(Foto: Zoo Duisburg)

Duisburg. Der Nachwuchs gilt als Sensation, denn innerhalb Europas wurde die Vogelart bisher nur in zwei Zoos erfolgreich aufgezogen.

In der Asienvoliere im Affenhaus des Zoo Duisburg gelingt eine ornithologische Sensation: Erstmals werden in einem deutschen Zoo junge Inselfruchttauben erfolgreich aufgezogen. Das in Duisburg gesammelte Wissen über die Aufzucht der Jungvögel wird der Fachwelt zur Verfügung gestellt. Ursprünglich lebt diese unscheinbare Vogelart auf verschiedenen Inseln Indonesiens.

Speziell angefertigte Nistschalen brachten nach anfänglichen Rückschlägen den Erfolg: Im Zoo Duisburg wachsen junge Inselfruchttauben auf. Aus der Ferne beobachtet das Tierpfleger-Team um Revierleiter Alexander Nolte erstmals bereits Anfang November 2021 das Brutgeschäft der selten gehaltenen Tierart. „Nah heran gegangen sind wir natürlich nicht, denn wir wollten auf keinen Fall stören. Daher haben wir nur aus der Ferne geschaut und die Daumen gedrückt“. Einige Wochen später flog ein Jungtier aus dem Nest aus. Es war das erste Mal, dass eine Inselfruchttaube in einem deutschen Zoo erfolgreich aufgezogen wurde. Kurze Zeit später begann das Elternpaar wieder mit dem Brutgeschäft – und es klappte erneut. Im Januar 2022 beobachteten die Tierpfleger ein weiteres Jungtier in der Voliere. „Und die Geschichte geht weiter“, freut sich Tierpfleger Nolte. „Denn im März dieses Jahres verließ zum dritten Mal eine kleine Inselfruchttaube das Nest. Und auch jetzt brütet das Weibchen wieder. Das ist ein großer Schritt – für uns als Zoo, sowie für den Schutz dieser Tierart“, so Alexander Nolte.

Den Grundstein für den Erfolg legte das Zoo-Team bereits im Jahr 2020. Damals reiste ein neues Weibchen an den Kaiserberg. Nach wenigen Monaten begann das Taubenpaar mit der Balz. Bis zur deutschlandweit ersten Zucht in einem Zoo sollte es aber ein langer Weg sein. Revierleiter Alexander Nolte erinnert sich: „Immer wieder schleppte das Männchen Zweige heran und versuchte ein Nest zu bauen“. Die Beobachtungen des Pfleger-Teams sorgten anfänglich für Euphorie.

Aber die Tiere hatten sich in der Asien-Voliere eine Brutstelle ausgesucht, welche nicht eben, sondern schräg war. „Das Nest fand daher keinen Halt“, so Nolte. Daraufhin installierte das Pfleger-Team über Monate hinweg zahlreiche Nisthilfen in den unterschiedlichsten Größen und Formen in der ganzen Voliere – ohne den gewünschten Effekt. „Immer wieder versuchten die Tiere an der schrägen und eigentlich ungeeigneten Stelle oberhalb der Pflegertür ihr Nest zu bauen“, erklärt Nolte. Speziell angepasste Nisthilfen brachten den Durchbruch, die Tauben entschieden sich für eines der angebotenen Nester, kleideten dieses mit Zweigen aus und starteten das Brutgeschäft.

Die in Duisburg gesammelten Daten zur Aufzucht der Inselfruchttauben erweitern das Wissen über diese nur selten gehaltene Tierart und werden der Fachwelt zur Verfügung gestellt. Dabei ist es das Ziel, anderen Einrichtungen Ansätze zur erfolgreichen Aufzucht zu liefern, um eine gesundere Reservepopulation unter geschützten Bedingungen aufzubauen. Dies unterstreicht die Bedeutung der wissenschaftlichen Arbeit von Zoologischen Gärten zum Erhalt von Tierarten. Ursprünglich lebt die unscheinbare Inselfruchttaube auf verschiedenen Inseln Indonesiens. Hier bewohnen die Tiere Wälder bis auf eine Höhe von 1.100 Metern. Auch Baumsavannen und Mangroven sind ihre Heimat. Wie der Name schon verrät, ernährt sich die Inselfruchttaube von verschiedenen Früchten. Europaweit wird die Inselfurchttaube aktuell in nur sechs zoologischen Einrichtungen gehalten – innerhalb Deutschlands sind es lediglich zwei Zoos.

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