(Foto: Herbertz/MSV Duisburg)

Duisburg/Essen. Schon „ein bisschen wie eine Niederlage“ fühlte es sich für Torsten Ziegner (Ziege) an. Ja, schade, dass seinen Zebras vor der geilen Kulisse von 28.200 Zuschauern die 2:0-Führung aus den Händen rutschte und am Ende ein 2:2 im Derby gegen Rot-Weiss Essen am Freitag, 5. August 2022, stand.

„Über 65 Minuten ging das Spiel nur in eine Richtung“, bilanzierte Ziege nach den beiden MSV-Treffern des starken Marvin Bakalorz (6.) und des ebenso auffälligen Moritz Stoppelkamp (52.). Der MSV-Chefcoach: „Wir hatten das Spiel im Griff, und nichts hat darauf hingedeutet, dass das hier noch kippt. Es ist schade, dass das dann durch eine Unklarheit in der Abwehr passiert.“

Engelmann nutzte in der 68. Minuten eiskalt eine Unsicherheit der Meidericher Jungs zum Anschlusstreffer aus, und nur drei Minuten später traf Ennali zum Endstand.

„Wir spielen so ein geiles Derby“, seufzte Kapitän Moritz Stoppelkamp, „setzen alles um, was wir uns vorgenommen haben, führen 2:0, mit den überragenden Fans im Rücken – und dann bringen wir Essen durch eine unglückliche Situation ins Spiel zurück …“

Und so stand am Ende eines rasanten Fußball-Abends eben nur ein Zähler – am Ende immerhin, denn Vincent Müller rettete in der Nachspielzeit mit einer Wahnsinns-Parade gegen Felix Bastians.

„Ein Riesen-Dankeschön an die Fans, sie haben uns 90 Minuten gepusht, das war überragend“, freute sich Marvin Bakalorz nach Abpfiff über die prickelnde und teils überwältigende Stimmung, gestand aber auch, er sehe das Spiel „mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Eigentlich haben wir ein Super-Spiel gemacht und die Fortschritte gemacht, die wir uns nach dem Osnabrück-Spiel vorgenommen haben – umso unglücklicher dann, dass wir innerhalb von vier Minuten das Spiel so hergeben.“

Zieges Abschlussfazit: „Ich weiß, dass die Menschen hier nach Ergebnissen lechzen. Aber ich war dennoch auch hochzufrieden mit der Art, wie die Mannschaft aufgetreten ist, auch nach den Rückschlägen.“

Auf ein Neues in Zwickau, Zebras – da geht’s am Dienstag, 9. August 2022, um 19 Uhr schon weiter.

Wiedersehen mit Viktoria-Trainer Janßen am Dienstag

Für Rot Weiss Essen war das Derby in Duisburg der Auftakt zur ersten englischen Woche in dieser Saison. Bereits am kommenden Dienstag, 9. August, ist ab 19.00 Uhr der FC Viktoria Köln im Stadion an der Hafenstraße zu Gast. Dabei gibt es unter anderem ein Wiedersehen mit Viktoria-Cheftrainer Olaf Janßen, der von Juli 2005 bis März 2008 als Sportlicher Leiter bei RWE tätig war (unter anderem Aufstieg in die 2. Bundesliga 2006).

Nur vier Tage später steht ein weiteres NRW-Duell auf dem Programm. Die Partie bei der U23 von Borussia Dortmund, die ein Jahr vor den Rot-Weissen als Meister der Regionalliga West den Aufstieg in die 3. Liga aufgestiegen war, findet am Samstag (13. August) ab 14 Uhr im großen Dortmunder Stadion statt.

Stadtgebiet: Fußballspiel MSV – RWE ohne größere Zwischenfälle

Das Konzept der Duisburger Polizei für das Fußballspiel des MSV Duisburg gegen Rot-Weiss Essen ist aufgegangen. Nicht zuletzt durch die starke Polizeipräsenz blieb das Geschehen rund um das Spiel ohne größere Zwischenfälle.

Trotz kleinerer Verzögerungen im Bahnverkehr durch volle Züge, schafften es die meisten Fans pünktlich zum Anstoß ins Stadion. Die Rückreise aus Duisburg verlief größtenteils unproblematisch. Allerdings sind in insgesamt sechs Fällen Fußballanhänger aneinandergeraten – hierzu wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Außerdem laufen Ermittlungen wegen der im Stadion gezündeten Pyrotechnik. Die Polizei wertet unter anderem Videoaufnahmen aus.

Ein Dank der Polizei geht vor allem an die Fußballfans, die sich an die Regeln gehalten und einen friedlichen Fußballlabend ermöglicht haben.

Bundespolizei bilanziert zur Spielbegegnung MSV Duisburg gegen RW Essen

Zum Derby reisten Gastfans wie auch Heimfans über den Duisburger Hauptbahnhof mit der Bahn zum Haltepunkt Duisburg-Schlenk, um in die Schauinsland-Reisen-Arena zu gelangen. Die Bundespolizei überwachte die An- und Abreisephase des Bahnverkehrs.

In der Anreisephase wurde durch einen unbekannten Tatverdächtigen ein Rauchkörper auf dem Bahnsteig 1 in Duisburg-Schlenk gezündet. Bei dem Halt einer S1 im Mülheimer Hauptbahnhof warf ein RWE Fan eine Flasche aus dem Zug in eine Gruppe von Duisburger Fans. Es kam zu vereinzelten Provokationen. Reisende wurden nicht verletzt.

Die Abreisephase verlief bis auf eine Sachbeschädigung ohne Komplikationen. Bei der Sachbeschädigung handelte es sich um einen Dosenwurf auf ein Fahrzeug im Bereich der Unterführung vor dem Treppenaufgang zum Bahnsteig in Duisburg-Schlenk.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Landes- und Bundespolizei und das kooperative Verhalten der Fans führte dazu, dass es zu einem geordneten und störungsfreien Ablauf im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei kam.

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