v.l. Kay Ehrhardt und Maarten Oversteegen nach der Kandidatenvorstellung der FDP (Foto: Christian Voigt/LokalKlick)
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Kreis Kleve. Der Reigen der möglichen Landratskandidaten füllt sich – FDP-Vorstand favorisiert Prof. Dr. Ralf Klapdor als Gorißen-Nachfolger – Wahlversammlung am 11. September

Nach der Berufung von Silke Gorißen ins Landeskabinett präsentierte die CDU sehr schnell mit Christoph Gerwers einen Landratskandidaten. Der parteilose Kandidat Guido Winkmann warf auch schon seinen Hut in den Ring und buhlt aktuell um die Unterstützung durch die Vereinigten Wählergemeinschaft Kreis Kleve. Derweil wurde in der im Kreis agierenden Bündnis-Kooperation aus SPD, Bündnis90/Die Grünen, FDP und der Vereinigten Wählergemeinschaft Kreis Kleve -ausführlich und alle Seiten betonen stets sehr offen- auch über einen gemeinsamen Kandidaten beraten. Während nun ein Dreier-Bündnis mit dem SPD-Mann Stefan Welberts antritt, entschieden sich die Liberalen für einen eigenen Kandidaten: Prof. Dr. Ralf Klapdor entspricht mit seinen Verwaltungs- und Personalerfahrungen dem Qualifikationsprofil der FDP im Kreis Kleve. Diese Entscheidung habe allerdings keinen Einfluss auf die bisherige Zusammenarbeit im Kreistag, wie FDP-Chef Kay Ehrhardt ausdrücklich bei einem Pressegespräch betont. An diesem nahm auch Kreisvorstandsmitglied Maarten Oversteegen teil, Ralf Klapdor war wegen seines Urlaubs nicht persönlich anwesend.

Prof. Dr. Ralf Klapdor (Foto: privat)

So sei Ralf Klapdor, der jetzt auch der Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag Kleve ist, der richtige Kandidat für die Funktion des Landrates. „Ralf Klapdor ist seit vielen Jahren politisch tätig und damit das Gesicht der FDP im Kreis Kleve und in der Kreispolitik“, erklärt Ehrhardt bei der Vorstellung des Wunschkandidaten des Kreisvorstandes. Letztlich haben die Liberalen aus den Fehlern der Kommunalwahl 2020 gelernt. Die einseitige Festlegung mit der Liste aus SPD, Grünen und Freien Wählern den parteilosen Peter Driessen zu unterstützen, sei eine „Zerreißprobe für die Partei“ gewesen. Laut Ehrhardt war dies „ein langer Prozess, der viel Kraft gekostet hat“. Aktuell habe auch während der Listenberatungen kein Listen-Kandidat bei den Beratungen im FDP-Kreisvorstand und den großen Runden mit allen Gemeinde- und Stadtvorständen des Kreises überzeugt. Damit wolle man aber nicht die Qualifikation von Stefan Welberts schmälern. Des Weiteren habe es keine Gespräche mit der CDU über die Unterstützung von Gerwers gegeben.

Am 11. September soll bei einer Wahlversammlung, die vermutlich im Bürgerhaus Uedem stattfindet, endgültig abgestimmt werden, wessen Name für die Freien Demokraten auf dem Wahlzettel zur Landratswahl am 27. November steht. Dafür gebe es eine weitere Kandidatur, weitere Interessenten haben noch die Möglichkeit zur internen Entscheidung aller Parteimitglieder anzutreten. „Schließen werden aber unsere Mitglieder entscheiden“, teilte Ehrhard mit.

Gemeinsame Aktionen für höhere Wahlbeteiligung

Allgemein rechnet man mit einer niedrigen Wahlbeteiligung am 27. November und der eventuell stattfindenden Stichwahl, da seitens der Bürgerinnen und Bürger der Landratswahl keine große Bedeutung beigemessen wird. Zudem sei dieses nach den letzten drei Wahlen innerhalb von zwei Jahren eine zusätzliche Wahl, die nur im Kreis Kleve anstände. So ist es nach Auffassung von Kay Ehrhardt und Maarten Oversteegen notwendig, der Wählerschaft die Wichtigkeit und Entscheidungsreichweite dieser Wahl sowie die Arbeit eines Landrates zu erklären. Ehrhardt will sich für einen gemeinsamen Wahlaufruf aller Parteien stark machen. Oversteegen schlägt weiterhin vor, die Wähler mit innovativen Ideen auch parteiübergreifend zum Gang an die Wahlurne zu motivieren. Als Beispiele um große Aufmerksamkeit zu erregen, benennt Oversteegen dafür gemeinsame kreisweite „Demokratie-Feste“ oder große Radtouren mit möglichst vielen Parteimitgliedern aller demokratischen Bewerber von Nord nach Süd.

von Christian Voigt/LokalKlick
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