Tauschten sich über das Thema Gasversorgung im Kreis Viersen aus (v.l.): IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, Landrat Dr. Andreas Coenen und NEW-Vorstand Thomas Bley (Foto: Kreis Viersen)

Kreis Viersen. Viele Unternehmen treibt derzeit die Unsicherheit um, ob die Gasversorgung in ausreichendem Umfang gesichert ist und wie sich die Energiepreise entwickeln. Deshalb steht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in engem Austausch mit den Versorgern, dem Kreis Viersen und den Kommunen. „Obgleich seit Donnerstag wieder Gas durch die Pipeline Nord Stream 1 fließt, wissen wir nicht, wie sich die Situation in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten entwickelt. Deshalb müssen wir eine gute Informationsbasis schaffen und uns auf verschiedene Szenarien vorbereiten“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz nach dem jüngsten Austausch mit Landrat Dr. Andreas Coenen und NEW-Vorstand Thomas Bley. „Wir sind uns einig, dass alle ihren Teil dazu beitragen müssen, die drohende Gasmangellage abzuschwächen.“ Deshalb appellieren IHK, Kreis Viersen und NEW an alle Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger – wo immer es geht – Energie insgesamt und Gas im Besonderen einzusparen.

„Die Anzahl energieintensiver Produktionsunternehmen ist im Kreis Viersen geringer als in anderen Teilen unserer Region“, sagt Dr. Coenen. „Gleichwohl stehen auch viele Betriebe unter anderem aufgrund der hohen Energiepreise vor großen Herausforderungen – wie auch die Bürgerinnen und Bürger.“ Letztlich gehe es auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen im Kreis Viersen. „Energiesparen und Energieeffizienz sind ein gesamtgesellschaftliches Projekt – dafür sind alle verantwortlich“, erklärt Bley.

In Betrieben gibt es einfache, schnell umsetzbare Stromsparmöglichkeiten. „Jede eingesparte Kilowattstunde kann helfen“, betont Steinmetz. Die IHK rät, nach einer Prüfung des Lastmanagements Stromquellen zu ermitteln, die den Hauptverbrauch ausmachen. Wird Druckluft eingesetzt, sollten die Anlagen auf Leckagen untersucht werden. Es lohnt sich auch zu testen, ob sich der Energieverbrauch durch eine optimierte Steuerung oder andere Effizienzmaßnahmen reduzieren lässt. Bei der Wärmeerzeugung gelten die gleichen Maßnahmen wie im privaten Haushalt. Unternehmen, die Gas im Produktionsprozess benötigen, sollten prüfen, ob ihre Anlage auch alternativ mit Öl betrieben werden kann. Sollte der Wechsel auf den Brennstoff Öl möglich sein, so empfiehlt die IHK, Rücksprache mit der Immissionsschutzbehörde zu halten, um zu klären, inwieweit eine Änderung oder Duldung dafür erforderlich ist.

Rund um das Thema Notfallplan Gas informiert die IHK auf ihrer Internetseite unter: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/28639%20

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