Claudia Kersting und Ludger W. Hendriks (Fotos: CDU Goch)

Goch. Gocher CDU begrüßt Initiative zur Belebung des Gocher Marktplatzes durch die B&H Group, fordert aber gleichzeitig deutlich mehr Tempo bei nachhaltiger Gestaltung des zentralen Innenstadtbereichs.

„Als Gocher CDU fordern wir seit einigen Jahren eine gezielte Belebung des zentralen Innenstadtbereichs. Umso mehr freuen wir uns über das Engagement der B&H Group im Stadtzentrum. Der neue Café- und Restaurant-Betrieb auf dem Marktplatz wird für mehr Leben in der Innenstadt sorgen. Das ist großartig. Mit Christian Borgmann und Dennis Heinen zeigen zwei junge Veranstalter, dass ihnen die Zukunft ihrer Stadt am Herzen liegt“, so das Mitglied des geschäftsführenden CDU-Stadtverbandsvorstands Ludger Hendriks.

Die Bespielung des Gocher Marktplatzes durch die B&H Group in den Sommermonaten ist aus Sicht der Christdemokraten gut. Sie löst aber nicht das eigentliche Problem, dass die Attraktivität des Gocher Stadtzentrums immer weiter sinkt. Bereits vor drei Jahren hatte die Gocher CDU ein Konzept eingebracht, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern. Zwar sind viele der vorgeschlagenen Punkte von einem von der Stadt Goch beauftragten Stadtplanungsbüro anschließend aufgegriffen worden. Aber umgesetzt wurde von der Stadtverwaltung bis heute fast nichts.

„Dass der Drogeriemarkt Müller unsere Stadt verlassen hat, Kaufland bald geht, viele Ladenlokale in der Voßstraße leer stehen und die Post schließen wird, zeigt, wie ernst die Lage in Goch ist. Da blutet einem das Herz. Es kann nicht sein, dass viele Gocher lieber in die umliegenden Städte und Gemeinden fahren, weil sie dort die Geschäfte bequem erreichen können und – anders als in Goch – nicht fürs Parken bezahlen müssen“, so das CDU-Vorstandsmitglied Claudia Kersting.

Wenn der Marktplatz nun kurzerhand für den ruhenden Verkehr gesperrt werde, so unterstreiche dies nur, dass die Einnahmen der Stadt Goch aus den Parkgebühren nicht so stark ins Gewicht fallen. Es müsse endlich gehandelt werden, damit Kunden weiterhin die Gocher Innenstadt besuchen und dort verweilen. Das schließt auch die Abschaffung der Parkgebühren ein. Denn wer in Goch immer weniger Geschäfte vorfinde und dann auch noch fürs Parken bezahlen müsse, der komme erst gar nicht mehr. Ziel muss es sein, die Kaufkraft in der Innenstadt zu binden, damit nicht noch weitere Geschäfte aufgeben, so Kersting.

CDU-Vorstandsmitglied Ludger Hendriks schlägt einen neuen Umgang mit leerstehenden Geschäften vor: „Wenn immer weniger Kunden die Innenstadt besuchen, so sorgt dies für ein immer unattraktiveres Einzelhandelsangebot. Diese Abwärtsspirale muss durchbrochen werden. Andere Städte in unserer Region, wie etwa Moers, haben gezeigt, wie das funktionieren kann. Hier werden leerstehende hochpreisige Ladenlokale von der Stadt angemietet und zunächst an kreative, innovative Jungunternehmer zu günstigeren Konditionen weitervermietet. Sobald diese Einzelhändler ‚ins Geschäft kommen‘, werden die Mietverträge angepasst und übertragen. So kann die Geschäftsqualität erheblich aufgewertet werden“, so Hendriks.

Beitrag drucken
Anzeigen