Im Louise-Schröder-Heim konnten sich Geflüchtete über einen kostenlosen Haarschnitt von Omar Shyar freuen (Foto: privat)

Oberhausen. „Wie kann ich Kriegsflüchtlingen helfen?“ fragte sich Omar Shyar vom Barber Shop Shyar und fand schnell eine Antwort. An einem Sonntag kam er mit seinem Handwerkszeug in die Notunterkunft Louise-Schröder-Heim und frisierte die Bewohner:innen kostenlos.

„Es gibt Dinge, die wir als Rotes Kreuz nicht leisten können“, gibt Jörg Fischer, Leiter der Wohlfahrts- und Sozialarbeit beim Oberhausener Roten Kreuz, zu. „Dinge, die auch wichtig sind, um wieder in sowas wie ‚Normalität‘ zurück zu finden. Deshalb ist es toll, dass Menschen ihre Hilfe anbieten und Betten aufbauen oder eben, wie hier Omar Shyar, ehrenamtlich und kostenlos das tun, was sie sonst beruflich machen.“

Schon 2016, als viele Geflüchtete in kurzfristig eröffneten Notunterkünften untergebracht werden mussten, hatte es ähnliche Aktionen gegeben – meist durchgeführt von Bürger:innen mit Migrationshintergrund.

„Damals gab es Stimmen, die diesen engagierten Menschen unterstellten, nur deshalb aktiv zu werden, weil die Betroffenen den gleichen religiösen Glauben teilten. Ähnliche Vorbehalte gab es auch gegenüber unserem multikulturellen DRK-Team. Heute zeigt sich, dass Herkunft und Religion keine Rolle spielen, wenn Menschen anderen Menschen helfen wollen“, betont Fischer.

Auch Andrea Farnschläder, Geschäftsführender Vorstand des DRK Oberhausen, freut sich über das Engagement der Oberhausener Bürger*innen. „Eine tolle Aktion! Herzlichen Dank an Herrn Shyar und die vielen anderen, die sich für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, einsetzen. Für das DRK gibt es dabei weder Helfer*innen, noch Geflüchtete erster oder zweiter Klasse. Für uns zählt nur die wichtige humanitäre Hilfe – für alle, die sie benötigen und sehr gerne durch alle, die bereit sind, sie vorbehaltslos zu leisten.“

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