v.l. Alina Wortmann, Chefarztsekretariat Urologie, Mohammed Al-Refai, Zentrumskoordinator und Oberarzt, PD Dr. Christian Arsov, Chefarzt der Urologie, und Dr. Ines Wissussek, Leitende Oberärztin, mit der Zertifizierungsurkunde als Prostatakrebszentrum (Foto: Monsters of Media, Kamil Albrecht)

Mönchengladbach. Die Deutsche Krebsgesellschaft in Berlin hat die Städtischen Kliniken Mönchengladbach als Prostatakrebszentrum zertifiziert. Nur wenige Krankenhäuser in der Region sind berechtigt, diese offizielle Bezeichnung zu tragen. Chefarzt PD Dr. Christian Arsov freut sich über diese Auszeichnung für sein Team: „Für unsere Patienten bedeutet dies: Sie können sich darauf verlassen, dass sie bei uns nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden. Dabei spielt in unserem Haus die interdisziplinäre Arbeit eine besondere Rolle“, sagt der Chefarzt, der Anfang des Jahres vom Uni-Klinikum Düsseldorf nach Rheydt gewechselt ist. Bei der Tumorkonferenz begutachten Urolog:innen, Patholog:innen, Strahlentherapeut:innen und Radiolog:innen gemeinsam einen Fall und entscheiden über die bestmögliche Therapie für den Patienten.

Dass ihr Prostatakrebs vergleichsweise leicht zu operieren ist, verdanken viele Männer nicht zuletzt der modernen Bildgebung. Denn die Erkenntnisse, die die Ärzte bei der Diagnose über das Gewebe der Prostata gewinnen, sind inzwischen faszinierend genau. Mit der Kombination von MRT und Ultraschall bekommen die Ärzte auf den Millimeter genaue Informationen, in welchen Regionen der Prostata Krebszellen sitzen. Von diesen Stellen werden dann gezielt die Gewebeproben gewonnen. Diese Fusionsbiopsie beherrschen die Städtischen Kliniken als eine der wenigen Kliniken in der Region. „Unsere Patienten profitieren dabei von der weitgehenden Zusammenarbeit mit den Radiolog:innen. Sie sind bei der Biopsie dabei, und wir bewerten den Fall gemeinsam“, erklärt der Chefarzt. So ließen sich unnötige Operationen vermeiden. „Wir erwischen dank der Bildgebung wirklich die Fälle, in denen Tumore entfernt werden müssen“, so PD Dr. Arsov.

Ist eine Operation nötig, kommt im Eli häufig der Roboter da Vinci zum Einsatz. Die Städtischen Kliniken waren 2018 das erste Mönchengladbacher Krankenhaus, das den da Vinci anschaffte. Seither gab es rund 600 Eingriffe mit dem Roboter, alleine 222 in der Urologie. Bei dieser hochmodernen Operationstechnik sitzt der Operateur ein Stück entfernt vom Patienten an einem Gerät mit Bildschirm. Durch die zwei Okulare des Sichtgeräts hat er ein gestochen scharfes 3-D-Bild vor Augen. Unter dem Bildschirm steuert er mit den Händen und mehreren Fußpedalen das vierarmige Gerät. Ein weiterer Arzt steht am OP-Tisch und assistiert ihm. Die Methode ermöglicht auch größere Operationen mit minimalinvasiven Schnitten. Dabei können die Operateur:innen den Verlauf der Nervenbahnen berücksichtigen. Für den Patienten bedeutet dies: bessere Ergebnisse, weniger Blutverlust, weniger Schmerzen und schnellere Genesung. Zum Einsatz kommt der Roboter auch bei Blasen- und Nierenkrebsoperationen.

Zertifizieren lassen will sich die Urologie des Eli auch noch als Nierenkrebszentrum. Anschließend haben die Städtischen Kliniken dann ein uroonkologisches Zentrum.

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