Links: Schutzmatten und rechts: Waschbär mit 3 Jungtieren frühmorgens am Kellermanns Loch (Fotos: Umweltamt)

Mülheim an der Ruhr. Auch in Mülheim: Durch die Einrichtung von Wildtierkameras konnten in 2019 mindestens vier erwachsene Waschbären und drei Jungtiere in dem Bereich Tongrube Rotkamp sowie am Ruhrstrand bis Kellermanns Loch nachgewiesen werden. Inzwischen konnten durch ein Monitoring weitere Waschbären festgestellt werden. Es sind deutliche Ausbreitungstendenzen zu erkennen, so das Mülheimer Umweltamt. Eingehende Meldungen aus der Bevölkerung zeigten, dass die Waschbären sich in Broich und Saarn eingerichtet haben. Einzelne Beobachtungen liegen zudem aus Mintard und dem Bereich Witthausbusch/Altstadt vor, so das Amt.

Größere Konflikte entstehen zumeist dadurch, dass auf der Speisekarte des Waschbären auch stark gefährdete Amphibienarten sowie Eier und Jungvögel von bedrohten Vogelarten stehen. Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet hatte in Mülheim an der Ruhr im April 2019 festgestellt, dass die Brutaktivitäten der Mülheimer Graureiher-Kolonie an der Tongrube Rotkamp vollständig zum Erliegen gekommen sind. Da bekannt ist, dass Waschbären starke Verluste bei koloniebrütenden Vogelarten verursachen können, wurden im Rahmen von Untersuchungen dazu einige Waschbären in der Saarn-Mendener Ruhraue nachgewiesen. An Gebäuden können die Waschbären u.a. Dämmmaterialien zerstören und starke Verschmutzungen verursachen. Weiterhin sind sie auch Träger von Krankheiten, z.B. von Staupe, die auch für Haustiere gefährlich werden können.

Weiteres Vorgehen in Mülheim

Da eine Beteiligung der Waschbären am Zusammenbruch der Graureiher-Brutkolonie nicht von der Hand zu weisen ist, wurden umgehend Maßnahmen zum Schutz der Kolonie umgesetzt. Um die brütenden Graureiher zu schützen, wurden Schutzmanschetten an den Bäumen angebracht. So sollte das Plündern der Nester durch Waschbären verhindert werden können. Die Kolonie an der Tongrube wurde bislang von den Graureihern leider nicht wiederbesiedelt. Dafür haben Graureiher etwas weiter nördlich davon eine neue Kolonie gegründet. Auch hier wurden sofort Schutzmanschetten an den Brutbäumen angebracht. Es wurde ein Monitoring eingerichtet, um Veränderungen und weitere Maßnahmen schnellstmöglich umsetzen zu können.

Eine gezielte Bejagung im bislang festgestellten Verbreitungsgebiet der Waschbären ist aktuell nicht umsetzbar, gehört aber zu den empfohlenen Managementmaßnahmen.

Darüber hinaus sind Waschbären, die sich in Privathaltung befinden, unter Verschluss zu halten und dürfen sich nicht fortpflanzen.

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