Kreisdezernent Karsten Mankowsky (Mitte) mit seiner Frau Margot bei der Verabschiedung in den Ruhestand durch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (Foto: Susann Dobler/Rhein-Kreis Neuss)
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Rhein-Kreis Neuss. Viele Menschen kennen ihn als den Mann für Umwelt- und Gesundheitsfragen im Rhein-Kreis Neuss. Jetzt wurde er in den Ruhestand verabschiedet: Karsten Mankowsky (68) war als Dezernent neben dem Umwelt- und Gesundheitsbereich auch für das Veterinärwesen und die Lebensmittelüberwachung, die Bauaufsicht und das Tiefbauamt des Rhein-Kreises Neuss zuständig.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der zur Verabschiedung des allseits geschätzten Dezernenten einen kleinen Empfang im Grevenbroicher Kreishaus gab, dankte Mankowsky für seine vielfältigen Leistungen, für Loyalität und Verlässlichkeit. „Ihr in vielen Jahren erworbenes Wissen und Ihre gute Reputation werden uns genauso fehlen wie Ihre Fähigkeit, auch in kritischen Situationen gelassen zu bleiben“, sagte Petrauschke.

Herausfordernde Situationen, die neben Sachverstand auch einen kühlen Kopf erforderten, gab es für den Ende Juli ausgeschiedenen Dezernenten mehr als genug – zuletzt die in Deutschland so noch nie dagewesenen Erkrankungswellen der Corona-Pandemie. Auch wenn das Gesundheitsmanagement des Kreises mit Karsten Mankowsky an der Spitze schon manche Krise gestemmt hatte – von SARS 1 (2003) über die Vogelgrippe (2006) bis zur Schweinegrippe (2009) – stellt Corona alles Bisherige in den Schatten.

Auch zu Beginn seiner Tätigkeit beim Kreis erwartete den damals neuen Dezernenten keine leichte Aufgabe: Anfang der 1990er Jahre ging es um die Planung einer Müllverbrennungsanlage im Rhein-Kreis Neuss. Das Projekt mit dem Standort Neurath hatte viele Gegner. „Wir haben damals das bundesweit erste Mediationsverfahren ins Leben gerufen“, so Mankowsky. Letztlich wurde im Kreisgebiet aber keine eigene Anlage mehr benötigt. Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche 2011 ist ein weiteres Ereignis, das Mankowsky nicht vergessen wird.

Ein Herzensthema war ihm immer die Gesundheitsvorsorge für Kinder. „Nicht ohne Stolz“, sagte Landrat Petrauschke in seiner Rede, „dürfen Sie im Rückblick auf Ihre Tätigkeit darauf verweisen, dass der Rhein-Kreis im ‚Gesunde Städtenetzwerk Deutschland‘ als Kompetenzzentrum für Kinder- und Jugendgesundheit ausgezeichnet wurde.“ Auch der Umweltschutz war Karsten Mankowsky stets ein besonderes Anliegen: Für ihn hat er sich über seine dienstlichen Aufgaben hinaus seit 1997 auch als Vorsitzender des Gemeinschaftswerks Natur und Umwelt Rhein-Kreis Neuss engagiert.

Die hohen Grundwasserstände – unter anderem in Korschenbroich – waren eines der Themen während Mankowskys Dienstzeit, die die Bürger besonders bewegt haben. Hier konnte eine gemeinsam getragene Lösung erzielt werden, bei der das Grundwasser bei Überschreitung bestimmter Höhen abgesenkt wird. Zur nachhaltigen Stärkung des Wohn- und Gewerbestandortes im Neusser Süden und Dormagener Norden hat Mankowsky auch intensiv das Planungsverfahren für den Autobahnanschluss Delrath begleitet. Dabei waren ihm Transparenz und eine frühe, umfassende Bürgerbeteiligung wichtig.

Mankowsky hat nach dem Abitur in Hamburg das Studium der Verwaltungswissenschaften in Konstanz absolviert, das er mit dem Diplom beendete. Ab 1978 war er in der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei in Düsseldorf tätig – zunächst als Referent im Landespresse- und Informationsamt, danach als Referent der Abteilung „Ressortkoordination/Politische Planung“. Ende 1992 wurde der damalige SPD-Kreistagsabgeordnete Dezernent beim Rhein-Kreis Neuss.

Es sind nicht allein die vielfältigen Aufgaben als Kreisdezernent, die Karsten Mankowsky in Bewegung gehalten haben. Er mag Fahrradfahren, Wandern und Skilanglauf genauso wie Yoga und Fitnesstraining. Auch Labradoodle „Shiva“ hält ihn auf Trab. Stillstand ist seine Sache also nicht. So wird er sich neben privaten Aktivitäten auch im Ruhestand weiter einbringen, zum Beispiel als Geschäftsführer der Veranstaltergemeinschaft Lokaler Rundfunk im Rhein-Kreis Neuss und bei der Neusser Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Karsten Mankowsky ist verheiratet, zweifacher Vater, vierfacher Großvater und wohnt in Kaarst. Er reist gern („eher Berge als Meer“), hört Musik (“querbeet von Klassik bis Jazz”) und hält dem Hamburger SV die Treue. „In schweren Zeiten erst Recht“, sagt der Mann mit hanseatischen Wurzeln.

Die Nachfolge von Karsten Mankowsky in der Kreisverwaltung hat zum 1. August Gregor Küpper aus Rommerskirchen angetreten.

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