v.l. Dr. Thomas Grünewald, Dr. Sandra Scheermesser (Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW), Stefan Keulen (Derichs und Konertz), Wolfgang Mülders (kommissarischer Kanzler der Hochschule), Professor Achim Eickmeier (Fachbereich Chemie der Hochschule) (Foto: Thomas Lammertz)

Krefeld. Der Campus Krefeld West erhält eine neue Attraktion. Bis voraussichtlich Dezember 2023 entsteht an der Adlerstraße ein neues Technikum. Heute erfolgte der symbolische Spatenstich für das rund 56 Meter lange und 21,50 Meter breite sowie zweieinhalbgeschossige Gebäude. Es wird in Zukunft hochmoderne Laboratorien, einige Büros sowie im Foyer eine Lernlandschaft für Studierende beherbergen.

„Das neue Technikum wird ein wichtiger Baustein in der Zukunft des Fachbereichs Chemie der Hochschule Niederrhein. Mit dem Neubau können wir sicherstellen, dass auch morgen noch die dringend benötigten Fachkräfte für die Region ausgebildet werden können. Ich bedanke mich bei den beteiligten Partnerinnen und Partnern, insbesondere beim Land Nordrhein-Westfalen, für die gute Zusammenarbeit bei der Realisierung“, sagte Dr. Thomas Grünewald, Präsident der Hochschule Niederrhein.

Isabel Pfeiffer-Poensgen, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, sagt: „Mit dem neuen Technikum entsteht ein modernes und repräsentatives Gebäude, das auf die Bedarfe von Studierenden, Lehrenden und Forschenden passgenau zugeschnitten ist und auch den strategischen Zielen “Forschung und Wissenstransfer” der Hochschule Niederrhein Rechnung trägt. Das neue Gebäude, dessen Bau wir als Land mit rund sieben Millionen Euro unterstützen, wird auch als Schaufenster zur Öffentlichkeit, Wissenschaft und Wirtschaft dienen. Ich wünsche der Hochschule Niederrhein sowie allen Beteiligten ein gutes Gelingen.“

Das altehrwürdige Gebäude der Chemie am Campus Krefeld West ist in die Jahre gekommen und entspricht nur noch teilweise den aktuellen Ansprüchen an eine moderne und zukunftsweisende Chemie-Ausbildung. Aufgrund des seit 2011 geltenden Denkmalschutzes am Gebäude aus dem Jahr 1895 waren Modernisierungen nur bedingt möglich.

Um den Fachbereich Chemie zukunftsfest zu machen, hatte das Präsidium der Hochschule Niederrhein im Jahr 2017 entschieden, ein neues Technikum zu errichten. Seitdem ist etwas Zeit ins Land gezogen. Die Suche nach einem Generalplaner, finanzielle Planungssicherheit sowie das Warten auf die notwendige Baugenehmigung nahmen Zeit in Anspruch.

Das Gebäude wird von außen mit einer Mischung aus Backstein und Glaselementen ein echter Hingucker werden. Die roten Klinker sind dabei eine Anlehnung an umliegende Denkmäler wie z.B. das Hauptgebäude der Chemie. Die Technikzentrale im Obergeschoss erhält eine vorgehängte Metallfassade mit horizontal ausgerichteten Paneelen. Die Generalplaner Carpus+Partner zeichnen für den Entwurf verantwortlich, der den aktuellen Nachhaltigkeits- und Niedrigenergiestandards entspricht. Damit wird auch dem im aktuellen Hochschulentwicklungsplan hinterlegten Ziel einer klimaneutralen Hochschule Rechnung getragen.

Das Auftragsvolumen für das neue Gebäude am Campus Krefeld West liegt bei rund 25 Millionen Euro. „Trotz der schwierigen Marktsituation ist es uns gelungen, den Auftrag im Rahmen des kalkulierten Budgets an einen Generalunternehmer zu vergeben. Das ist in der heutigen Zeit leider keine Selbstverständlichkeit“, berichtet Hochschul-Architekt Philipp Webels, der den Bau des Technikums vorantreibt und betreut.

Auftragnehmer ist das Aachener Unternehmen Derichs und Konertz, das eine eigene Niederlassung in Krefeld betreibt. Schwierigkeiten könnten durch die durch die geopolitische Lage verursachten Lieferengpässe von Baustoffen wie Holz und Metall entstehen. Zudem sorgen die hohen Energiepreise dafür, dass einige Baustoffe derzeit gar nicht produziert werden, weil dies nicht rentabel ist.

Städtebaulich wird das neue Gebäude dazu beitragen, die beiden Teilstandorte der Chemie und des Designs mit einander zu verbinden und die Aufenthaltsqualität auf dem Campus zu verbessern. Besonderer Wert wird dabei auch auf die Gestaltung eines fließenden Übergangs von außen nach innen gelegt. Als Verbindungsstück zwischen der Adlerstraße und dem Frankenring ist ein Fußgängerboulevard entlang des Neubaus geplant. In unmittelbarer Nähe zum Eingang sollen Fahrradstellplätze angeordnet werden.

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