Stefan Baues (SPD) und Hans Christian Markert (GRÜNE) - Foto: SPD/GRÜNE
Stefan Baues (SPD) und Hans Christian Markert (GRÜNE) - (Foto: SPD/GRÜNE)

Rhein-Kreis Neuss. Die Herstellung und Verwendung von klassischem Beton hat eine verheerende Umwelt- und Klimabilanz. Bis zu acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf die Rechnung der traditionellen Betonproduktion. Damit trägt der meistgenutzte Baustoff der Welt – insbesondere aufgrund der energieaufwendigen Zementherstellung – zu einem nicht unerheblichen Teil des Klimawandels bei.

Vor diesem Hintergrund haben die Kreistagsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD einen Antrag zur nächsten Sitzung des Kreisausschusses am 25. Mai 2022 formuliert. Das Ziel: Die Ausschreibung von klimaneutralem und recyceltem Beton ab dem Jahr 2024. Übergangsweise soll die Verwendung von klimafreundlicherem und möglichst recyceltem Beton ausgeschrieben werden.

„Bauen insgesamt, aber auch der Einsatz von klassischen Baustoffen hat über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude einen hohen Anteil am Klimawandel und – häufig naturzerstörenden – Ressourcenverbrauch und Abfallaufkommen“, begründet der umweltpolitische Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss, Hans Christian Markert, den Vorstoß seiner Fraktion.

Alternativen zu „klassischem Beton“ bieten – auch im Rhein-Kreis Neuss ansässige – Unternehmen, die zertifizierten und klimafreundlicheren Recycling-Beton produzieren.

„Damit würde auch dem jüngsten Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster Rechnung getragen, das dem Kies- und Sandabbau am Niederrhein aus umweltrechtlichen Gründen Grenzen gesetzt hat“, ergänzt Markert.

Bei der Produktion von klimafreundlicherem Beton kommen anstelle der Drehrohrtechnik die Hochofentechnik sowie andere Sande bei der Herstellung des Zementes zur Anwendung. Im Ergebnis können somit zwischen 30 und 50 Prozent klimaschädliche Gase eingespart werden. Auch klimaneutraler Beton ist am Markt erhältlich. Die Differenz zwischen der technisch bei der Herstellung bereits möglichen Vermeidung von bis zu 50 Prozent klimaschädlicher Gase und der Klimaneutralität lässt sich beispielsweise durch den Erwerb sogenannter „Moor-Zertifikate“ ausgleichen.

„Die Herstellung von Recycling-Beton schont natürliche Ressourcen und ist ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz. Durch den Rückbau der Braunkohlekraftwerke in der Region haben wir die Chance, mit Betonrecycling einen Baustein zur Kreislaufwirtschaft im Rhein-Kreis Neuss zu schaffen. Diese müssen wir nutzen!“, ergänzt Stefan Baues, Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion im Ausschuss für Strukturwandel und Arbeit.

GRÜNE und SPD sind sich einig: Nachhaltiges Bauen und Sanieren ist der entscheidende Schlüssel zur kommunalen Klimaneutralität. Demzufolge müsse der Rhein-Kreis Neuss künftig bereits bei der Auswahl von Betonprodukten eine Vorbildrolle übernehmen!

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