Die Siedlung Hammer Schanze (Foto: Stefan Kaiser)
Anzeige

Viersen. Am Sonntag, 11. September 2022, findet der deutschlandweite Tag des offenen Denkmals statt. In diesem Jahr geht es unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ um das Thema Bauforschung in der Denkmalpflege. Viersen ist mit vier Objekten beim Tag des offenen Denkmals vertreten.

Bauforschung, das bedeutet intensive Archiv- und Quellenrecherche. Gibt es historische Bauzeichnungen, historisches Kartenmaterial, Einträge in mittelalterlichen Schriften und Registern, in Einwohnerverzeichnissen oder Adressbüchern, Erwähnungen in Literatur oder Zeitungsartikel zum gesuchten Objekt? Die Stadt Viersen beteiligt sich in diesem Jahr mit vier Objekten am Tag des Offenen Denkmals. Alle vier haben auf unterschiedliche Weise Bauforschende beschäftigt.

Der Lemmejanshofs an der Brasselstraße 110 ist ein Wohnstallhaus, dessen bauliche Spuren verschiedene Bauepochen erkennen lassen: die Zeiten vor dem 30-jährigen Krieg, nach dem 30-jährigen Krieg sowie des 18. und 19. Jahrhunderts. Am Tag des offenen Denkmals wird dort ein Dokumentarfilm über die Recherchen der Bauforschenden an dem geschichtsträchtigen Gebäude vorgeführt. Dazu erhalten Besucherinnen und Besucher einen Eindruck vom Fortschritt der Restaurierungsarbeiten in den letzten 3 Jahren.

Der Rhaderhof, Schirick 12, verdankt sein Überleben seinem heutigen Besitzer Peter Fischer-Fürwentsches. Der Hof war im Familienbesitz, wurde aber von Pächtern betrieben. Die Hofanlage hatte Höhen und Tiefen erlebt und gab 1993 vor ihrer Restaurierung ein jämmerliches Bild ab. Historische Fotos und Bauzeichnungen, eine Bauaufnahme und das genaue Hinschauen vor Ort bei jedem Detail haben geholfen, den Rhaderhof in seinem historischen Bestand zu erhalten. In zweiter Reihe liegend ist der Hof für die Öffentlichkeit fast in Vergessenheit geraten. Umso schöner wird die Gelegenheit sein, sich von der Idylle vor Ort einnehmen zu lassen.

Gemäß den Bauplänen der Siedlung Hammer Schanze wurden die Wohnhäuser im 1. Bauabschnitt 1934 als „Not- und Behelfswohnungen“ und im 2. Bauabschnitt 1936/37 als „Volkswohnungen“ errichtet. Offensichtlich ist die schlichte Architektur der kleinen Wohnhäuser auf großen Grundstücken, die der Selbstversorgung dienen sollten. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass nur wenige bauliche Veränderungen vorgenommen worden sind. In der Siedlung Hammer Schanze hat auf wohltuende Art und Weise die Zeit stillgestanden. Die Aufgabe der Bauforschung war es hier, den Bau der Siedlung in den Zusammenhang mit der Zeit- und Ortsgeschichte zu bringen. Wirtschaftskrise, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit, sozialer Wohnungsbau und Wohnungsbauförderung sind hier einige der Schlagworte.

An eine Hauswand gedrängt, von herunterhängenden Baumästen fast verdeckt, wurde das Mädchen mit dem Palmzweig in der Hand von den Spaziergängern im Casinogarten kaum noch wahrgenommen. Als sie 1957 aufgestellt wurde, war die Figur des ungarischen Bildhauers Professor Zoltan Székessy den „Opfern des Unrechts und der Gewalt“ gewidmet. Bis heute hat sie ihre Tagesaktualität nicht verloren. Auf Anregung aus der Viersener Bürgerschaft sollte die Figur wieder besser wahrgenommen werden. Akten, Zeitungsartikel und Bilder des Archivbestandes der Stadt Viersen und des Heimatvereines Viersen wurden gesichtet. Es gelang, den ursprünglichen Standort zu ermitteln und mit Hilfe historischer Fotos auch die Ausrichtung der Statue mit Blick auf die Schule. Am Tag des offenen Denkmals wird ihre Rückführung mit einer Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der detaillierte Ablaufplan für die einzelnen Programmpunkte am Tag des offenen Denkmals wird rechtzeitig in einer gesonderten Presse-Information bekanntgegeben.

Beitrag drucken
Anzeigen