Auch an der Domorgel in Xanten lernt Fabian Ververs, was es als Organist alles zu beachten gilt (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Xanten/Sonsbeck. 23-Jähriger studiert parallel Physik und katholische Religion auf Lehramt

Zugehört hat er schon als Kind immer gerne, wenn in der Kirche die Orgel spielte. Dass er selbst aber das Instrument einmal beherrschen würde, das hätte der heute 23-jährige Fabian Ververs aus Labbeck vor wenigen Jahren noch nicht gedacht. Doch dann lernte er einen Freund kennen, einen Organisten, der inzwischen das Fach Kirchenmusik studiert. „Ich habe mich ein paar Mal dazugesetzt, wenn er einen Gottesdienst an der Orgel begleitet hat – und nun bin ich selbst in der Ausbildung“, erzählt Ververs lächelnd.

Im Hauptberuf möchte er jedoch Lehrer werden, daher studiert er Physik und katholische Religion auf Lehramt. Der Bachelor-Abschluss sollte bald geschafft sein, doch trotz des Studiums hat Ververs vor rund einem Jahr die sogenannte C-Ausbildung begonnen, nach der er nebenberuflich als Kirchenmusiker arbeiten kann. Schon jetzt hilft er immer mal wieder aus, wenn in den umliegenden Pfarreien ein Organist in Vertretung gesucht wird. „Es ist schön, wenn man hört, wie die Gemeinde zum Orgelspiel singt. Die ersten Male war ich natürlich nervös, aber nach jedem Gottesdienst merke ich, wie viel Spaß es mir macht“, berichtet er. Neben dem praktischen Unterricht am Instrument stehen für ihn und die anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer zudem viele Theoriestunden an. „Wir lernen, wie eine Orgel überhaupt funktioniert, aber zum Beispiel auch, wie man einen Chor leitet. Das ist schon ein kleines Kirchenmusikstudium“, verdeutlicht der Student.

Die Ausbildung, die vom Bistum Münster angeboten wird, kann Ververs in Xanten absolvieren, geleitet wird der Kurs von den Regionalkantoren, die dann auch noch die Schülerinnen und Schüler einzeln betreuen. Bei Ververs ist zum Beispiel Domorganist Matthias Zangerle zuständig. „Das ist dann schon sehr individuell auf jeden zugeschnitten“, weiß Ververs. Zwei Jahre dauert die Ausbildung insgesamt, 90 Minuten Orgelunterricht stehen jede Woche auf dem Programm. „Zwischendurch übe ich am Klavier, wenngleich das nicht ganz optimal ist. Zum Glück habe ich aber auch einen Schlüssel für die Kirche in Labbeck, dort kann ich an der Orgel üben“, sagt der 23-Jährige. Für mehr Musik bleibt allerdings keine Zeit mehr. In der Xantener Realschule hatte er Klarinette gespielt, war auch in der Bläserklasse. Doch mit dem Wechsel zum Stiftsgymnasium bestand diese Möglichkeit nicht mehr. So entdeckte Ververs kurz nach dem Schulwechsel die Orgel als neue Leidenschaft. Er lacht: „Manchmal höre ich etwas und weiß direkt, dass ich das noch an der Orgel nachspielen will. Ohne Musik würde mir etwas fehlen.“

Die neuen Ausbildungskurse des Bistums in Münster und Xanten starten im November. Voraussetzungen für die C-Ausbildung sind Fertigkeiten im Klavierspiel sowie eine gute Stimme und ein gutes Gehör. Anmeldungen sind ab sofort im Referat Kirchenmusik im Bischöflichen Generalvikariat in Münster, per Mail an Referatsleiter Ulrich Grimpe unter grimpe@bistum-muenster.de, möglich.

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