario Gerdes, Landtagskandidat Sascha van Beek (CDU) und Geschäftsführer Marco Plum (Foto: OLAF OSTERMANN)

Xanten. Am 5. April besuchte der CDU-Landtagskandidat Sascha van Beek das Sankt Josef-Hospital in Xanten. Eigentlich wollte die Krankenhausleitung ihn davon überzeugen, sich für den Erhalt des Notarztstandortes Xanten auszusprechen, aber wie sich zwei Tage vor dem Besuch herausstellte, musste sie das gar nicht mehr. Van Beek hatte sich schon bei einer vom VdK organisierten Podiumsdiskussion ganz konkret dahingehend geäußert, dass für ihn der Notarztstandort in Xanten für die ordentliche Abdeckung des Xantener Raums – vor allem die nördlichen Teile – unabdingbar ist, um eine ausreichend schnelle Versorgung von Notfällen sicherzustellen. Derselben Meinung waren übrigens auch alle anderen Landtagskandidaten, die an dieser Podiumsdiskussion teilnahmen. Van Beek bekräftigte seine Aussage beim Besuch des Krankenhauses noch einmal nachdrücklich: „Wenn der Notarzt in der Nachtzeit nur noch in Alpen stationiert wäre und nicht wie bisher in Xanten und Rheinberg, sind große Teile des Gebietes nicht mehr ausreichend schnell zu erreichen. Es kann nicht sein, dass aus Gründen der Kosteneinsparung, die übrigens zumindest in der angegebenen Höhe fraglich ist, Notfallpatienten zukünftig nicht mehr in einem vertretbaren Zeitfenster behandelt werden können.“

Über die Zustimmung auf breiter Front freuten sich Michael Derksen und Marco Plum, beide Geschäftsführer der Xantener Klinik. „Fast alle Politiker auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene, mit denen wir bisher über dieses wichtige Thema gesprochen haben, sind da auf unserer Seite. Wir wollen doch sehr hoffen, dass das Thema dann bald vom Tisch ist und wir den Notarztstandort behalten“ so Michael Derksen.

Ein weiteres besprochenes Thema war die anstehende Neustrukturierung der Krankenhausplanung, die, so waren sich die Teilnehmer einig, sehr gute Ansätze enthält, insbesondere für die Krankenhauslandschaft im ländlichen Raum. „Die Frage ist nur, wie das Ganze in der Praxis umgesetzt wird und wie die verschiedenen Interessen der beteiligten Krankenhäuser gewahrt werden können“ sagt Sascha van Beek und Marco Plum ergänzt: „Wir sind alle sehr gespannt auf die Umsetzung. Wie bekommt man die verschiedenen Interessensvertreter am besten an einen Tisch, wer moderiert das Ganze und wie kommt man zu einer für alle akzeptablen und für die Gesamtsituation förderlichen Lösung?“ Für die Bevölkerung ist das Thema relativ abstrakt, weil bisher kaum öffentlich diskutiert. Mehr Information und Sensibilisierung tut deshalb Not, denn sonst bemerkt die Öffentlichkeit die Thematik erst, wenn einzelne Abteilungen geschlossen würden. „Für das Sankt Josef-Hospital sehe ich diese Gefahr nicht, denn hier wurde in der Vergangenheit erfolgreich auf Spezialisierungen wie Geriatrie und Endoprothetik gesetzt. Hier kommen die Patienten nicht nur aus der Umgebung, sondern auch von weiter her und das Haus wird in diesem Bereich ein wichtiges Zentrum in der Region bleiben“ resümiert van Beek nachdem er in einer Präsentation über die Eckdaten des Xantener Krankenhauses informiert wurde. Die meisten davon kannte er schon, denn er arbeitet zurzeit als Leiter des Medizincontrollings im Kamp-Lintforter Krankenhaus, das in vielen Bereichen eng mit Xanten zusammenarbeitet.

Pflegedienstleiter Mario Gerdes berichtete von einer Beschwerde, die das Sankt Josef- Hospital an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gerichtet hat, weil der Corona Pflegebonus für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Xantener Klinik trotz hoher Leistungen in einem Hochrisikobereich nicht bewilligt wurden „Die Zuteilung des Pflegebonus soll an einer scheinbar willkürlich gewählten Grenze von 10 Patienten mit einer Beatmungsdauer von mindestens 48 Stunden geknüpft werden. Diese Grenze hat nichts mit der Versorgungswirklichkeit zu tun und schon gar nicht mit der individuellen Belastung der einzelnen Pflegekraft, die sich in keiner Weise an der Größe des Krankenhauses bemessen lässt. Die Pflegekraft in einem kleinen Haus hat persönlich sicherlich genauso viele Patienten auf der Isolationsstation behandeln müssen wie die Pflegekraft auf der Isolationsstation einer größeren Einrichtung. Diese Zuteilungskriterien sind in höchstem Maße ungerecht und lösen sicher mehr Unruhe und Unverständnis aus, als dass sie ihrem ursprünglichen Ziel gerecht werden.“

Der CDU-Kandidat Sascha van Beek versprach, sich im Falle seiner Wahl mit Nachdruck für die Belange des Sankt Josef-Hospitals einzusetzen. Die Krankenhausleitung wünschte ihm viel Erfolg im jetzt gerade auf Hochtouren laufenden Wahlkampf.

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