Ein Teil der Biker, die den Gottesdienst gemeinsam vorbereiten – stellvertretend für alle Biker-Gruppen, die an der Organisation mitwirken (Foto: privat)
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Essen. In der Steeler Friedenskirche

„Ein bisschen Frieden ist zu wenig“ lautet die Überschrift für den 5. Essener Motorradgottesdienst, den christliche Biker und Biker-Fans gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Essen am Sonntag, 14. August, um 11 Uhr in der Steeler Friedenskirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße 39 feiern. Für die Musik sorgt einmal mehr die Jordan Wells Band aus Siegen. Im Anschluss gibt es Leckeres vom Grill, kühle Getränke und reichlich Gelegenheit, den blitzenden Chrom der zahlreichen Maschinen zu bestaunen.

Die Ansprache hält Pfarrer Rolf Zwick über den Frieden in der Welt, untereinander und mit Gott. Der passionierte Biker, Essener Jugendpfarrer und Leiter des Weigle-Hauses predigt über biblische Verse aus Psalm 34: Lass ab vom Bösen und tu Gutes. Suche Frieden und jage ihm nach! „Frieden fängt bei uns persönlich an. Er kann nur aktiv erreicht werden. Frieden kommt nicht von selbst“, erklärt der Theologie. „Frieden ist umfassend. So ist auch das hebräische Wort ‚Shalom‘ gemeint, das eine ganze Lebenseinstellung umfasst.“ Die Informationen, die wir über Kriege bekämen, seien oft von partikularen Interessen geleitet – die einen meinen so, die anderen so. Die Meinungen stünden sich diametral gegenüber – jeder und jede beanspruche für sich das Recht, die Wahrheit zu kennen.

Das sei auch in Bezug auf aktuelle Konflikte in der Welt der Fall, aktuell zum Beispiel in der Ukraine: „Die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen aus dem osteuropäischen Land ist zurecht groß – gleichzeitig aber sehe ich die Gefahr, dass Flüchtlinge unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft verschieden behandelt werden und das ist nicht gerecht“, findet Pfarrer Rolf Zwick. Generation unserer Eltern hätten den Krieg bereits erlebt – für uns selbst sei diese Situation aber immer noch sehr unwirklich. „Fast jede und jeder kennt Menschen aus Russland oder der Ukraine. Dass Menschen aus Russland ohne Grund angefeindet werden, ist nicht fair.“

Aber auch im Alltag und in der Freizeit, „wie wir uns untereinander verhalten, auf welche Weise wir als Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer Teil des umfassenden ‚Schalom‘ werden können und warum der Frieden, wie Gott ihn will, eine gute Grundlage dafür sein kann – darum soll es an diesem Tag gehen“, kündigt Rolf Zwick an. Auch ein Gedenken an die Opfer des Straßenverkehrs und eine Biker-Fürbitte gehören wie immer zu dieser ökumenischen Feier, zu der Menschen aller christlichen Konfessionen und Glaubensrichtungen willkommen sind.

Die Kollekte und der Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken kommen traditionell einem sozialen Zweck zugute, in diesem Jahr der „Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder“. An der Vorbereitung und Durchführung von Gottesdienst und Rahmenprogramm sind wieder mehrere Essener Motorrad-Gruppen beteiligt. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es Leckeres vom Grill aus der Neuland-Metzgerei Ferdi Pütz aus Gelsenkirchen. Auch gekühlte Getränke stehen bereit.

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