Oberbürgermeister Frank Meyer und die Teilnehmenden der Ferienstadt Crefeldia hatten viel Spaß bei der Aktion im Freizeitzentrum Süd (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof)

Krefeld. Oberbürgermeister besucht Ferienstadt im Freizeitzentrum Süd

Ein beinahe ohrenbetäubendes einstimmiges „Jaaa!” erhält Frank Meyer als Antwort auf seine Frage, ob es den Kindern und Jugendlichen in „Crefeldia” gut gefalle. Rund 45 Mädchen und Jungen und das Betreuer-Team blicken in der Turnhalle des Freizeitzentrums (FZ) Süd erwartungsvoll auf den Oberbürgermeister, denn er wird nun bekannt geben, wer die Bürgermeister-Wahl in der Ferienstadt Crefeldia für sich entschieden hat. Im Rahmen der Betreuungsmaßnahme Krefelder Ferien führen die städtischen Jugendeinrichtungen FZ Süd, Stahlnetz und Offene Tür (OT) Herbertzstraße in Kooperation mit der mobilen Einrichtung Mobifant auf dem Gelände des FZ Süd in den ersten beiden Sommerferienwochen die Crefeldia-Ferienstadt durch. Hier nehmen Krefelder Kinder von acht bis 14 Jahren für jeweils eine Woche die Rolle als Bürger ein und haben die Möglichkeit, ihre eigene Stadt zu gestalten. Crefeldia soll natürlich auch von einem Stadtoberhaupt geleitet werden. Um die Wahl für die Kinder möglichst transparent und realistisch zu gestalten, hat Oberbürgermeister Frank Meyer die Ferienstadt in der ersten Aktionswoche besucht, um an der Vollversammlung zur Bürgermeisterwahl teilzunehmen und anschließend das „Zepter” zu übergeben. Auch einen Stadtrundgang ließ er sich nicht nehmen.

Auch in Crefeldia wird ein Bürgermeister gewählt

Insgesamt zehn Jungen und Mädchen standen auf der Liste zur Bürgermeisterwahl in der ersten Woche. „Ich finde es super, dass sich so viele von Euch zur Wahl gestellt haben. Demokratie lebt davon, dass viele mitmachen”, sagt Frank Meyer. Dann stellt er fest, dass sich nach der hohen Wahlbeteiligung von 88 Prozent so manche Kommune die Finger lecken würde, und verkündet, dass Aisha die meisten Stimmen für sich gewonnen hat. Die neue Bürgermeisterin von Crefeldia wird mit tosendem Beifall der Anwesenden im Amt begrüßt und nimmt erfreut die Gratulation des Krefelder Oberbürgermeisters entgegen. Zu ihrer Stellvertreterin wurde Dyaa gewählt. Die beiden Mädchen hatten in ihren jeweiligen Wahlprogrammen unter anderem eine gerechtere Bezahlung, keine Abschaffung der Steuern und Donuts für alle an jedem zweiten Tag versprochen. „In der Ferienstadt werden in spielerischer Form gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Aspekte aufgenommen”, erklärt Anne Caniels, verantwortliche Organisation in der Abteilung Jugend. „Die Kinder sollen selbst gestalten, wie ihre Stadt auszusehen hat. Dabei erleben sie, was für eine funktionierende Stadt alles benötigt wird, wie sie selbst ihr Leben in der Stadt zufriedenstellend führen wollen und wie sich das Zusammenleben mit den ‚Mitbürgern’ gestaltet. Es geht um Rechte, um Demokratie, um Mitgestaltung, um die eigenen Stärken und das gemeinschaftliche Zusammenleben.”

Das ist die Stadt der Kinder

Einige der teilnehmenden Acht- bis 14-Jährigen führen den Oberbürgermeister bei seinem Besuch in Crefeldia durch „ihre” Stadt. „Vor den Toren” befindet sich ein großer Werkstattwagen der Spielaktion Mobifant und gleich nebenan ein Rettungsfahrzeug des DRK, in dem während der gesamten Ferienmaßnahme kleinere und auch größere (Handwerks-)Verletzungen versorgt werden können. In die Stadt selbst gelangt man nicht ohne Anmeldung beim „Bürgerservice” im Eingangsbereich. Hier erhalten die Kinder an jedem Morgen ihren Bürgerausweis und sind damit mit allen Bürgerrechten ausgestattet. In Crefeldia können sich alle Bürger einen Job suchen. Dieser wird in verschiedenen Werkstätten und Arbeitsorten vergeben. Die Betriebe zahlen den Lohn je Stunde abzüglich Steuern aus. Im Raum hinter dem Bürgerservice beschäftigen sich aktuell die „Stadtplaner” von Crefeldia an einer „Smart ideas”-Laptop-Station mit der Neugestaltung der Kölner Straße. In weiteren Werkstätten im Inneren und im Garten der Einrichtung stellen die Jungen und Mädchen zum Beispiel Schmuckstücke oder Samenbomben her, um damit unter anderem am Markttag Geld zu erwirtschaften, das als „CReuros” in bunten Scheinen im Einsatz ist.

Stadteigene Bank und Pressestelle

Oberbürgermeister Frank Meyer tätigt bei seinem Stadtrundgang eine Einzahlung in der stadteigenen Bank und zeigt sich beeindruckt beim Besuch der Pressestelle. Die täglich erscheinende Zeitung mit den neuesten Informationen zum Stadtgeschehen will er sich gerne im Anschluss an die Ferienmaßnahme ansehen. An diesem Tag erlebt man in der Ferienstadt sogar Bürger, die für demokratische Rechte auf die Straße gehen: Eine kleine Schar von ihnen bewegt sich laut rufend mit Schildern „Die Presse dient der Wahrheit” durch das FZ Süd. „Der Eifer der Kinder und Jugendlichen ist ungebrochen”, freut sich Anne Caniels. Beim Verlassen der Ferienstadt kann Frank Meyer deshalb auch schon die erste Crefeldia-Stadtratssitzung unter dem Vorsitz der neuen Bürgermeisterin auf dem Außengelände beobachten.

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