(Foto: Stadt MG)

Mönchengladbach. Nach dem Diebstahl im Februar wurden heute in der Kohrbleiche zwei neue Stolpersteine verlegt

Der Diebstahl von zwei Stolpersteinen in der Straße Kohrbleiche in Odenkirchen löste im Februar großes Entsetzen in der Stadtgesellschaft aus. Unbekannte haben aus dem Bürgersteig zwei von fünf Stolpersteinen gestohlen, die bis heute nicht wieder aufgetaucht sind. Gestohlen wurden die zum Gedenken von Hermine Heimann (Jahrgang 1903), nach Deportation 1941 nach Riga am 25. November 1944 ermordet, und  Bertha Else Heimann (Jahrgang 1908) gelegten Steine. Bertha Else Heimann wurde ebenfalls 1941 nach Riga deportiert, 1944 ins KZ Stutthof gebracht und dort am 25. November 1944 ermordet.

Heute (15 Juli) fand in der Kohrbleiche 1a die Verlegung von zwei Ersatzsteinen in Anwesenheit von Oberbürgermeister Felix Heinrichs, der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Leah Floh, Polizeipräsident Mathis Wiesselmann sowie dem gesamten Vorstand des Vereins Ottokar e.V. statt. Der von Mönchengladbacher Polizisten gegründete Verein übernahm die Kosten für die Ersatzbeschaffung der Steine. Vom Verein anwesend waren Michael Rostek, Heiko Lammertz, Helga Schmidt und Anna Fischer. „Der frevelhafte Diebstahl der beiden Steine im Februar hat mich einfach nur entsetzt. Damit hat man den Toten auch noch die letzte Erinnerung genommen. Dabei legt unsere Stadt großen Wert auf die Erinnerungskultur“, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs, der sich für das tolle Engagement des Vereins Ottokar bedankte. „Das Erinnern an diese furchtbare Zeit ermöglicht uns, für heute und unsere Zukunft Lehren daraus zu ziehen: für das tagtägliche Eintreten für unsere Demokratie und die Grundlagen unseres Zusammenlebens, zu denen in besonderer Weise der Schutz der Menschenwürde gehört und damit der Kampf gegen den Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit“, so der Oberbürgermeister weiter.

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