v.l. Patrick Wittenberg (Geschäftsführer Westnetz), Bürgermeister Erik Lierenfeld, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Hans Gennen (Geschäftsführer Currenta) weihen die Anlage feierlich ein (Foto: Westnetz)

Dormagen. Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung – und damit exakt wie geplant- wurde am Chempark-Standort Dormagen eine der modernsten 110.000 Volt-Einspeiseschaltanlagen Ende 2021 fertiggestellt und heute offiziell eingeweiht. Hierzu trafen sich die Geschäftsführer von Westnetz und Currenta mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Mit dieser Anlage sichert der Verteilnetzbetreiber Westnetz für den Chempark-Manager und Betreiber Currenta eine zukunftssichere Stromversorgung am Standort in Dormagen. Gleichzeitig verbessert die Anlage die Stromversorgung in der gesamten Region. Currenta hat im Zuge des Neubaus zusätzlich die 110.000 Volt-Kabelanlage im Chempark erneuert. Alle Beteiligten betonten, dass die erfolgreiche Umsetzung dieses Projektes vor allem der sehr guten Zusammenarbeit zwischen den Kooperationspartnern zu verdanken ist.

Westnetz-Geschäftsführer Patrick Wittenberg freute sich über die Fertigstellung: „Die neue Hochspannungsschaltanlage ist einer der modernsten Knotenpunkte der industriellen Energieversorgung und mit 41 Schaltfeldern deutschlandweit die größte ihrer Art. Für unseren Partner Currenta haben wir die industrielle Versorgung neu aufgestellt.“ Dafür investierte Westnetz rund 53 Millionen Euro. Der Bau dieser Anlage ist dabei in ein Gesamtprojekt eingebunden. „Nun erfolgt bis 2028 ein stufenweiser Netzausbau, der auch positive Auswirkungen auf weitere Umspannanlagen im Rhein-Kreis Neuss sowie im Kölner Stadtgebiet hat und für zusätzliche Leistungskapazitäten in der Region sorgt. Das ist insbesondere mit Blick auf die Energiewende und den Anschluss von erneuerbaren Energien von entscheidender Bedeutung. Wir investieren hier in die Versorgungssicherheit“, ergänzte Wittenberg. Der Neubau und die Umbauten erfolgten im laufenden Betrieb der Bestandsanlage und des Chemparks.

Projekt ist wichtige Basis – Currenta investiert selbst

Hans Gennen, technischer Geschäftsführer bei Currenta begrüßte die Westnetz-Investition: „Mit diesem Neubau können wir nicht nur unseren Unternehmen am Chempark-Standort Dormagen eine deutlich erhöhte Leistung bieten, sondern es verbessert sich gleichzeitig die Verfügbarkeit durch neueste Anlagentechnik und einen komplett redundanten Aufbau.“ Die neue Westnetz-Schaltanlage nimmt Currenta zum Anlass für die Erneuerung der eigenen 110.000 Volt-Kabelanlage im Chempark. Gennen: „Wir rüsten auf die neuste Technik auf und investieren rund 30 Millionen Euro in unsere eigenen Anlagen.“

Das Herzstück der Stromversorgung: Eine gasisolierte Schaltanlage

In Dormagen geht die kompakte gekapselte 110.000 Volt-Innenraum-Schaltanlage modernster Bauart in Betrieb, die mit 41 Schaltfeldern deutschlandweit die größte ihrer Art ist. Eine gasisolierte Schaltanlage wird zur Isolierung von elektrischen Leitern statt mit Luft mit einem Schutzgas umgeben. Im Vergleich zu einer herkömmlichen luftisolierten Schaltanlage braucht eine gasisolierte Anlage deutlich weniger Aufstellfläche. Sie ermöglicht einen sicheren Betrieb an Orten, wo der Platz beschränkt ist. Die Anlage in Dormagen hat eine Fläche von rund 40 x 50 Meter. Eine vergleichbare Freiluftanlage würde eine Fläche von 43 x 420 Metern benötigen.

Alle sicherheitsrelevanten Bauteile sind in der Anlage doppelt vorhanden, damit bei Ausfall eines Bauteils die Funktion aufrecht erhalten werden kann. Diese Redundanz entsteht durch zwei identische Schalthäuser, die in der Mitte durch eine Warte mit weiterer technischer Ausrüstung zu einem gemeinsamen Komplex verbunden sind. An die Anlage werden nun sukzessive weitere Anlagen zur Versorgung im Chempark angeschlossen.

Weiterer Vorteil: Entflechtung der Netze

„Netzausbau bedeutet nicht nur, neue Leitungen zu bauen, sondern auch, bestehende Netze an die unterschiedlichen Anforderungen anzupassen. Das passiert auch hier. Davon profitieren am Ende alle Beteiligten“, erklärte Wittenberg. Mit dem Neubau wird sowohl eine Netzoptimierung als auch eine Entflechtung von Industrienetz und öffentlichem Netz vorgenommen.

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