Der Fachbereichsleiter Schule und Sport und die Beigeordnete Christiane Schüßler haben die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans vorgestellt (Foto: © Stadt MG)

Mönchengladbach. Mehr Fläche und das direkte Einbinden multifunktionaler Nutzung – das sind zwei wichtige Elemente der neuen Leitlinie für den Schulbau, die der Fachbereich Schule und Sport in Abstimmung mit der gesamten Verwaltung erarbeitet hat. Dabei werden Leitlinien ersetzt, die aus dem Jahr 1995 stammen, erklärt die Beigeordnete Christiane Schüßler im Rahmen der Vorstellung des Schulentwicklungsplanes Primarstufe 2022 bis 2027: „Hier wurde wirklich Zeit, dass wir mit unserem Strategiepapier „Qualitätsprozesse im Schulbau“ uns neue Leitlinien setzten. Um lernen zu können, braucht es Platz. Wenn man eng aufeinander hockt, ist das einfach schwierig. Außerdem orientieren wir uns bei dieser Leitlinie daran, dass es wirklich um einen ganztätigen Aufenthalt in Schule geht. Die Räume sollen also auch für entsprechende Angebote am Nachmittag nutzbar sein.“

Damit deutet sich bereits an, was von Seiten der Fachverwaltung auch in der Fortschreibung des „Rahmenplanes Offener Ganztag und schulische Betreuung im Primarbereich“ Thema sein wird: „Ziel ist es, dass wir wirklich „Offene Ganztagsschulen“ bekommen, in denen Unterricht und die Angebote am Nachmittag viel enger miteinander verzahnt werden und es keine nebeneinanderher laufenden Systeme gibt.“ Dabei wartet der Fachbereich auch noch auf nähere Informationen dazu, wie der Rechtanspruch „Offene Ganztagschule“ genau ausformuliert wird, sagt der Leiter Harald Weuthen: „Bisher wissen wir, dass der Rechtsanspruch 2026 kommt und dass wir sicherlich schneller ausbauen müssen als bisher. Wir gehen davon aus, dass wir anstatt, wie bisher beschlossen, zehn Gruppen mindestens 30 pro Jahr angehen müssen.“

Der Raumbedarf an Schulen wird dabei auch auf Grund steigender Schüler*innenzahlen größer werden. Wie der Schulentwicklungsplan zeigt, haben neben der Geburtenquote verschiedene Faktoren darauf einen Einfluss, sagt Schüßler: „In diesen Plan haben wir zum Beispiel auch angeschaut, welchen Einfluss die Neubaugebiete haben werden. Ein wichtiger Faktor ist aber auch, dass immer mehr Kinder länger die Grundschule besuchen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden uns da noch länger begleiten, aber diese Entwicklung hat es auch schon vorher gegeben und wird uns auch darüber hinaus beschäftigen.“

Schwer zu prognostizieren ist dabei auch, wie sich der Anteil zugewanderter schulpflichtiger Kinder entwickeln wird, sagt Weuthen: „In den letzten Jahren nach 2015 ist die Zahl gesunken, doch wie schnell sich das ändern kann, hat sich in diesem Jahr durch den Krieg in der Ukraine gezeigt. Und so sehr alle Grundschulen sich engagieren, an immer mehr Stellen stoßen wir hier an Kapazitätsgrenzen.“ Auch wenn dabei nicht alles vorhergesehen werden kann, möchte der Fachbereich den unterschiedlichsten Einflüssen auch damit begegnen, dass Prognosen alle zwei Jahre überarbeitet werden sollen, um damit auch die Priorisierung von Maßnahmen zu stützen.

Schon bei den mit dem Schulentwicklungsplan vorgeschlagenen Maßnahmen sind diese Faktoren mit eingeflossen. „Alle Maßnahmen sollen sich dann auch bereits an unserer Qualitätsoffensive Schulraum orientieren. In ersten Planungen sind die Leitlinien schon berücksichtigt worden“, erläutert Schüßler. Was davon umgesetzt wird, bedarf aber letztlich noch der politischen Zustimmung. Der nun vorgestellte Entwicklungsplan, der sich auch auf viele sozialräumliche Kriterien stützt, wird nun politisch beraten. Er soll in der Ratssitzung Ende des Jahres verabschiedet werden.

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