Das Vortragekreuz ist fester Bestandteil der Wallfahrt. Bei der Lichterfahrt fuhr es an der Spitze der 1000 Maschinen zählenden Prozession mit (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Kevelaer. Zum 38. Mal pilgern Biker zur „Trösterin der Betrübten“ am Niederrhein

Es ist 21.07 Uhr, als vier deutsche und niederländische Polizeimotorräder mit Blaulicht auf den Basilikaparkplatz zufahren, gefolgt von einer nicht enden wollenden Prozession chromblitzender Bikes. Motoren knattern, Hupen tönen und vermischen sich mit dem Glockenläuten, das von der Basilika zum Parkplatz herüberschallt. Wallfahrtsrektor Gregor Kauling, Diakon Jan Klucken und Pastoralreferent Bastian Rütten besprengen die Motorradfahrerinnen und -fahrer bei ihrer Ankunft in Kevelaer mit Weihwasser – rund eine halbe Stunde dauert es, bis alle 1000 Maschinen am Ende der gemeinsamen Lichterfahrt im Herzen der Wallfahrtsstadt angekommen sind.

Die Segnung bei der Ankunft kommt gut an bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dabei war sie aus der Not geboren. Denn eigentlich ist es gute Tradition, dass die Motorräder am Gnadenbild vorbeifahren und dann dort gesegnet werden. Doch die Baustelle am Kapellenplatz macht das in diesem Jahr unmöglich, so dass alle Fahrer auf den Parkplatz hinter der Basilika umgeleitet werden. Von dort schallt nach einer kurzen Andacht am Gnadenbild – zu der es zu Fuß ging – auch der Mariengruß von 1000 Hupen gen Himmel. Lärm und Stille, die eintritt, als der Toten gedacht wird, Andacht und Feier bei Rockmusik im Forum Pax Christi, sie liegen bei der 38. Motorradfahrer-Wallfahrt dicht beieinander.

Wallfahrtsrektor Kauling ist glücklich, dass das neue Konzept für diese besondere Wallfahrt aufgegangen ist, nachdem es in den vergangenen beiden Jahren pandemiebedingt nur eine „Mowa light“ geben konnte. „Die Mitglieder des Vereins ,Motorradfahrer-Wallfahrt Kevelaer‘ und unser Team im Priesterhaus haben sehr gut und auf Augenhöhe zusammengearbeitet, um diesen Tag heute so zu ermöglichen, ich finde das Format klasse“, sagt Kauling. Er schätze, betont er, die Gespräche mit den Fahrern, die „oft nicht zum inneren Raum der Kirche“ gehörten, aber dennoch „eine Sehnsucht nach Segen“ hätten und das Bedürfnis, „mit dem Schutz Gottes zu fahren“.

Und das Lob kommt auch von der anderen Seite. Stefan Passens, Kassierer des mitorganisierenden Vereins, bedankt sich für die Gastfreundschaft und Offenheit der Wallfahrtsleitung. „Ich bin begeistert von der Zusammenarbeit“, betont er. Und freut sich, dass das neue Konzept angenommen wird. Schon nachmittags hatten erste Teilnehmer ihre Zelte in „Pastors Garten“ hinter dem Priesterhaus aufgebaut, auch die kulturellen Führungen seien gut angenommen worden. „Das ist etwas, worauf wir gut aufbauen können“, ist er sich sicher.

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