Der stv. Kreisbrandmeister Günter Paulzen (ganz links) zeigte sich stolz nach der Leistung seiner Ausbilder (Foto: Oliver Thelen)

Kreis Heinsberg. Nach zwei Jahren Pause konnte nun der Speziallehrgang für technische Hilfeleistung für Feuerwehrangehörige des Kreises durchgeführt werden. Aufgrund der hohen Gefahrenpotentiale legte der Kreis Heinsberg als Ausrichter, wie auch schon in den Lehrgängen zuvor, höhere Anforderungen als die geforderten 35 Stunden vom Land Nordrhein-Westfalen an diesen Lehrgang an.

Moderne Fahrzeugtechniken sorgen immer wieder für einen verbesserten Schutz der Fahrzeuginsassen. Hierdurch konnte die Anzahl der Verkehrstoten und lebensgefährlich Verletzten in den letzten Jahrzehnten erheblich und kontinuierlich gesenkt werden. Starben laut statistischem Bundesamt im Jahr 1991 bundesweit noch 11.300 Menschen bei Verkehrsunfällen, waren im Jahr 2021 nur 2.569 Todesfälle zu beklagen, obwohl die Anzahl an Fahrzeugen und somit auch der Verkehr stetig steigt. Auch die Anzahl der nach Verkehrsunfällen eingeklemmten Personen sinkt aufgrund der modernen Sicherheitstechnologien weiter. Die modernen Sicherheitstechnologien bieten immer mehr Sicherheit, erschweren aber teilweise die notwendigen Arbeiten der Rettungskräfte, um die Insassen aus einem Fahrzeug zu befreien. Schonende, präzise einsetzbare, funkenfreie und lärmarme Rettungstechniken sind wichtige Grundlagen um eine “Patientengerechte Rettung” durchzuführen. Die Teilnehmer und Ausbilder haben in ihrer Freizeit mit viel Engagement und Teamgeist in über 50 Stunden theoretischer und praktischer Ausbildung an jeweils zwei Tagen pro Woche, sowie an den Samstagen auf dem Gelände des Bauhofs der Gemeinde Gangelt die Grundlagen der Unfallrettung vermittelt und erlernt. Während des Lehrgangs wurden den Teilnehmern die besonderen Anforderungen an die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst dargestellt, wie auch die notwendigen speziellen Kenntnisse von Geräten und Einsatztaktiken vermittelt. Wichtige Bestandteile hierbei sind die rechtlichen und physikalischen Grundlagen, das Bewegen und Heben von Lasten, sowie das Sichern bei Hoch- und Tiefbauunfällen.

Unter der Beobachtung des stellvertretenden Kreisbrandmeister Günter Paulzen konnten die Kameraden in der Abschlussübung das Erlernte unter Beweis stellen. Beim Abladen eines Containers übersah ein Pkw das Hindernis zu spät und raste unter den Container. Dabei wurde der Pkw-Fahrer schwer in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Um die eingeklemmte Person sowie die Rettungskräfte nicht noch weiter zu gefährden, mussten die Lehrgangsteilnehmer zunächst den losen Container und das Fahrzeug stabilisieren. Anschließend wurde der eingeklemmte Fahrer mit hydraulischem Rettungsgerät aus einer Zwangslage befreit und dem Rettungsdienst übergeben. Hierbei bewiesen die Teilnehmer gutes Teamwork, denn die Lage war selbst für geübte Einsatzkräfte knifflig. Gemeinsam fand die Truppe jedoch einen guten Weg, so dass der stellvertretende Kreisbrandmeister allen Teilnehmenden ihre Urkunden überreichen konnte.

Folgende Einsatzkräfte der Feuerwehr haben den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen: Feuerwehr Erkelenz: Justin Luszczynski, Dennis Vetter – Feuerwehr Gangelt: Lucas Jansen, Simon Beumers – Feuerwehr Geilenkirchen: Andre Kleinen, Swenja Rubner – Feuerwehr Heinsberg: Martin Benders, Steven Sawkins – Feuerwehr Hückelhoven: Lars Neumeyer, Dominik Esser – Feuerwehr Selfkant: Kai Meulenberg, Bart Schielke – Feuerwehr Übach-Palenberg: Dennis Corbusier – Feuerwehr Waldfeucht: Andreas Wennmacher, Henning Busch, Moesha Hamacher – Feuerwehr Wassenberg: Jane Willigeroth-Busch – Feuerwehr Wegberg: Hendrik Botz, Johannes Boss  (ots)

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