(Foto: privat)
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Mülheim an der Ruhr. Mit einem Impuls der Umweltaktivistin Luisa Neubauer hat der erste Zukunftskongress der Evangelischen Jugend im Rheinland „MH22“ begonnen. Die deutsche Stimme der Klima-Bewegung „Fridays for Future“ richtete den Blick in ihrer Rede auf eine Zukunft, die „wir heute schon als Realität erleben“.

Neubauer sagte: „Als ich für heute über den Zukunftsbegriff nachgedacht habe, habe ich ein bedrückendes Gefühl bekommen.“ Denn die Realität, die wir heute erleben, sei die Zukunft, die viele Expert:innen schon seit Jahren vorgezeichnet hätten. Die Klimaaktivistin ging auch auf die Frage ein, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen und als Menschen in dieser Welt wirken. „Wir haben an vielen Stellen das Menschsein aufgegeben für ein Dasein als Konsumenten“, so Neubauer.

Luisa Neubauer: „Menschen werden oft unterschätzt“ in ihrem Wirken

Trotz dieser so negativen Aussichten richtete die deutsche Stimme der „Fridays For Future“-Bewegung den Blick auf die Hoffnung. „Menschen werden oft unterschätzt“, so Neubauer. Wenn man genau hinsehe, „sieht man, dass Menschen auch in oder aus Katastrophen heraus Positives schaffen können“. Direkt auf den Zukunftskongress bezogen sagte sie: „Es ist schön zu sehen, dass wir uns nicht schämen müssen und einen Tag leben können, an dem wir anderen nicht schaden, andere nicht in ihren Freiheiten beschränken.“ Tuulia Telle-Steuber, Landesjugendpfarrerinnen der Evangelischen Kirche im Rheinland, ergänzte bei ihrer Begrüßung: „Die Hoffnungsgeschichte, die Luisa Neubauer angedeutet hat, wollen wir heute fortführen und unser eigenes Bild von der Zukunft zu zeichnen.“

Keynote als Einführung für Workshops und Diskussionen

Die Keynote passte perfekt als Impuls zu einem der vier Schwerpunktthemen des Zukunftskongresses in Mülheim an der Ruhr: Zukunft LEBEN. Unter diesem Motto stehen Diskussionsrunden, Workshops und weitere Veranstaltungen auf dem Programm, die sich vor allem mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz beschäftigen.

Kongress richtet Blick auf drängende Zukunftsfragen

Zu dem Programm gehören daneben auch die Schwerpunkte Zukunft GESTALTEN, Zukunft GLAUBEN und Zukunft OHNE HASS. Die großen Fragen, die dabei von Teilnehmer:innen und Expert:innen diskutiert werden: Wie kann sich die Jugend in Kirche, Politik und Gesellschaft einbringen? Wofür steht die Kirche in der Zukunft? Und was verbindet Menschen trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten?

Expert:innen steigen in die Diskussionen ein

Als Expert:innen begleiten den Kongress unter anderem Jan Schipmann (Journalist, Politikformat „DIE DA OBEN“), Anna-Nicole Heinrich (Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland), Dr. Thorsten Latzel (Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland), Leonie Bremer (Klimaaktivistin), Emily Laquer (Medientrainerin) und viele mehr.

Kongressgelände erinnert an Musik-Festivals

Nach der Einstiegsrede von Luisa Neubauer geht es für die mehr als 250 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verschiedenen Veranstaltungen auf dem Kongressgelände auf dem Kirchenhügel in Mülheim an der Ruhr. Das Gelände erinnert mit unterschiedlichen Veranstaltungsorten, Food-Trucks für die Verpflegung und Graffiti- Wänden an große Musik-Festivals. Fotos des Tages können Medienvertreter:innen über Aaron Clamann, Redakteur der Stabsstelle Kommunikation und Medien der Evangelischen Kirche im Rheinland, per E-Mail (aaron.clamann@ekir.de) oder über die hier angegebenen Kontaktdaten anfragen.

Zukunftskongress als neues Veranstaltungsformat

Der Zukunftskongress ist der erste seiner Art. „Wir wurden inspiriert vom European Youth Event des Europäischen Parlaments und hatten die Idee, mit jungen Menschen über die Themen ihrer Zeit zu diskutieren“, berichtet Daniel Drewes vom Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er ist für die Projektleitung des Zukunftskongresses zuständig. Nach dem durch die Corona- Pandemie ein Jugendcamp in Mülheim an der Ruhr nicht realisiert werden konnte, wurde der Entschluss gefasst, an der Stadt am Fluss ein neues Veranstaltungsformat für die evangelische Jugend im Rheinland und aus anderen Landeskirchen zu schaffen.

Erdretter:in-Award wird für nachhaltige Projekte vergeben

Im Rahmen des Zukunftskongresses wird auch der Erdretter:in-Award für Projekte im Umwelt- und Klimaschutz an drei Gruppen vergeben. Die von der Projektgruppe Nachhaltigkeit einberufene Jury bewertete vor allem die Idee, die Umsetzung, den Spaßcharakter, den Nachhaltigkeitsfaktor, sowie die Vorbildfunktion und Promotion der Projekte. In der Jury arbeiteten Kirsten Troost-Ashour (Nachhaltigkeitsmanagement Evangelische Kirche im Rheinland), Marie Heitfeld (Referentin – Bildung für nachhaltige Entwicklung Germanwatch e. V.), Lars Fuellbeck (Vorstand Evangelische Jugend Hessen-Nassau) und Jonas Einck (Vorstand Evangelische Jugend im Rheinland).

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