Rolf Tups (Foto: © Susanne Haberland)
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Düsseldorf. Die CDU-Ratsfraktion erinnert an das Starkregen- und Hochwasserereignis in Düsseldorf vor einem Jahr am 14. und 15. Juli 2021. Dabei gedenkt sie des 57-Jährigen, der in seiner Souterrain-Wohnung ertrank, und dankt erneut den zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die damals rund um die Uhr im Einsatz waren angesichts der schweren Überschwemmungen von Düssel, Itter und weiteren Fließgewässern. Noch heute seien die Folgen von Unwetter „Bernd“ für viele Bürgerinnen und Bürger spürbar, so die CDU. Schäden an Häusern, Wohnungen, Straßen und Wegen gab es vor allem in Gerresheim-Süd, in Vennhausen und im Bereich der Ostparksiedlung. Auch in anderen Teilen des Stadtgebiets, etwa in Hassels, Benrath und in Oberkassel, und am Unterbacher See lösten die steigenden Pegel und nach oben drückendes Grundwasser teilweise erhebliche Schäden aus. Für die Zukunft setze man auf weitere Verbesserungen des Hochwasserschutzes und der Warnsysteme, betont die Union.

Fraktionsvorsitzender Rolf Tups sagt: „Düsseldorf hat ein Jahrtausend-Hochwasser erlebt. In den dramatischen Stunden der Not standen die Menschen fest und solidarisch zusammen. Wir als CDU danken allen, die im Kampf gegen die Wassermassen und bei der Bewältigung der Folgen von Starkregen und Flut großartige Hilfe geleistet haben: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungs- und Hilfsorganisationen, Stadtspitze und Stadtverwaltung, Awista, Stadtwerken, Polizei, Ordnungs- und Servicedienst sowie den unzähligen Ehrenamtlichen. Unser herzlicher Dank gilt ebenfalls den Düsseldorferinnen und Düsseldorfern, die durch Nachbarschaftshilfe direkt nach den Ereignissen und teilweise noch bis heute die vom Hochwasser Betroffenen unterstützt haben und unterstützen. Ich erinnere zudem an die großzügigen Sach- und Geldspenden aus der Stadtgesellschaft. Auch die finanziellen Soforthilfen von Stadt und Land NRW kamen den Flutopfern zugute. Dabei hat unser Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller eigens für die Bereitstellung von einer Million Euro durch die Stadt Düsseldorf gesorgt. Die Mittel sind zu einem beträchtlichen Teil bereits verausgabt. Wir konnten dadurch die Belastungen für die Menschen etwas abmildern.“

Weitere Fortschritte beim Hochwasserschutz

Ratsherr Christian Rütz, Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen und Katastrophenschutz (AöE), erklärt: „Die CDU-Fraktion hat in den Wochen nach Flut und Starkregen vor allem darauf gedrängt, den Hochwasserschutz und die Warn-Infrastruktur in Düsseldorf zu verbessern. Konkret haben wir in einer gemeinsamen Sitzung der fachlich zuständigen Ausschüsse und betroffenen Bezirksvertretungen sowie in öffentlichen Bürgerveranstaltungen die Abläufe rund um den 14. und 15. Juli 2021 transparent aufgearbeitet und Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert.“

Ratsherr Rolf Buschhausen aus Gerresheim, Fraktionssprecher im AöE, berichtet: „Ein Ergebnis unserer Bemühungen ist, dass im vergangenen Monat in der Ostparksiedlung der Hochwasserschutz durch eine 500 Meter lange provisorische Schutzbarriere erhöht wurde.“

Ratsfrau Dagmar von Dahlen, Bezirksbürgermeisterin im Stadtbezirk 8, ergänzt: „Für Vennhausen konzentrieren sich die Bemühungen aktuell auf den zweiten Bauabschnitt der Renaturierung der südlichen Düssel. Dafür soll im kommenden Jahr der Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss eingeholt werden. Das Hochwasser nehmen wir dabei zum Anlass, die in der bisherigen Planung vorgesehene Auffang- und Überflutungsfläche noch einmal erheblich zu vergrößern.“

Ratsherr Andreas Hartnigk (Foto: Laurence Chaperon)

Ratsfrau Angelika Penack-Bielor, zuständig für Gerresheim-Süd, und Ratsherr Andreas Hartnigk, Vorsitzender des Bauausschusses, führen an: „Auch in Gerresheim-Süd sollen mehr Retentionsräume genutzt werden. So ist im anhängigen Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans für das Glasmacherviertel die Darstellung einer Fläche für die Landwirtschaft südlich der Bahngleise vergrößert worden, um dem Hochwasserschutz Rechnung zu tragen. Aktuell wird eine naturnahe Umgestaltung der Düssel unmittelbar angrenzend an das Düssel-Spaltwerk geplant. Und es sollen weitere Gespräche zwischen Stadt, Stadtentwässerungsbetrieb, Rheinisch-Bergischem Wasserverband und den Umlandkommunen geführt werden. Ziel ist, bereits im Zulauf der Flüsse nach Düsseldorf mehr Überflutungsbereiche zu gewinnen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ertüchtigung des Düsseldorfer Kanalnetzes. Im aktuellen Abwasserbeseitigungskonzept 2020 bis 2031 sind zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit geplant und werden von der Stadt finanziert. Im Bereich der Eigenvorsorge hat die CDU jüngst im Bauausschuss beantragt, Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer auf die Pflichten zur Wartung der Grundstücks-Entwässerungsanlage hinzuweisen und ihnen Beratungsangebote zugänglich zu machen, etwa für Rückstau-Sicherungen.“

Information der Bevölkerung

Ratsherr Christian Rütz sagt: „Aus Sicht der CDU-Fraktion sind im Gefahrenfall klare Warnungen in betroffenen Bereichen sinnvoll und notwendig, zum Beispiel durch Lautsprecher-Durchsagen der Feuerwehr. Wir begrüßen, dass die Verwaltung die standardisierten Meldungen, die im Bedarfsfall über mehrere Medien herausgegeben werden, angepasst und die Handlungsanweisungen für Betroffene vorsorglich konkretisiert hat. Nach der Sommerpause wird die Politik über das neue kommunale Warnkonzept diskutieren. Fest steht, die Warnsirenen in Düsseldorf sind intakt und werden durch Verwaltung und Feuerwehr regelmäßig getestet.“

Ratsherr Andreas Hartnigk fügt hinzu: „Ein weiterer Baustein für die Information der Bevölkerung ist die Digitalisierung der Pegel des Stadtentwässerungsbetriebs an Düssel, Brückerbach und Eselsbach. Die Umsetzung soll bis Ende dieses Jahres erfolgen. Die Pegelstände werden dann auch im Internet für jede Düsseldorferin und jeden Düsseldorfer abrufbar sein. Wir halten es für sinnvoll, die Stände dann auch in der App ‚Meine Pegel‘ verfügbar zu machen.“

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