Viel Zeit nahmen sich die Gäste von Stadt und WohnBau, als sie jetzt auf Einladung des Caritasverbandes den inklusiven Caritas-Kindergarten und die Frühförderung besuchten (Foto: Caritasverband)

Mönchengladbach. Vor wenigen Monaten haben der inklusive Caritas-Kindergarten und die Frühförderung ihre neuen Domizile an der Urftstraße bezogen. Jetzt erhielten sie Besuch von Sozialdezernentin Dörte Schall, Fachbereichsleiter Klaus Röttgen und WohnBau-Vorstand Frank Meier.

Dörte Schall war begeistert: „Sie haben zwei tolle Einrichtungen mit großen, hellen Räumen. Ich bin auch beeindruckt von der Kombination“, sagte die städtische Beigeordnete am Ende ihrer zweistündigen Visite. An der Urftstraße 265 ist ein kleines Zentrum für frühe Förderung und Inklusion entstanden, wie Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa und Bereichsleiterin Hildegard van de Braak erläuterten: Im Caritas-Kindergarten werden 63 Kinder mit und ohne Behinderung in zwei heilpädagogischen und drei inklusiven Gruppen betreut. Die Frühförderung unterstützt gemeinsam mit Kooperationspartnern im Jahr über 200 Kinder mit Entwicklungsverzögerung, Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderung von Geburt an bis zum Schuleintritt. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der geförderten Kinder verdoppelt“, sagte Polixa, der auf die mehr als 50-jährige Tradition des Caritasverbandes in der Betreuung behinderter Kinder hinwies.

Der Caritas-Kindergarten hat sich in den letzten beiden Jahren von einer rein heilpädagogischen zu einer inklusiven Einrichtung gewandelt. „Wir haben in jeder Gruppe Kinder mit Behinderung“, erklärte Leiterin Ulrike Sauer. Der Caritas war jedoch der Erhalt von zwei heilpädagogischen Gruppen sehr wichtig. „Manche Kinder, die in integrativen Kitas oder in einer Regel-Kita gescheitert sind, haben in uns die letzte Anlaufstelle. Es gibt Kinder, die in einer Gruppe mit 14 anderen Mädchen und Jungen einfach nicht gefördert werden können“, sagte Ulrike Sauer. Sie betonte, dass auch die Kinder aus den heilpädagogischen Gruppen Kontakt zu Kindern ohne Behinderung haben und somit Inklusion erleben können.

Dramatisch zugenommen habe die Zahl der Kinder mit Autismus oder autistischen Zügen, berichtete Katja Hauke von der Frühförderung. „Wir verstehen uns als Mittler, um zu schauen: Was braucht dieses Kind?“, fügte sie hinzu. Ulrike Sauer sagte, dass zahlreiche geflüchtete syrische Kinder die Kita besuchen: „Sie haben sehr viel erlebt. Schwer traumatisierte Kinder haben ganz ähnliche Verhaltensweisen wie Kinder mit Autismus.“

Die Caritas-Mitarbeitenden stellen sich auch sonst auf die unterschiedlichen kulturellen Gewohnheiten der Familien beispielsweise aus dem arabischen oder afrikanischen Raum ein und respektieren sie. Die Erziehungsmethoden seien sehr verschieden, erläuterten Ulrike Sauer und Mitarbeiterin Kirsten Held. Anerkennung zollte Klaus Röttgen, Leiter des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie: „Wir müssen die Eltern mitnehmen, damit sie Verständnis entwickeln für unseren Kulturkreis. Toll, dass Sie das so machen“, sagte er.

Nach dem Gespräch besichtigten die Gäste die Frühförderung und die Kita samt des großzügigen Außengeländes, sprachen mit Kindern, die gerade malten und bastelten, probierten ein Balanceboard aus, ließen sich die „unterstützte Kommunikation“ mithilfe von Symbolen, Visualisierungen oder Tagesplänen erläutern und bewunderten den Snoezelraum mit Lichteffekten und einer Wassersäule in wechselnden Farben. WohnBau-Vorstand Frank Meier freute sich über den „soliden“ Bau, den das Unternehmen errichtet und langfristig an den Caritasverband vermietet hat.

Am Ende gab es sogar ein Geschenk: Aleyna (6), Yunus (6) und Milat (3) überreichten den Gästen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Dorothea Remmert und Katharina Lautermann ein großes, in Gemeinschaftsarbeit entstandenes Bild mit einem Hasen, vielen bunten Blumen und einer aus Eierkarton gebastelten Raupe.

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