(Foto: Diakonie im Kirchenkreis Kleve e.V.)

Issum/Geldern. Auf dem Ferienplatz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Issum-Sevelen lagerte vor Ostern eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus Geldern. 13 Kinder nahmen dort vier Tage lang an einem Freizeitprogramm teil, dass die Diakonie im Kirchenkreis Kleve zusammen mit der Stadt Geldern angeboten hatten. Statt um Chatrooms und digitale Spiele ging es für die teilnehmenden Kinder um echte Gemeinschaft – am Lagerfeuer, auf der Slackline, bei Outdoor-Spielen oder beim Chillen in den kleinen Häusern rund um den Platz.

Gefördert wurde die Freizeit mit Mitteln eines Aktionsprogramms der Bundesregierung: „Aufholen nach Corona“. Aufzuholen waren jedoch nicht etwa schulische Defizite. In Corona-Zeiten fehlte und fehlt vielen Kindern Gemeinschaft und der Umgang mit Gleichaltrigen. In Gruppen mit Freunden, Bekannten und Unbekannten. Kinder verbringen stattdessen für die Schule und in der Freizeit immer mehr Zeit in virtuellen Räumen, vor dem Laptop oder dem Smartphone.

Die Kinder aus Geldern kannten sich zu Beginn untereinander nicht – das Programm schweißte sie zusammen. „Echt toll, wie die Kinder bei allem mitgemacht haben“, berichten Melanie Seier und Tim Rambach, Mitarbeitende der Diakonie im Fachbereich Soziale Dienste. An „Reality“ fanden die Kinder sehr schnell Gefallen: „Eigentlich alles“ antworteten sie auf die Frage, was ihnen besonders gut gefallen hat. „Kinder sollen Kinder sein dürfen“, so Rambach. Das beinhaltete bei der Freizeit auch, Freiraum zu haben, eben keine „Dauerbespaßung“ von 9-16 Uhr. Langeweile kam bei den 8-12-Jährigen trotzdem nicht auf.

Viele Gemeinschaftsspiele hatten die Diakoniemitarbeitenden im Gepäck, dazu Seile, Taue, eine Slackline und „Henrietta“. Das Quietsche-Hähnchen war vier Tage lang treuer Begleiter bei allen Aktivitäten. Dazu zählten anfangs Kennenlernspiele, selbst gefertigte Buttons mit dem Namen darauf halfen der Gruppe auch. „Spinnennetz“ hieß ein Spiel, bei dem gegenseitige Hilfe und Teamgeist erforderlich sind. Das ließ die Gruppe schnell zusammenwachsen. „Einen guten Appetit konnten wir auch feststellen“, erzählt Seier. Pizza, Spagetti, Hamburger, alles selbst gemacht, da sagte kein Kind nein. Dazu jederzeit Rohkost und Obst. Am letzten der vier Tage wurden nochmal Würstchen und Stockbrot über die Feuerstelle gehalten. Auch das machten die Kinder, wie die Lagerfahne, gerne selbst. Es war eine gute Gruppengemeinschaft – „easy“ –  sagten die Kinder. Auch die betreuenden Diakonie-Mitarbeitenden fanden die „Premiere“ gelungen – die Kinder meldeten direkt den Wunsch einer Wiederholung im nächsten Jahr an.

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