Dino Volpe (1. Vorsitzender Ravens), Andreas Scholten (stell. Vorsitzender KFC), Damien Raths (1. Vorsitzender KFC), Christoph Wittfeld (Geschäftsführer Ravens), Christoph Lenz (Vorstand KFC), Aldo Volpe (Finanzvorstand Ravens) (Foto: privat)

Krefeld. Die Krefeld Ravens sind einer der aufstrebendsten Vereine der Region und sehen ihre Reise nach drei Aufstiegen in Serie keineswegs als beendet an. Nicht nur, dass der Durchmarsch in die dritte Liga spätestens mit dem Sieg beim großen Konkurrenten Wuppertal Greyhounds immer realistischer wird, auch neben dem Platz arbeiten die Verantwortlichen immer weiter an noch besseren Strukturen. „Wir haben in den vergangenen Spielen gesehen, dass die Zuschauerzahlen etwas stagnieren, wenn nicht leicht zurückgehen. Das Problem ist, dass wir keine Tribüne haben und die Besucher von den kurzen Seiten her das Spiel nur bedingt verfolgen können. Trotz guten Rahmenprogramms sind die Bedingungen am Sprödental einfach nicht mehr ausreichend für unsere Ambitionen und Ideen. Hinzu kommt auch, dass wir hinsichtlich des nächsten Aufstiegs optimistisch sind und in der 3. Bundesliga mit über 2000 Besuchern rechnen. Das würde auf der Anlage am Sprödental schwer umsetzbar“, analysiert Ravens-Vorstand Dino Volpe. Da überdies die Sportanlage am Sprödental ab dem kommenden Jahr saniert werden soll, sahen sich die Verantwortlichen nach neuen Möglichkeiten um. Und die wurden nun gefunden. „Zum letzten Heimspiel der laufenden Saison, dem vermutlich entscheidenden um den Aufstieg gegen die Wuppertal Greyhounds, werden wir in die Grotenburg umziehen und wollen dort dann auch dauerhaft spielen“, erklärt Volpe.

Die Idee sei dabei erst über die Zeit gereift. „Wir wurden vor einiger Zeit schon gefragt, ob wir nicht dort spielen wollen. Aber damals war das keine Option. Ein zu leeres Stadion ist keine gute Lösung“, erzählt Volpe. Die fehlende Entwicklung auf den Rängen am Sprödental habe dann zu einem Umdenken geführt. „Ich bin überzeugt, dass wir in der Grotenburg mit den Tribünen unseren Fans beste Möglichkeiten und Sicht bieten können und auch die Bedingungen für unsere Liveübertragungen werden deutlich verbessert was Moderatoren und Kamera angeht. Außerdem können wir gemeinsam mit dem KFC, in dessen Wohnzimmer wir jetzt Gast sind, vielleicht Dinge umsetzen, die kein Verein allein auf die Beine stellen könnte. Das sind Themen wie eine Videowand und dergleichen. Der Schritt in die Grotenburg kommt daher für unsere weitere Entwicklung genau zum richtigen Zeitpunkt“, führt der Ravens-Macher weiter aus.

Dabei ist den Footballern aber wichtig, dass sie dem KFC und seinen Fans nichts wegnehmen wollen –im Gegenteil! „Wir hatten mehrere sehr konstruktive Treffen mit KFC-Vorstand, den Grotenburg Supporters und allen weiteren Fan-Club-Vertretern. Es war uns wichtig, hier sehr offen auf alle Seiten zuzugehen. Ich habe beim Treffen mit den KFC-Supporters, die ja auch viel Arbeit in die Sanierung gesteckt haben, gesagt ‚Wir kommen in Euer Wohnzimmer als Gäste mit der Option auf eine Wohngemeinschaft. Aber es bleibt Euer Wohnzimmer‘. Das meine ich auch so!“, sagt Volpe.

Für ihn ergänzen sich beide Sportarten perfekt. „Wenn wir mit unserer Saison beginnen, ist die Fußball-Saison fast vorbei. Wenn sie beginnen, endet unsere Saison. Die Überschneidung ist vielleicht zwei Spiele pro Jahr. Dafür können sich die Vereine ergänzen und auch für die Stadt ist eine weitere Nutzung der Grotenburg gut“, ist er überzeugt.

Hier stimmt auch Sportamtsleiter Oliver Klostermann für die Stadt zu. „Aus unserer Sicht ist die Kooperation eine ideale Konstellation, die für alle Beteiligten einen sehr positiven Effekt hat. Es löst gleich mehrere Probleme: Die Grotenburg wird weiterer Nutzung zugeführt, die Vereine profitieren, die Ravens, einer der erfolgreichsten Vereine, die wir haben, bekommen noch bessere Zukunftsaussichten und nicht zuletzt ist es die ideale Lösung auch für die Zeit der Sanierung der Sportanlage am Sprödental. Aus Sicht der Stadt begrüßen und unterstützen wir die Initiative und sind sehr glücklich über die Entwicklung“, sagt er zufrieden.

Auch der Geist der generellen Zusammenarbeit wird von allen Beteiligten positiv bewertet. „Zusammen erreichen wir mehr, davon sind wir fest überzeugt“, sagt Volpe und erntet Zuspruch sowohl von Seiten des KFC als auch Klostermanns.

Für die Ravens soll der Schritt ins große Stadion mit nominell bis zu 34.500 Plätzen (die allerdings aufgrund Sanierungsbedarfs derzeit nicht zur Verfügung stehen), besten Parkmöglichkeiten und guter verkehrlicher Erreichbarkeit der nächste große Sprung in der Entwicklung werden. „Wir haben dort das Potential, auch bei weiteren Aufstiegen dem Zuschaueraufkommen gerecht zu werden“, sagt Volpe. Die Zukunft sieht weiter sehr gut aus für die Schwarz-Gelben. Diese werden allerdings weiter ihr Rabennest am Sprödental behalten. Trainingsbetrieb, sowie die Spiele der Jugendteams und Ladies sollen auch weiter dort stattfinden.

Wie gewohnt denken die Ravens groß –nicht nur, was das Stadion an sich angeht. „Wir sind überzeugt, dass die Kooperation ein Schritt ist, von dem auch aber längst nicht nur beide Vereine profitieren. Am Ende könnte es ein positiver Impuls für die gesamte Krefelder Sportlandschaft werden und einen einenden Charakter, auch als Vorbild für weitere, ähnliche Projekte, haben. Wir sind sehr glücklich über die Entwicklung und freuen uns auf die Zukunft in der neuen gemeinsamen Heimat“, sagt Volpe.

Beitrag drucken
Anzeigen