CDU-Politiker machten sich vor Ort ein Bild – Jan-Philipp Büchler, Christian Gossens (Edeka), Waltraud Beyen und Jörg Geerlings (Foto: privat)

Neuss. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde an einem Supermarkt in Derikum ein Geldautomat gesprengt. Der Neusser Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings (CDU) machte sich vor Ort ein Bild von der Situation und hatte dabei trotz der großen Betroffenheit auch eine gute Nachricht: Das Land geht konsequent gegen Geldautomatensprenger vor und setzt aktuell eine Sonderkommission ein.

Die Zahl der Geldautomatensprengungen steigt leider wieder an. Im vergangenen Jahr wurden in Nordrhein-Westfalen 152 Geldautomaten gesprengt. In diesem Jahr waren es schon mehr als 70 Sprengungen – einige davon im Rhein Kreis Neuss. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das mehr als eine Verdreifachung. Nicht nur die Zahlen sind gestiegen, auch die Brutalität der Täter hat zuletzt zugenommen. Früher wurde hauptsächlich Gas genutzt, heute Festsprengstoff. „Das heißt, dass immer öfter nicht ‚nur‘ der Geldautomat zerstört wird, sondern auch das ganze Drumherum“, erklärt Geerlings. Der Supermarkt in Derikum wurde teilweise zerstört, konnte erst einmal nicht öffnen.

Um Sprengungen von Geldautomaten gezielt zu bekämpfen, hat Innenminister Herbert Reul (CDU) eine Sonderkommission im Innenministerium eingesetzt. Ziel der Soko BEGAS (Bekämpfung und Ermittlung von Geldausgabeautomaten-Sprengungen) ist es, die bisherigen Ermittlungs-, Fahndungs- und Präventionsansätze zu analysieren und neue Standards zu setzen, um das Delikt einheitlich und effizient anzugehen. Die Kommission ermittelt nicht selbst, sondern prüft, ob die Polizeiarbeit gut genug ist, was besser werden kann oder geändert werden muss. Sie hat schon im April ihre Arbeit aufgenommen.

Ein wichtiger Ansatz ist, Prävention, Repression, eine starke Zusammenarbeit mit den Banken und mehr internationale Zusammenarbeit zu kombinieren. Künftig sollen sich Experten aus allen Disziplinen über jeden Geldautomaten beugen, der gesprengt worden ist.

Ende Februar gab es außerdem einen Bankengipfel im Innenministerium. Dabei haben Banken, Volksbanken, Sparkassen und die Polizei ein Maßnahmenpaket beschlossen.

Bei den Geldautomatensprengern handelt es sich nicht nur, aber immer wieder um Banden aus den Niederlanden. Deshalb haben die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden wie das Landeskriminalamt ihre Zusammenarbeit mit den niederländischen Kolleginnen und Kollegen nochmals intensiviert.

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