Ratsherr Andreas Hartnigk (Foto: Laurence Chaperon)

Düsseldorf. Die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen absehbar Lösungen für wegfallende Parkplätze besonders in Stadtvierteln mit hohem Parkdruck schaffen. Dafür machen sie in einem gemeinsamen Antrag für den Verkehrsausschuss am 1. Juni konkrete Vorschläge, aus denen die Stadt zügig ein Konzept entwickeln soll. Wichtigstes Mittel, um die Menschen in den Vierteln spürbar zu entlasten und auch den Straßenraum anders aufzuteilen, sind dabei zusätzliche Quartiersstellplätze und neue Quartiersgaragen.

Mehr Stellplätze sollen unter anderem dadurch entstehen, dass Parkflächen von Stadtverwaltung und Stadttöchtern abends, nachts und an den Wochenenden für Anwohnende geöffnet werden. Zudem sollen in den „Pilotquartieren“ Bilk und Flingern-Nord Gespräche mit dem Ziel geführt werden, dass etwa Supermärkte nach Ladenschluss ihre Stellflächen für das Anwohnerparken freigeben. Beginnend in beiden Stadtteilen sollen bis Herbst auch mögliche Standorte für den Bau von Quartiersgaragen identifiziert werden. Die Planungsmittel für die danach zeitnah zu treffenden Bedarfs- und Ausführungsbeschlüsse sollen aus der Stellplatzablösung kommen. Aktualisiert und ergänzt werden soll außerdem die zentrale Übersicht zu Anwohner-Quartiersgaragen auf der städtischen Homepage, verknüpft auch mit dem stadteigenen Geoportal „Düsseldorf Maps“. Erklärtes verkehrspolitisches Ziel von Schwarz-Grün: „Wir gestalten die erforderliche Mobilitätswende in Düsseldorf mit den Bürgerinnen und Bürgern, nicht gegen sie.“

Ratsherr Andreas Hartnigk (CDU), Vizevorsitzender im Ordnungs- und Verkehrsausschuss, erläutert den Antrag: „Die Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind, brauchen eine Alternative, wenn Parkplätze im Straßenraum vor ihrer Haustür wegfallen. Wir wollen insgesamt den Parkdruck aus belasteten Stadtteilen nehmen – und damit auch den allabendlichen Parksuchverkehr verringern. Denn der ist für Anwohnerinnen und Anwohner ein Stressfaktor, ganz zu schweigen von Lärm und Abgasen.

Zur Entlastung setzen wir auf zusätzliche Quartiersstellflächen, die Stadt, städtische Tochterfirmen, Bundes- und Landeseinrichtungen und auch Private, wie Supermärkte und Büros, in den Abend- und Nachtstunden und am Wochenende bereitstellen könnten. Als Pilotquartiere dafür schlagen wir zunächst Bilk und Flingern-Nord vor. Ergebnisse aus Gesprächen der Verwaltung mit etwaigen Anbietern vor Ort erwarten wir bis Ende Oktober.

Eine weitere Lösung sind für uns Quartiersgaragen. Deren Bau wollen wir ebenfalls stadtweit beschleunigen und damit wiederum in Bilk und Flingern-Nord zeitnah starten, mit Geld aus der millionenschweren Stellplatzablösung. Dabei sollen möglichst auch private Investorinnen und Investoren eine Förderung aus der Ablöse erhalten – etwa im Rahmen von eigenen Bauprojekten oder durch schon in Planung befindliche Anlagen, woraus dann entweder Quartiersgaragen oder Quartiersstellflächen werden können. Die Prüfung einer solchen Förderpraxis geben wir jetzt in Auftrag. Uns ist wichtig, dass wir mit allen Maßnahmen in schnellen Schritten vorankommen.“

Mirja Cordes, GRÜNE Ratsfrau und verkehrspolitische Sprecherin, sagt: „Wir sind uns einig, dass wir den öffentlichen Raum neu aufteilen müssen. Für ein zukunftsfähiges und lebenswerteres Düsseldorf schaffen wir mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger, für sichere und breite Radwege, für Gastronomie und Nachbarschaft. Auch die Ziele der Barrierefreiheit und das sichere Durchkommen der Feuerwehr erfordern weitere Flächen, auf denen heute – legal oder illegal – geparkt wird. Gleichzeitig stärken wir insbesondere mit dem Ausbau der Radrouten auch die Alternativen.

Mit dem vorliegenden Antrag prüfen wir parallel, wo zukünftig Parkmöglichkeiten für Anwohnerinnen und Anwohner ermöglicht werden können.“

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