Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und die Spitzen von Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss beleuchteten in der Zonser Nordhalle die wirtschaftliche Lage (Foto: S. Büntig/Rhein-Kreis Neuss)

Rhein-Kreis Neuss. Ob Corona oder Ukraine: Der wirtschaftliche Wandel in Krisenzeiten gelingt nur auf intelligentem Weg und mit einer ganzheitlichen Betrachtung. Zu diesem Schluss kamen Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und die Unternehmensspitzen, die sich in der Nordhalle des Kulturzentrums in Zons über die aktuelle Situation ausgetauscht haben. „Ich bin froh und dankbar über diesen Dialog, der uns gezeigt hat, in welche Richtung wir gemeinsam gehen wollen, um den großen Herausforderungen zu begegnen“, so Petrauschke.

Der Einladung des Kreises gefolgt waren hochrangige Vertreter mitarbeiterstarker Unternehmen. An dem Gespräch nahmen auch Wirtschaftsförderer Robert Abts und Kreissprecher Benjamin Josephs teil. Die Runde war sich einig, dass es eine ganze Reihe von Herausforderungen gibt, die sich auch die Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss stellen müssen. Dazu gehören eine stabile und bezahlbare Energieversorgung, massiv steigende Energie- und Rohstoffpreise, unterbrochene Lieferketten, Marktzugangs- und Absatzprobleme, Klimaschutz, Fachkräftemangel und Digitalisierung sowie im Rheinischen Revier nicht zuletzt der Strukturwandel nach dem Braunkohle-Abbau.

Ein mögliches Öl- und Gas-Embargo oder ein Lieferstopp aus Russland könnten massive Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt zur Folge haben, so die Teilnehmer. Die Lösungen seien vielschichtig und müssten intelligent in Angriff genommen werden, hieß es. Im Fokus stehe, dass die betroffenen Betriebe Lösungen zum Erhalt des Wirtschaftsstandorts finden. Zunächst sei es wichtig, den Standort stabil zu halten, bevor dieser neu aus- und aufgebaut werde. Weiterentwicklungen müssten abgestimmt und im europäischen Kontext betrieben werden. Zudem müsse man der Tatsache ins Auge sehen, dass Innovationen Zeit benötigen.

Für die Zonser Runde war klar, dass es notwendig ist, die Projekte zur Einsparung von Energie und Ressourcen parallel anzugehen. Eine einzelne Maßnahme werde nicht ausreichen. Das Energiesparen, der Ausbau der regenerativen Energien und Kreislaufwirtschaft, die Verbesserung der lokalen Logistikketten oder Überlegungen über dezentrale Kraftwerke sollten gleichzeitig ins Auge gefasst werden. Das Risiko für die wirtschaftliche Situation im Kreis sei nicht zu unterschätzen, aber man müsse ehrlich die Frage stellen, wozu man wann bereit sei und auf welche Aspekte man verzichten könne.

Landrat Petrauschke und die Unternehmensspitzen wollen sich fortan einmal im Quartal zum weiteren Austausch treffen.

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