Links: In den frühen 70er Jahren begannen auf dem Eyller-Berg-Kurs die spektakulären Seitenwagenrennen. Die Teams auf den Dreirädern mit ihren artistischen Einlagen avancierten gleich beim ersten Auftritt zu den Publikumslieblingen (Foto: Gerhard Wieland) || Rechts: Dirk Prill, den Vater des Seitenwagen-Veteranen-Cups, 1964 geboren, ist seit 1980 im Seitenwagen-Moto-Cross aktiv: Vom Mechaniker über den Beifahrer zum Fahrer hat der Nümbrechter alles durchlebt. 2011 am Eyller Berg noch mit Edwin Maguns unterwegs steht jetzt Monika Winter im Boot, die auch bei der Organisation mitarbeitet (Foto: Roland Beyer)

Kamp-Lintfort. Über 70 Jahre mit bestem Motorsport sind auch ein Anlass zurückzublicken. So ist es dem ADAC Motorclub Kamp-Lintfort gelungen nach 2011 das Veteranen-Motocross der Seitenwagen mit internationaler Beteiligung ein weiteres Mal zu verpflichten. Die Helden vergangener Tage werden auf dem traditionellen Eyller-Berg-Kurs abermals im Rennen gegeneinander antreten und sich – aber auch ihren Oldtimern – alles abverlangen.

Steht „Vintage-Motocross“ (VMX) auf dem Rennprogramm, denken viele Zuschauer, dass die Klassik-Rennen eher eine Art sonntäglicher Kaffeefahrt gleichen, bei der nur die alten Maschinen präsentiert werden. Aber weit gefehlt: Bei den älteren Herren ist der sportliche Ehrgeiz noch tief verwurzelt. Wenn die Motoren brummen und die Konkurrenten am Gasgriff drehen, möchten die alten Haudegen immer noch wissen, wer der Schnellste ist. In der starken Spitzengruppe wird ebenso hart um den Sieg und die Plätze gekämpft wie in einem Rennen zur Deutschen Meisterschaft.

Möglich ist das ganze Spektakel nur durch den unermüdlichen Einsatz von Dirk Prill, der mit Volker Peppinghaus seit 2006 eine komplette Rennserie organisiert: „Seitenwagen Veteranen Cup“.

Nach zwei Jahren “Corona”-Pause gehen die Dreirad-Klassikrennen wieder an den Start. Zu den acht angesetzten Rennen sind 42 Veteranenteams aus fünf Nationen eingeschrieben, wobei die drei britischen Team wohl die weiteste Anreise auf sich nehmen.

Favorit ist auch in diesem Jahr wieder das deutsch/schweizerische Duo Dietmar Schmid/Bruno Kälin, das 2019 Cupsieger war.

Die Kamp-Lintforter Farben werden durch Motorsport-Multitalent Stephan Thiel und seinen Beifahrer Maurice Michels vertreten sein.

 

Die Renntermine:

1. Mai – Kamp Lintfort, 16./17. Juli – Reil an der Mosel, 30./31. Juli – Bessenbach, 13./14. August – Bramberg, 27./28. August – Sontra, 10./11. September – Hennweiler, 1./2. Oktober – Höchstädt, 8./9. Oktober – Schnaitheim


Aus dem Regelwerk:

– Startberechtigt sind alle Moto-Cross-Gespanne bis einschließlich Baujahr 1985.

– Alle Motoren, 2- und 4-Takter, müssen luftgekühlt sein, dürfen einen Hubraum bis 1000 ccm haben und müssen bis 1985 hergestellt worden sein.

– Einzylinder-Zweitakt-Motoren sind nicht startberechtigt, auch wenn sie luftgekühlt sind.

– Einzylinder-Viertakt-Motoren sind startberechtigt, wenn sie bis 1985 hergestellt wurden und in einem alten Fahrwerk mit zwei Federbeinen eingebaut sind.

– Stoßdämpfer und Bremsen sind freigestellt.

– Reparatur während des Rennens ist erlaubt. (Radwechsel usw.)

– Vierzylinder-Motoren, die luftgekühlt sind, bis 1985 hergestellt wurden und für die es damals keine Fahrwerke gab, dürfen in Eigenbau-Rahmen, die dem alten Standard nachempfunden und mit zwei Federbeinen ausgerüstet sind, verbaut werden.

– Sie müssen aber ein Mindestgewicht von 250 kg auf die Waage bringen.

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