Ein eigener Radfahrstreifen, zusätzlich geschützt durch Klebebordsteine. So wird Mönchengladbachs erste Protected Bike Lane aussehen (Foto/Visualisierung: © Stadt MG)

Mönchengladbach. Auf der Hohenzollernstraße erhalten Radfahrer eine eigene, sichere Fahrspur

Eine der wichtigsten Alltagsrouten für den Fahrradverkehr in Mönchengladbach wird sicherer. Auf der Hohenzollernstraße (B57) im Stadtteil Eicken wird die erste Protected Bike Lane der Stadt eingerichtet. Das hat der Ausschuss für Umwelt und Mobilität in seiner Sitzung am 19. Mai beschlossen, nach vorangegangener Beratung in der Bezirksvertretung Nord. Konkret soll auf dem vierspurigen Straßenabschnitt der B57 zwischen Neuhofstraße und Künkelstraße künftig nur noch eine Fahrspur pro Richtung für den motorisierten Verkehr genutzt werden. Die andere Spur bietet dann mit mehr als zwei Metern Breite ausreichend Platz für Radfahrer*innen. Ein doppelter Trennsteifen und regelmäßig angebrachte Klebebordsteine werden für eine räumliche Trennung der Spuren sorgen und den Radverkehr sicherer machen. Glaselemente ermöglichen durch Reflexionen, dass die Radspur auch im Dunkeln gesehen werden kann. So entsteht auf der Hohenzollernstraße ein Radfahrstreifen mit zusätzlichen Sicherheitselementen – eine sogenannte „Protected Bike Lane“.

Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, sagt dazu: „In unserer städtischen Gesamtstrategie haben wir uns eine zukunftsfähige und klimafreundliche Mobilität auf die Fahnen geschrieben. Den Radverkehr zu stärken ist ein ganz entscheidender Hebel, um dieses Ziel zu erreichen. Mönchengladbachs erste Protected Bike Lane beweist, dass wir es damit ernst meinen. Ich bin sehr froh über einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Mobilitätswende.“ Die Protected Bike Lane soll nicht nur eine weitere Direktverbindung im geplanten Netz aus innerstädtischen Radschnellverbindungen sein, sie schafft auch eine Anbindung an den geplanten Radschnellweg zwischen Krefeld, Willich und Mönchengladbach. „Mit der Protected Bike Lane verhindern wir zahlreiche Gefahrensituationen für Radfahrerinnen und Radfahrer. Gleichzeitig setzen wir ein weiteres Puzzlestück für das Radschnellverbindungsnetz und damit für die Umsetzung unseres städtischen Mobilitätskonzeptes. Neben dem Freizeitverkehr spielt der Alltagsverkehr, wie er auf der Hohenzollernstraße stattfindet, dabei eine wichtige Rolle“, betont Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. „Ich bin mir sicher, dass auch die erste Protected Bike Lane ein ebenso großer Erfolg wird, wie unsere erste Fahrradstraße, die ‚Blaue Route‘“.

Früher wurde der Radverkehr im betroffenen Abschnitt im Seitenbereich der Hohenzollernstraße geführt –vom Gehweg durch einen Grünstreifen getrennt. Allerdings ist der Radweg durch Baumwurzeln massiv geschädigt und bietet nicht ausreichend Platz für die heute vorgeschriebene Breite von mehr als zwei Metern. Die Stadt hatte die Benutzungspflicht für den Radweg deswegen bereits 2017 aufgehoben. Seitdem können Radfahrer*innen gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr die rechte Fahrspur benutzen. Die damit einhergehenden Gefahren werden mit der Protected Bike Lane nun gebannt. Nur noch in einem kleinen Teilstück, von der Saumstraße bis zur Bergstraße, wird der Radverkehr gemeinsam im Seitenbereich stattfinden. Für die langfristige Radverkehrsführung in diesem Abschnitt wird eine eigene Planung erstellt, die anschließend in einem zweiten Bauabschnitt umgesetzt wird.

Da die Protected Bike Lane nicht baulich im Seitenbereich umgesetzt wird, sondern durch Umwidmung einer Fahrspur, sorgt sie mit geringem finanziellen Aufwand für höchste Sicherheitsstandards im Radverkehr. Rund 350.000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt, die aus Mitteln des Programms Radwegenetz finanziert werden. Möglich wurde die sparsame Lösung, da im betroffenen Straßenabschnitt angesichts des dortigen Verkehrsaufkommens keine zwei Fahrspuren pro Richtung für den motorisierten Verkehr benötigt werden. Sowohl im Süden aus Richtung Bismarckstraße als auch in Richtung Nordring ist die B57 bereits jetzt einspurig.

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