(Foto: Helios)

Duisburg. Schon früh weiß Nina Kuriata, dass sie nicht nur beruflich sondern auch sportlich viel erreichen möchte. Die angehende Pflegekraft am Helios Klinikum Duisburg wuppt neben ihrer Ausbildung deshalb auch noch Training und Spiel mit ihrem Bundesliga Team im Skaterhockey.

Das erste Mal steht Nina schon mit zweieinhalb Jahren auf Skates, allerdings auf solchen mit Kufen. Denn lange Zeit ist Eishockey ihre größte Leidenschaft, für die sie sich später vier Mal die Woche Zeit nimmt und sogar in der U-18-Auswahl spielt. Schon da schwenkt sie in den Sommermonaten auf die rollenden Skates um, denn im Winter wird Eishockey gespielt und in der Sommerpause, als Vorbereitung auf die Eiszeit, stehen Skaterhockey, Athletik und Joggen auf dem Plan. Während viele andere ihre Sommerpause genießen und sich entspannen, trainiert Nina Kuriata fleißig ihre Ausdauer. „Es war so schön, im Sommer nach dem Training aus der Halle zu kommen, in luftigen Klamotten und kurzer Hose. Ganz anders als im Winter, vollgepackt und mit schwerem Mantel“, sagt die heute 19-Jährige.

Schließlich entscheidet sie sich nach zahlreichen Erfolgen im Eishockey vor einigen Jahren ausschließlich für das Hobby auf Inlinern. Dabei spielt sie sowohl für die Herren- als auch für die Damenmannschaft Inline-Skaterhockey und das sehr erfolgreich. Ihr Team, die Bockumer Bulldogs, ist derzeit Tabellenführer der 1. Bundesliga und glänzt auch auf Turnieren: Europapokalsieg 2018 , Vizetitel 2021 und in diesem Jahr steht die Mannschaft im Finale des Pokalturniers und tritt im Mai sogar bei der Europameisterschaft an. Nina gefällt der Trubel: „Man ist ständig unterwegs, man sieht viel von der Welt, und zwar gemeinsam mit dem Team. Das eigene Team wird schnell zur Familie.“ Doch das Ganze erfordert auch sehr viel Disziplin und ein gutes Zeitmanagement. Die gebürtige Duisburgerin improvisiert, um alles unter einen Hut zu kriegen. Im Auto Vokabeln pauken und im Mannschaftsbus Hausaufgaben erledigen waren und sind keine Seltenheit. Auch Freunden regelmäßig abzusagen gehört bis heute für die Skaterhockey-Spielerin dazu. „In der Erinnerung bleiben mir aber die schönen Momente beim Hockey. An denen hänge ich so sehr und weiß damit auch immer, dass es sich lohnt.“ Was sie sich wünscht, ist mehr Offenheit gegenüber Frauen im Mannschaftssport, vor allem in ihrem, denn oft wird sie noch mit Vorurteilen konfrontiert. „Die Überraschung der Menschen ist oft sehr groß, wenn ich von meinem Hobby erzähle. Sie können sich nicht vorstellen, dass ich als schlanke Blondine früher Eishockey gespielt habe und jetzt Skater Hockey spiele. Viele haben eine Meinung darüber, wie Frauen auszusehen haben, die eine solche Sportart betreiben. Da passe ich nicht rein.“

Doch das tangiert die erfolgreiche Sportlerin nur am Rande. Sie lebt für den Sport und mit ihrer positiven Einstellung schafft sie es auch, ihren herausfordernden Pflegealltag mit ihrem Hobby zu vereinen. „Egal, was man macht, es soll Spaß machen. Und wenn man mit dem Herzen dabei ist, dann läuft das. Ob im Job oder privat.“ Vor allem das Durchsetzungsvermögen, das sie schon sehr früh im durchaus toughen Hockey-Sport erlernen musste, hat ihren Charakter geprägt und hilft ihr bis heute, auch den Klinikalltag erfolgreich zu bewältigen. Selbst die Schichtarbeit hindert sie nicht am Training, sondern ermöglich es ihr, zu den unterschiedlichsten Zeiten dabei zu sein. Zum Glück, denn für sie ist klar: „Ich mache das schon mein Leben lang. Ich könnte nicht ohne den Sport.“

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