Josef Wörmann (Foto: Volker Wiciok)

Duisburg. Im Jahr 2015 übernahm die Münchener Klinikgruppe Sana das ehemalige städtische Klinikum in Duisburg-Wedau samt Psychiatriestandort am Bertha-Krankenhaus in Rheinhausen zu 99% in seine Trägerschaft. Durch den einprozentigen Verbleib der Eigentümeranteile bei der Stadt Duisburg sicherte sich die Stadt weiterhin ein „kleines Wörtchen“ mitzureden, zumal sich Sana seinerzeit unter anderem verpflichtete, mit dem Kauf des maroden Klinikums in den folgenden fünf Jahren 105 Millionen Euro für die Zukunftssicherung des Standortes in Duisburg zu investieren und zugleich auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tarifkonform zu übernehmen.

Politisch wurde der Beschluss damals auch von der Duisburger CDU-Ratsfraktion begrüßt. Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit lassen jedoch Kritik aufkommen, wie der Duisburger Ratsherr Josef Wörmann, als Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit berichtet: „Strittig ist, ob der Sana-Konzern, wie damals vereinbart, die Summe tatsächlich bis 2020 zukunftssichernd investiert hat. Seit rund zwei Jahren bitten wir die Geschäftsführung der Sana Kliniken zum ausführlichen Sachstandsbericht in den Ausschuss, aber bereits zweimal wurde uns aus terminlichen Gründen abgesagt. In der Duisburger SPD keimen derweil Diskussionen auf, den Rückkauf der Kliniken durch die Stadt Duisburg zu fordern.“

Solchen Forderungen möchte sich die CDU-Fraktion nicht anschließen, will aber angesichts neuerlicher Planungen der Sana Kliniken nun den politischen Druck erhöhen.

In den vergangenen Tagen wurde öffentlich, dass die Kliniken für Psychosomatik und Psychotherapie, die am Standort Wedau untergebracht sind, an den Psychiatriestandort Rheinhausen verlagert werden sollen, was nach Ansicht der Mitarbeitenden und des Betriebsrats erkennbar zu Lasten der Patientenversorgung in diesem Bereich gehen dürfte. Nach einer möglichen vorübergehenden Schließung der Bereiche wird ein verkleinertes Therapieangebot befürchtet, was auch die CDU-Fraktion Duisburg besorgt und Kritik hervorruft.

„Es kann nicht sein, dass offenbar hausinterne Probleme der Organisation und Konzeption zu Lasten der Patientenversorgung gelöst werden sollen. Eine vorübergehende Schließung im laufenden Therapiebetrieb in Verbindung mit Umstrukturierungen, die Patientenorientierung als auch Personalverantwortung aus dem Auge verlieren, kritisieren wir aufs Schärfste“, empört sich der gesundheits- und sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Josef Wörmann und ergänzt: „Auch das kolportierte Argument der Wirtschaftlichkeit erscheint in diesem Zusammenhang nicht nur aus medizinethischer Sicht völlig unverständlich. Wie kann ein Bereich wie die Psychosomatik mit langen Patienten-Wartelisten für ein Krankenhaus nicht wirtschaftlich erfolgreich sein, zumal die Sana Kliniken seit Jahren etabliert die psychosomatische Patientenversorgung in der Stadt übernehmen?“

Josef Wörmann fordert die Sana Kliniken auf, ihre Planungen im Sinne der Patienten und Mitarbeitenden zu überdenken und bittet darüber hinaus die Stadt in ihrer Rolle als Gesellschafter, sich dieser Forderung anzuschließen und den Gesprächsfaden mit den Sana Kliniken aufzunehmen.

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