V.l.: Preisverleihung mit (unten v.l.) Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Gerti Drassl, Uta-Maria Heim (SWR) und Stephan Meiser von der Sparkasse Neuss sowie mit (oben v.l.) Dr. Matthias C. Hänselmann (Vorsitzender der Jury), Achim Thyssen (IMA), Eva Schmitt-Roth (IMA) und Dr. Martin Sailer (ORF) (Foto: S. Büntig / Rhein-Kreis Neuss)

Rhein-Kreis Neuss/Dormagen. Für ein elsässisches Hörspiel

Das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ des Rhein-Kreises Neuss (IMA) lädt seit 1993 zu den Zonser Hörspieltagen ein. In der vergangenen Woche fand nach dem Eröffnungsreferat von Dr. Matthias Hänselmann zum Thema „Dialektale Hörigkeit: Wie wirkt das regionale Hörspiel?“ ein reger Austausch unter Hörspielmachern und Kritikern satt.

Mit der Diskussion zu den aktuellen Produktionen war auch der Wettbewerb um die Zonser Hörspielpreise für das beste regionale Hörspiel und die beste Performance verbunden. Zum Höhepunkt der internationalen Veranstaltung gehört die Vergabe des mit 2 500 Euro dotierten Zonser Hörspielpreises der Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss. Damit werden Hörspiele ausgezeichnet, die in besonders gelungener Weise Mundart und regionale Sprache verwenden. In diesem Jahr wurde er im direkten Anschluss an die Wahl vergeben.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betonte, dass Hörspiele im Aufwind seien: „Rund 26 Millionen Deutsche haben im Jahr 2020 Hörspiele, Hörbücher und Podcasts genutzt. Das sind 44 Prozent mehr als noch 2017. Ich würde mich freuen, wenn von diesem Trend auch die regionalen Hörspiele profitieren.“ Zusammen mit Stephan Meiser für die Sparkassenstiftung zeichnete er in der Nordhalle des Kreiskulturzentrums das beste von der Jury ermittelte regionale Hörspiel im deutschsprachigen Raum aus.

Zur Jury der Zonser Hörspieltage zählten unter anderem der Komponist Henrik Albrecht, die Hörspielkritiker Angela di Ciriaco-Sussdorff und Waldemar Schmid sowie Eva Schmitt-Roth, die wissenschaftliche Mitarbeiterin des IMA. Der Zonser Regionale Hörspielpreis ging in diesem Jahr an den Südwestrundfunk (SWR) mit seinem elsässischen Hörspiel: „Vrloreni Laawa“. Ausgezeichnet werden der Autor Pierre Kretz und der Regisseur Mark Ginzler. Den zweiten Platz erreichte das niederdeutsche Hörspiel „Üm de Eck“ von Hugo Rendler, das Radio Bremen gemeinsam mit dem NDR produziert hat. An dritter Stelle steht „Bahnuntergangsstimmung“ von Richard Oehmann, das der Bayerische Rundfunk als Wettbewerbsbeitrag eingereicht hat.

Der mit 2 000 Euro dotierte Zonser Darstellerpreis ging an Gerti Drassl. Sie überzeugte aufgrund ihrer hervorragenden darstellerischen Leistung im Hörspiel „Wurlitzergassen, Zwozl, Zwozl“ von Felix Mitterer. Martin Sailer, der Regisseur vom ORF-Studio Tirol, hielt die Laudatio.

Der Darstellerpreis wird aus Mitteln der Sparkassenstiftung sowie aus Beiträgen der beteiligten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und Mitteln des Internationalen Mundartarchivs „Ludwig Soumagne“ des Rhein-Kreises Neuss bereitgestellt. Achim Thyssen, Leiter des Internationalen Mundartarchivs „Ludwig Soumagne“, und Mitarbeiterin Eva Schmitt-Roth hatten die dreitägigen Zonser Hörspieltage organisiert.

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