(Foto: privat)

Oberhausen. Sehr lehrreich, sehr lecker: So lässt sich der Abschluss der diesjährigen Sommerschule der SPD-Ratsfraktion kurz zusammenfassen. Die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten nun einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der traditionsreichen Osterfelder Fleischerei Bischoff werfen.

Der Fachkräfte- und Auszubildendenmangel im Handwerk, galoppierende Energiepreise und der – für eine Metzgerei ambivalente – Trend zu vegetarischer Ernährung: Es sind herausfordernde Zeiten für die Branche. Doch Jörg Bischoff, Stadtverordneter der SPD und Kreisinnungsmeister, reagiert auf alles mit der ihm eigenen zupackenden, besonnenen Art.

Das Energiesparen etwa sei schon lange auf der Agenda des bald 100-jährigen Familienbetriebs, erfuhren die Teilnehmer der Betriebsbesichtigung. Als im Jahr 2000 die Errichtung der aktuellen Betriebsstätte an der Fernewaldstraße angegangen wurde, dachten die Bischoffs an die Umwelt und die Energiekosten gleichermaßen. „Unter der Decke sind Isolierpaneele mit einem hohen K-Wert, also stark isolierend, verbaut“, so Bischoff.

Resultat ist nicht nur eine selbst an heißen Sommertagen erträgliche Innentemperatur, sondern auch eine sommers wie winters fürs Kühlen oder Heizen hohe Energieersparnis. „Da liegen wir gut 30 Prozent unter dem Verbrauch vergleichbarer Betriebe“, erklärte der Fleischermeister.

Auch der derzeitige Ernährungstrend zu weniger Fleischkonsum nimmt man bei Bischoffs nicht klagend zur Kenntnis, sondern mit begegnet ihm mit dem notwendigen Pragmatismus eines modernen Cateringbetriebs. „Für die ,Multi‘ haben wir bereits vegetarische Lunchpakete zusammengestellt“, so Bischoff. Im Lager warten bereits Kichererbsen, um sich der Herstellung von Hummus, der kulinarischen Allzweckwaffe der Levante, zu widmen.

Der Fachkräftemangel im Handwerk indes stellt auch die pragmatischen Bischoffs vor schwer zu lösende Probleme: eine Ausbildungsstelle für eine Fleischereifachverkäuferin oder einen -verkäufer ist schon seit Jahren unbesetzt. „Das betrifft nicht nur uns, so geht es vielen Betrieben durch alle Branchen“, weiß der Kreishandwerksmeister. Auch wenn die Folgen schwacher Geburtenjahrgänge und gesellschaftlicher Trends nur schwerlich lokal zu begrenzen sind: Resignieren ist Jörg Bischoffs Sache nicht. Die Ratsfraktion der SPD, der er seit bald zehn Jahren angehört, weiß er jedenfalls an seiner Seite.

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