Die restliche Schulgemeinde stand Spalier, als die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen am ersten Schultag nach den Osterferien in ihr neues Unterrichts-Domizil einzogen – die letzten Meter sogar über einen roten Teppich (Foto: Ulrike Trimborn)

Ratingen. Nach zweijähriger Bauzeit ist ein Meilenstein beim Großprojekt Erweiterung und Sanierung des Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasiums erreicht. Am 25. April ging der soeben fertiggestellte Erweiterungsbau in Betrieb. Rund 500 ältere Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Ratingen standen Spalier, als die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 über einen roten Teppich in den modernen Neubau einzogen und ihre neuen Klassenräume in Besitz nahmen. Zur Feier des Tages gab es eine Begrüßung in der Cafeteria, eine Entdeckungsrallye und musikalische Beiträge.

Erster Beigeordneter und Schuldezernent Patrick Anders, der den terminlich verhinderten Bürgermeister Klaus Pesch vertrat, sagte: „Bei Betrachtung dieses schönen Neubaus wird jedem plastisch vor Augen geführt, welch großen Stellenwert die Bildung in Ratingen hat. 32 Millionen Euro investiert die Stadt Ratingen, um das Innenstadt-Gymnasium baulich fit für die Zukunft zu machen – so viel wie in keine andere Baumaßnahme bisher.“

Schulleiterin Andrea El Sherif sagte: „Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus und dem Umzug der Erprobungsstufe ist unsere Schulgemeinde nun endlich wieder komplett. Wir freuen uns sehr, dass unsere Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 nun auch am Karl-Mücher-Weg 2 unterrichtet werden und noch aktiver am Schulleben teilnehmen können. Wir sind uns sicher, dass das tolle neue Gebäude und die moderne, funktionale Einrichtung die Motivation und Freude am Lernen bei allen steigert. Durch die hellen und breiten Flure mit Sitzelementen, die zusätzlichen Multifunktionsräume und die digitale Ausstattung kann das Lernen viel offener und nach modernen pädagogischen Gesichtspunkten gestaltet werden.“

Der Neubau ist eine der wichtigsten und sicherlich die augenfälligste Teilmaßnahme des Gesamtprojekts. Parallel zum langgezogenen Ostflügel des Bestandsgebäudes ist ein weiterer, mehr als 80 Meter langer, dreigeschossiger Riegel entstanden. Im ersten Obergeschoss sind Alt- und Neubau durch eine geschlossene Brücke aus Stahl und Glas miteinander verbunden. Das Dach des Gebäudes wird ebenso wie das Dach der Brücke begrünt, zudem wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Die Baukosten für den Neubau allein belaufen sich auf ca. zehn Millionen Euro.

In dem neuen Gebäude finden zwölf Klassenräume und zwei Musikräume mit großem Neben- bzw. Instrumentenraum Platz, es gibt eine Schülerbücherei mit „Chill-Bereich“. „Bei deren Ausstattung wurden wir großzügig von der Sparkasse HRV und dem Förderverein unserer Schule unterstützt. „Dafür bedanken wir uns herzlich.“ Außerdem finden sich in dem neuen Gebäude Büros, Besprechungsräume, Schülertreffs, eine große Hausmeisterwerkstatt mit Lager, Technikräume und natürlich WCs.

Das gesamte Gebäude ist übrigens barrierefrei, auf allen Etagen gibt es Behinderten-WCs. Die Klassen- und Musikräume sind mit dezentralen Lüftungsgeräten ausgestattet, dazu natürlich auch mit digitalen Tafeln. In extra breiten Bewegungszonen finden die Schülerinnen und Schüler Nischen als Lern- und Aufenthaltszonen mit festen Sitzmöbeln. Der unmittelbar angrenzende und aus dem Erdgeschoss zugängliche Schülergarten kann als grünes Klassenzimmer genutzt werden.

Eine so vielschichtige Baumaßnahme, die zudem unter Betrieb durchgeführt wird, erfordert eine durchdachte Logistik. Eine wichtige Interimsmaßnahme bestand beispielsweise darin, dass die Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe während der Bauzeit in dem wenige hundert Meter entfernten Gebäude der ehemaligen Elsa-Brandström-Schule unterrichtet wurden. Darüber hinaus wurde eine Containeranlage mit zwei vollwertig ausgestatteten naturwissenschaftlichen Fachräumen aufgestellt. Die bereits vorhandenen Holzpavillons wurden eigens saniert und für einige weitere Jahre in gute Lernorte verwandelt.

Denn die Bauarbeiten gehen noch eine Weile weiter. Der erste Bauabschnitt zur Sanierung des Bestandsgebäudes konnte parallel zum Neubau inzwischen weitgehend abgeschlossen werden, teilweise auch der zweite. Der Nordtrakt wurde entkernt und asbestsaniert, jetzt stehen die nächsten Arbeiten an, die bis zu den Herbstferien erledigt werden sollen. Dann kommen nacheinander der Süd-, Ost- und Westtrakt an die Reihe, bis in ca. drei Jahren die Gesamtmaßnahme abgeschlossen ist.

 

Daten und Fakten zum Neubau am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium

  • Länge des Gebäudes: 83,75m
  • Breite des Gebäudes: von 11,25m -13,12m
  • Höhe des Gebäudes: 12,31m
  • Bruttogrundfläche (BGF): 3051 m²
  • Nutzfläche (NUF): 1595 m²
  • Baukosten: rund 10 Mio. Euro
  • Bauzeit: rund 2 Jahre

 

Räume:

  • 12 Klassenräume und 2 Musikräume mit Neben- bzw. Instrumentenraum
  • Schülerbücherei mit „Chill-Bereich“
  • Büros, Besprechungsräume
  • Schülertreffs
  • Hausmeisterwerkstatt und -lager, Technikräume
  • WC-Anlagen

 

Technische Besonderheiten:

  • dezentrale Lüftungsgeräte in Klassen- und Musikräumen
  • Gründach
  • Photovoltaikanlage
  • Glas-Stahl-Brücke (ebenfalls zukünftig mit Gründach)
  • Barrierefreiheit

 

Gestalterische Besonderheiten:

  • dreigeschossiger Gebäuderiegel mit Aufweitung der Flurzone im 1.und 2. Obergeschoss zur Nutzung als offene Lern- und Aufenthaltszone bzw. Schülertreff mit festen Sitzmöbeln und Sitznischen
  • Einbaumöbel in allen Klassenräumen
  • digitale Tafeln
  • Schülergarten
  • Fassade im Erdgeschoss mit Klinkermauerwerk und großzügigen Glasflächen, darüber Aluminium-Glas-Fassade vertikal gegliedert durch Glasfaserbetonlisenen
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