(Foto: Stadtsparkasse Oberhausen)

Oberhausen. Bedeutung für Oberhausener Sparkassen-Kundinnen und -kunden

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat als letzte große Notenbank nach den USA und Großbritannien mit ihrer heutigen Anhebung der Zinsen das nachvollzogen, was an den Kapitalmärkten bereits seit Wochen mit steigenden Zinsen vorweggenommen wurde und damit das Ende der Negativzinsen eingeläutet. Nach der heutigen, deutlichen, Zinserhöhung liegt der Hauptrefinanzierungssatz der EZB bei 0,50 Prozent und der Einlagenzins bei 0,00 Prozent.

„Nach über einem Jahrzehnt einer zerstörerischen und die Inflation begünstigenden Negativzinspolitik ist die heutige Zinsanhebung ein erstes, wichtiges Signal zur Bekämpfung der Inflation und für eine bevorstehende Normalisierung der Verhältnisse. Setzt die Europäische Zentralbank ihren Kurs konsequent fort, erhalten Sparerinnen und Sparer wieder Zinsen für ihr hart erarbeitetes Geld. Auch Verwahrentgelte sind mit der heutigen Zinsanhebung passé, da Banken für das Parken von Geld bei der EZB künftig keine Kosten mehr entstehen“, fasst Oliver Mebus, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Oberhausen, die heutige Entscheidung der EZB zusammen. „Tragisch dabei ist jedoch, dass Sparer und Anleger durch die sehr hohe Inflation zurzeit höhere Realverluste erleiden als in den letzten Jahren. Bis der Zinsanstieg auch auf dem klassischen Sparbuch in einer nennenswerten Größenordnung ankommt, wird es noch eine ganze Weile dauern. So lange sollte niemand bei der Geldanlage abwarten, denn bereits heute bieten beispielsweise Sparkassenbriefe oder Wertpapierzertifikate wieder attraktive Renditen, die vor einigen Monaten noch nicht denkbar waren. Auch ein Einstieg an der Börse über Sparraten ist sinnvoll. Durch die monatlichen Zahlungen sinken der durchschnittliche Einstandskurs und damit das Risiko der Anlage.“

Neben den Auswirkungen auf der Anlagenseite wirkt sich die Zinsanhebung mittelbar auch auf bestehende und künftige Finanzierungsvorhaben aus. „Kundinnen und Kunden mit einer laufenden Baufinanzierung sollten sich über einen Bausparvertrag oder ein sogenanntes Forward-Darlehen das noch relativ niedrige Zinsniveau sichern. So werden Überraschungen bei der Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung vermieden und Kundinnen und Kunden haben bereits heute einen festen Zinssatz, mit dem sie ihre zukünftigen Belastungen kalkulieren können. Ein Bausparvertrag bietet sich auch als Vorbereitung für künftige Kauf- und Bauvorhaben von Immobilien an“, erläutert Thomas Gäng, Vorstandsmitglied der Stadtparkasse Oberhausen.

„In jedem Fall, ob mit einem Geldanlage- oder Finanzierungswunsch, sollten Kundinnen und Kunden der Sparkasse jetzt das Gespräch mit ihren Beraterinnen und Beratern suchen“, empfiehlt Oliver Mebus.

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