Zwei Mitarbeitende der Firma ONT Nachrichtentechnik führen die Arbeiten im Auftrag des Tiefbauamtes aus (Foto: Christian Schön, Stadt Dortmund)

Dortmund. Inzwischen ist es im Stadtbild nicht mehr zu übersehen: Die Erneuerung des Parkleitsystems kommt Schritt für Schritt voran – viele LED-Anzeigen leuchten schon und kündigen es an: „Hier entsteht das neue Parkleitsystem der Stadt Dortmund.“

Voraussichtlich Ende August 2022 wird das Parkleitsystem in den vollautomatisierten Betrieb genommen. Spätestens bis Ende des Jahres werden dann in der zweiten Stufe auch die Kassen-Schranken-Systeme an den vier Park&Ride-Anlagen Hafen, Hauptfriedhof, Schulte-Rödding und Westfalenpark ihre Arbeit aufnehmen. Die Arbeiten liegen damit fast im Zeitplan.

Seit Anfang Dezember 2021 wird das neue innovative Parkleitsystem Innenstadt nach und nach aufgebaut. Nachdem die alten Anzeigen demontiert waren, wurden sukzessive neue LED-Anzeigen montiert. Im innerstädtischen Bereich werden 64 großflächige LED-Anzeigen und 45 statische Wegweiser (normale Schilder) installiert.

Intelligente Lenkung der Verkehrsströme

Die Anzeigetafeln sind aber nur das sichtbare Zeichen des neuen Systems. Der eigentliche Quantensprung liegt in der Technik, die hinter dem System steckt und ganz neue Möglichkeiten eröffnet:

Alle LED-Anzeigen stehen mithilfe sogenannter Lichtwellenleiter-Kommunikationsstrecken (LWL) oder LTE-Anbindungen mit der neuen Parkleitsystem-Zentrale in Verbindung. Dies ermöglicht eine schnelle Reaktionszeit im Schadensfall und sorgt auf Grund hoher Bandbreiten für eine sichere und schnelle Datenverbindung zwischen der PLS-Zentrale und den LED-Anzeigen.

Motivation für den Umstieg in den ÖPNV

An den Haupteinfallsrouten in die Innenstadt werden zudem Bluetooth-Scanner installiert. Sie erkennen sich nähernde Bluetooth-Geräte und übermitteln an die Parkleitsystem-Zentrale anonymisierte Werte, aus denen die Software die aktuell benötigten Reisezeiten zwischen den verschiedenen Scannern ableiten kann. Das System vergleicht diese Werte mit den Fahrzeiten des ÖPNV. Der ermittelte Reisezeitvorteil wird in Echtzeit den Verkehrsteilnehmenden auf den LED-Anzeigen an den P+R-Anlagen angezeigt. Diese Info soll die PKW-Fahrenden zum Umstieg in den ÖPNV motivieren.

Das System kann schnell reagieren: Auf Verkehrsstörungen (zum Beispiel bedingt durch Veranstaltungen), Straßensperrungen oder große Baustellen kann es somit frühzeitig aufmerksam machen und auf Ausweichrouten hinweisen. Das Ziel ist eine umfassende Lenkung der Verkehrsströme.

Infos nicht nur auf den Anzeigetafeln

Mit dem neuen Parkleitsystem kann die Stadt dem Open-Data-Portal exakte Restplatzkapazitäten in den Parkhäusern und Tiefgaragen liefern. Diese Daten werden dann auch auf dem Mobilitäts-Daten-Marktplatz des Bundes veröffentlicht. Mittels dieser Datenzugangspunkte können auch Drittanbieter wie zum Beispiel Navigationsgerätehersteller*innen oder App-Entwickler*innen ihren Service optimieren und die Nutzenden besser zu den gewünschten Zielen führen.

Stufe 2 bezieht vier P&R-Anlagen mit ein

Wenn in Stufe 2 die Kassen-Schranken-Systeme an den vier Park&Ride-Anlagen Hafen, Hauptfriedhof, Schulte-Rödding und Westfalenpark ihre Arbeit aufnehmen und an das Parkleitsystem angeschlossen werden, stehen diese vier Anlagen wieder für den Zweck zur Verfügung, für den sie eigentlich gedacht waren: zur Förderung des bequemen Umstiegs in den ÖPNV.

ÖPNV-Nutzer*innen können die Anlagen dann auch weiterhin kostenlos nutzen. Wenn sie ihr Parkticket nach spätestens 24 Stunden am Kassenautomat einführen, kann im nächsten Schritt das ÖPNV-Ticket gescannt werden. Der Automat setzt dann das Parkticket für die Ausfahrt auf Null.

Alle anderen Parkenden müssen den jeweiligen Tarif der geltenden Parkgebührenordnung (derzeit 0,50 Euro je Stunde – Tagessatz 6 Euro) entrichten.

Das Tiefbauamt und DSW21 werden die Dortmunder*innen (und die Medien) auch weiterhin kontinuierlich über wichtige Meilensteine informieren. Auch über den genauen Zeitpunkt für die Stufe zwei wird im Vorfeld rechtzeitig informiert.

FAQs zum neuen System online  

Um die verschiedenen Fragen – insbesondere hinsichtlich der neuen Kassen-Schranken-Systeme und den Nutzungsbedingungen – möglichst umfangreich zu beantworten, hat das Tiefbauamt auf seiner Internetseite Infos zusammengestellt und eine ausführliche Liste mit den wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ) zum Download eingestellt. Die FAQs werden nach und nach ergänzt und erweitert. Interessierte erreichen die Seite über den direkten Kurzlink: www.dortmund.de/parkleitsystem.

Hinweis zum alten Parkleitsystem:

Das alte Parkleitsystem ist zwar aus dem Straßenraum verschwunden, es ist jedoch online weiterhin verfügbar und zeigt die Anzahl der noch freien Parkplätze in den bekannten Parkhäusern und Tiefgaragen in der City an. Bei der Umstellung wird dann auch der Kurzlink www.dortmund.de/parken auf das neue System umgeleitet.



Hintergrund: „Dortmund zieht an – Aufbruch City“

Unter der Überschrift „Dortmund zieht an – Aufbruch City“ arbeiten die Stadt Dortmund und ihre Partner*innen gemeinsam an dem Ziel, die City zu stärken, damit sie ein Magnet für die Dortmunder*innen und das Umland bleibt. Dabei ist der Stadt die breite Beteiligung der Bürger*innen wichtig. City-Entwicklung ist eine Daueraufgabe, bei der sich kurzfristige Maßnahmen und mittel- bis langfristige Konzepte ergänzen.

Das Büro Stadt+Handel arbeitet unter dem Motto „Miteinander. Mitte. Machen“ an einer tiefgehenden Analyse und entwickelt mit allen Akteur*innen konkrete Ideen und Grundlagen für eine künftige Strategie. Sie wird nachhaltig und tragfähig über einen langen Zeitraum sein und immer wieder neue Impulse für die City liefern. Diese Strategie wird in ein konkretes Citymanagement übergehen.

Parallel schieben die Stadt und ihre Partner*innen bereits fortlaufend flankierende Maßnahmen mit Sofortwirkung an: Dazu gehören u.a. Kultur- und Freizeit-Events, Sonderreinigungen, Verbesserung der Beleuchtung, Studien und Konzepte zur Nachnutzung großer Einzelhandelsimmobilien, die Aufstockung des Service- und Präsenzdienstes des Ordnungsamtes sowie die Herrichtung von Aufenthaltsoasen mit mobilem Grün und neuer Stadtmöblierung.

Allein von der Stadt Dortmund bringen sich mehr als 17 Ämter und Abteilungen in das gemeinsame Stärkungsprojekt für die City ein: Amt für Stadterneuerung (federführend), Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Team Emissionsfreie Innenstadt, Wirtschaftsförderung, Kulturbetriebe, Umweltamt, Sport- und Freizeitbetriebe, Jugendamt, Grünflächenamt, Tiefbauamt, Ordnungsamt, Stabsstelle Kreativquartiere, Sozialamt, Stabstelle Chief Information/Innovation Office, Wohnungsamt, der Nachtbeauftragte und die Dortmund-Agentur.

Beitrag drucken
Anzeigen