Im Aufwachraum des Elisabethkrankenhauses bietet Gesundheits- und Krankenpflegerin Isabell Wingerath Patientinnen und Patienten nach einer Operation ein Wassereis an – nicht nur bei den aktuell hohen Außentemperaturen (Foto: Rheinland Klinikum / C. Eckel)

Grevenbroich. Im Aufwachraum des Elisabethkrankenhauses gibt es nach der Operation eine kühle Erfrischung für Patienten.

Kirsche, Zitrone oder doch Waldmeister? Patientinnen und Patienten des Elisabethkrankenhauses haben die Wahl. Sobald nach einer Operation die Narkose nachgelassen hat, bieten ihnen die Pflegekräfte im Aufwachraum verschiedene Sorten Wassereis an. Das kommt gut an. Bei den aktuell sommerlich-heißen Temperaturen ist das bunte Gefrorene natürlich eine Wohltat. Aber die kühle Erfrischung, die viele aus ihrer Kindheit kennen, gibt es hier nicht nur in der warmen Jahreszeit. „Es geht uns in erster Linie um den Patientenkomfort – das ganze Jahr über“, sagt Dr. Cornelius Trenz, Standortleiter der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin.

Wer schon einmal unter Vollnarkose operiert wurde, weiß es: Weil Patienten am Tag der Operation vor dem Eingriff aus verschiedenen Gründen nüchtern bleiben müssen, wird im Anschluss an die Narkose oft ein unangenehmer Geschmack wahrgenommen. Der verschwindet durch den Genuss von Wassereis genauso wie ein mögliches trockenes Gefühl im Rachen. „Und das kalte Eis kann aktivierend wirken“, ergänzt Dr. Trenz.

Grundsätzlich kann jeder Patient, der nicht aus chirurgischen Gründen auf Nahrung verzichten muss, im Aufwachraum Eis erhalten, erklärt der Facharzt, ganz gleich ob nach einer Regionalanästhesie oder einer Vollnarkose. Wichtig sei, dass der Patient wieder richtig wach ist, damit er sich nicht verschluckt.

Cola oder Orange? „Einen speziellen Favoriten bei den Geschmacksrichtungen gibt es nicht, aber die  fruchtigen Sorten werden insgesamt schon bevorzugt“, hat Gesundheits- und Krankenpflegerin Isabell Wingerath beobachtet.

Manchmal seien es die kleinen Dinge, die das Wohlbefinden steigern, meint Dr. Egbert Zingel, Leitender Oberarzt. „Stress und die Einführung des Beatmungsschlauchs, der ja ein ‚Fremdkörper‘ ist, können zu trockenen Schleimhäuten und gelegentlich sogar zu leichten Reizungen führen“, erläutert er, „da hilft eine kleine Menge Flüssigkeit.“ Vorteil der 50-Milliliter-Eisportion im Plastikschlauch: „Es kann nicht umkippen; man verschluckt sich im Normalfall nicht, weil die Flüssigkeitsmenge nicht groß ist, und der Magen wird nicht postoperativ überlastet“, zählt Dr. Zingel auf. Laut Untersuchungen beeinflusst das Gefrorene auch die gelegentlich bei Patienten auftretende postoperative Übelkeit positiv. Und nicht zu vergessen: Schmecken tut’s auch.

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