Kräfte des Katastrophenschutzes und der örtlichen Gefahrenabwehr probten den Ernstfall auf dem Kirmesplatz in Neuss-Grefrath (Foto: Rhein-Kreis Neuss)

Rhein-Kreis Neuss/Neuss. Innerhalb von zwei Stunden einen Behandlungsplatz aufbauen – dies war jetzt das Szenario einer Übung des Rhein-Kreises Neuss mit Kräften des Katastrophenschutzes und der örtlichen Gefahrenabwehr. Mehr als 100 Einsatzkräfte von Hilfs- und Rettungsorganisationen und der Feuerwehr trainierten einen Tag lang den Ernstfall auf dem Kirmesplatz in Neuss-Grefrath, wo sie einen Behandlungsplatz für bis zu 50 Patienten einrichteten.

Zuvor hatten sich die Kräfte der Hilfsorganisationen, der Feuerwehr Dormagen, des Technischen Hilfswerks und der Notfallseelsorge auf dem Kirmesplatz in Neuss gesammelt. Von dort aus fuhren sie im Konvoi mit 40 Blaulicht-Fahrzeugen zum Übungsort nach Neuss-Grefrath. Ein positives Fazit zog Marc Zellerhoff, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Rhein-Kreises Neuss, der die Übung organisiert hatte, am Ende des Tages: „Alle Kräfte haben sehr gut zusammengearbeitet und den Behandlungsplatz schneller als geplant aufgebaut. Das neue Konzept wurde vorbildlich umgesetzt, und das trotz der hohen Temperaturen!“ Zellerhoff hob die gute Versorgung mit Essen und Trinken an einem der heißesten Tage des Jahres durch die Johanniter Unfallhilfe hervor.

Im Gespräch mit Kräften der Feuerwehr, von THW, Maltesern, Johannitern und Rotem Kreuz, die alle freiwillig dabei sind, ermittelte Zellerhoff, wo die Abläufe noch verbessert werden können. „Wir haben wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall gewonnen“, betont der Mediziner. „Dabei geht es um die Optimierung der materiellen und personellen Ausstattung ebenso wie um die Versorgung mit Strom und Wasser und die Kommunikation.“

Zellerhoff berichtet, dass das Konzept zum Beispiel im Vorfeld einer Fußball-EM zum Einsatz komme, aber auch spontan bei unvorhersehbaren Unglücksfällen, bei denen die Retter vor Ort Unterstützung durch die Katastrophenschutzeinheiten benötigen. „Wichtig ist, dass alles klappt, wenn der Fall der Fälle eintritt“, sagt Zellerhoff, der bei der Leitung der Übung von Verbandführer Marcus Otte vom Malteser Hilfsdienst unterstützt wurde.

Alle Beteiligten waren froh, dass nach einer langen pandemiebedingten Pause wieder eine große Übung bei uns im Kreis stattfinden konnte. Marcus Mertens, Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung des Rhein-Kreises Neuss, hält das Proben für den Ernstfall auch für wichtig, um eine gute Zusammenarbeit zwischen den zahlreichen unterschiedlichen Einheiten und Organisationen zu gewährleisten. „Der erfolgreiche Verlauf hat uns allen gezeigt, dass die enorme Leistungs- und Einsatzbereitschaft der Hilfs- und Rettungsorganisationen im Rhein-Kreis Neuss vorbildlich ist“, so Mertens.

Der Behandlungsplatz ist das größte überörtliche Konzept von Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Rhein-Kreis Neuss. Dabei arbeitet der Kreis eng mit den Kommunen und den Hilfs- und Rettungsorganisationen zusammen, um für mögliche Großschadensereignisse gerüstet zu sein.

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